Schlitzblättrige Schwarzwurzel

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Schlitzblättrige Schwarzwurzel
Schlitzblättrige Schwarzwurzel (Scorzonera laciniata)

Schlitzblättrige Schwarzwurzel (Scorzonera laciniata)

Systematik
Euasteriden II
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Cichorioideae
Gattung: Schwarzwurzeln (Scorzonera)
Art: Schlitzblättrige Schwarzwurzel
Wissenschaftlicher Name
Scorzonera laciniata
L.

Die Schlitzblättrige Schwarzwurzel (Scorzonera laciniata), auch als Schlitzblättriges Stielsamenkraut bezeichnet, ist ein in Mitteleuropa selten vorkommender Angehöriger der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Schlitzblättrige Schwarzwurzel ist eine ein- bis zweijährige krautige Pflanze, die eine Wuchshöhe von etwa 7 bis 50 cm erreicht. In ihrem Inneren enthält sie eine weiße, leicht grünliche, milchsaftähnliche Flüssigkeit. Sie gehört damit zur Unterfamilie der Cichorioideae innerhalb der Familie der Asteraceae. Der aufrecht wachsende, meist kahle bis leicht wollig behaarte Stängel und die Äste der Pflanze sind stielrund geformt und nur im oberen Teil fein gerillt. Die bis zu 20 cm langen Laubblätter sind bis zum Mittelnerv herab fiederschnittig geteilt und besitzen entfernt stehende, spitz lineal-lanzettliche Abschnitte. Diese sind meist etwa 1 bis 2 mm breit und 10 bis 25 mm lang. Der Endlappen ist in der Regel etwas breiter geformt.

Die etwa 12 mm breiten Blütenkörbe wachsen einzeln an langen Stängeln. Die äußeren Hüllblätter sind eiförmig und besitzen eine zurückgebogene Spitze, die inneren sind meist mehr oder weniger stumpf. Zur Blütezeit erreicht die Hülle eine Länge von bis zu 15 mm, nach der Blüte kann sie bis zu 40 mm lang werden. Die Blütenkörbe enthalten hellgelbe Zungenblüten, die in etwa die Länge der Hülle erreichen. Die mehr oder weniger vierkantig geformten, hell (violett)-braunen Früchte werden etwa 3 bis 4 mm lang und besitzen einen dicken, heller gefärbten, etwa 5 bis 9 mm langen hohlen Stiel. Der schmutzigbraune, etwa 10 mm lange Pappus ist mehrreihig gefiedert.

Die Schlitzblättrige Schwarzwurzel blüht vorwiegend in den Monaten Mai bis Juli.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Bestäubung der Pflanze geschieht in der Regel durch Insekten. Die Samen werden durch den Wind verbreitet. Werden die Stängel vor der Blüte abgefressen, verdickt sich die Pflanzenwurzel deutlich. Die Pflanze wird dann dichtrasig und treibt viele Blütenstängel. Sie kann dadurch auch ausdauernd werden.

Vorkommen[Bearbeiten]

Die Schlitzblättrige Schwarzwurzel ist ein submediterran-sarmatisches Florenelement. Ihre Verbreitung reicht von Sibirien, über den Kaukasus, Russland bis nach Süd- und Mitteleuropa. Ferner ist sie in Nordafrika zu finden. In Mitteleuropa überschreitet sie kaum das Weinbauareal.

In Deutschland kommt die Art selten und zum Teil unbeständig im westlichen, mittleren und südwestlichen Gebiet vor. Sie wird in der Roten Liste als stark gefährdet eingestuft.[1] In Österreich gelten ihre früher im pannonischen Gebiet als sehr selten eingestuften Vorkommen inzwischen als erloschen, während sie in der Schweiz noch selten im Wallis zu finden ist. Dort steigt sie bis auf eine Höhe von 1400 m.

Scorzonera laciniata ist eine typische Ruderalpflanze und wächst truppweise an Wegrändern, auf offenen Trockenrasen, in Felsheiden, an Straßenböschungen, auf Mauern und auch in Getreideäckern. Sie bevorzugt trockene, warme, meist kalkhaltige, humose und gelegentlich auch salzhaltige Böden. Sie kommt häufig nur unbeständig vor oder wird gelegentlich verschleppt.

Taxonomie[Bearbeiten]

Scorzonera laciniata wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum erstveröffentlicht.[2] Ein wichtiges Synonym ist Podospermum laciniatum (L.) DC.

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  •  Konrad von Weihe (Hrsg.): Illustrierte Flora. Deutschland und angrenzende Gebiete. Gefäßkryptogamen und Blütenpflanzen. Begründet von August Garcke. 23. Auflage. Paul Parey, Berlin/Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.
  •  Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer, Manfred A. Fischer (Hrsg.): Exkursionsflora von Österreich. Eugen Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  •  Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Mit Berücksichtigung der Grenzgebiete. Bestimmungsbuch für die wildwachsenden Gefässpflanzen. Begründet von August Binz. 18. vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage. Schwabe & Co., Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Christoph Käsermann: Scorzonera laciniata L. s.str. – Schlitzblättriger Stielsame – Asteraceae. In: Christoph Käsermann, Daniel M. Moser (Hrsg.): Merkblätter Artenschutz – Blütenpflanzen und Farne. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern, 1999, S. 256–257 (PDF-Datei).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schlitzblättrige Schwarzwurzel. In: FloraWeb.de.
  2. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 2, Lars Salvius, Stockholm 1753, S. 791, Digitalisat

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schlitzblättrige Schwarzwurzel – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien