Schloonsee

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Schloonsee
Schloonsee, Standpunkt Waldstraße, Bansin
Schloonsee, Standpunkt Waldstraße, Bansin
Geographische Lage Insel Usedom, Landkreis Vorpommern-Greifswald
Orte am Ufer Bansin
Orte in der Nähe Heringsdorf
Daten
Koordinaten 53° 58′ 0″ N, 14° 8′ 45″ O53.96663936666714.1458415972220Koordinaten: 53° 58′ 0″ N, 14° 8′ 45″ O
Schloonsee (Mecklenburg-Vorpommern)
Schloonsee
Höhe über Meeresspiegel 0 m ü. HN
Fläche 0,14 km²dep1f5
Mittlere Tiefe 3,0 mf11
Schloonsee Winter.jpg

Der Schloonsee ist ein im Gebiet der Gemeinde Heringsdorf auf der Insel Usedom im Landkreis Vorpommern-Greifswald gelegener See. Er befindet sich östlich des Ortes Bansin und nördlich der Bundesstraße 111 zwischen dem Gothensee und der Ostsee in der Schloonseesenke, einem Gebiet mit Schwemmsand, durch den die Lücke zwischen den ehemaligen Inseln mit Kernen um den Langen Berg im Westen und den Zirowberg im Osten geschlossen wurde. Die Gemeindestraße vom Seebad Bansin nach Heringsdorf führt unmittelbar am nördlichen Seeufer entlang. Das Gewässer hat eine ungefähre Länge von 750 Metern, eine Breite von 400 Metern und eine durchschnittliche Tiefe von 3 Metern. Der See ist wie alle Seen auf der Insel Usedom in der letzten Eiszeit entstanden.

Der Name Schloonsee verweist auf ein Gewässer namens Schloon. Laut Ludewig-Wilhelm Brüggemann trug im 18. Jahrhundert der Schloonsee den Namen „Schloon“.[1] In Theodor Fontanes Roman Effi Briest (1895) hingegen, in dem der Schloon eine wichtige Rolle spielt, ist dieser ein Gewässer, das vom Gothensee zur Ostsee verläuft. In dem Roman heißt es:

[D]ieser Schloon ist eigentlich bloß ein kümmerliches Rinnsal, das hier rechts vom Gothener See herunterkommt und sich durch die Dünen schleicht. Und im Sommer trocknet es mitunter ganz aus, und Sie fahren dann ruhig drüber hin und wissen es nicht einmal. […] [I]m Winter, da ist es was anderes; nicht immer, aber doch oft. Da wird es dann ein Sog. […] [U]nd am stärksten immer dann, wenn der Wind nach dem Lande hin steht. Dann drückt der Wind das Meerwasser in das kleine Rinnsal hinein, aber nicht so, daß man es sehen kann. Und das ist das Schlimmste von der Sache, darin steckt die eigentliche Gefahr. Alles geht nämlich unterirdisch vor sich, und der ganze Strandsand ist dann bis tief hinunter mit Wasser durchsetzt und gefüllt. Und wenn man dann über solche Sandstelle weg will, die keine mehr ist, dann sinkt man ein, als ob es ein Sumpf oder ein Moor wäre.[2]

Der Standort, an dem Sidonie von Grasenabb ihre Geschichte erzählt, dürfte sich am Ostseestrand an der Stelle befinden, an der heute der Sack-Kanal in die Ostsee mündet.

In den Jahren 1978 und 1979 erfolgte eine Sanierung des Sees. Ab 1981 wurden am Südufer des Schloonsees geologische Untersuchungen durchgeführt. Bei Probebohrungen wurde in 3900 Metern Tiefe ein Erdgasvorkommen mit einer geschätzten Kapazität von 9 Millionen Kubikmetern Erdgas entdeckt. Der große Anteil von Schwefelwasserstoff am Gasgemisch hätte jedoch für eine Förderung einen hohen technischen und finanziellen Aufwand bedeutet, so dass die DDR davon Abstand nahm. Nach der DDR wurde die im Besitz der Lagerstätte befindliche, inzwischen privatisierte Erdöl Erdgas Gommern (EEG) von der Treuhand an den französischen Konzern Gaz de France verkauft. Die EEG beantragte 1996 die Fördergenehmigung für das Erdgas. Das Projekt, das eine tägliche Fördermenge von einer Million Tonnen vorsah, stieß in der Umgebung auf breite Ablehnung. 2002 erteilte die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns schließlich der Erdgasgewinnung eine Absage, da dem Tourismus in der Region und insbesondere in den Dreikaiserbädern größte Priorität eingeräumt wurde.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ludewig-Wilhelm Brüggemann: Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes des Königl. Preußischen Herzogthums Vor- und Hinterpommern. Stettin 1779, S. 262
  2. Theodor Fontane: Effi Briest. Kapitel 19