Schloss Écouen

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Schloss Écouen

Das Schloss Écouen (frz. Château d’Écouen) ist ein Schloss aus dem 16. Jahrhundert im Ort Écouen im Département Val-d’Oise. Es beherbergt das Musée national de la Renaissance.

Schloss[Bearbeiten]

Schloss Écouen

Mit dem Bau des auf einer Hügelkuppe liegenden Schlosses wurde 1538 von Anne de Montmorency, Connétable von Frankreich, begonnen. Dazu wurde eine dort befindliche mittelalterliche Befestigung – eine von mehr als 130 Burgen und Schlösser, die Anne de Montmorency besaß – abgerissen.

Der ursprüngliche Plan von 1538 eines unbekannten Architekten sah einen vierseitigen Bau mit Pavillons an jeder Ecke vor. 1547 beauftragte Montmorency Jean Bullant mit der Fertigstellung des Nordflügels und dem Bau einer Säulenhalle im Südflügel, die zwei Skulpturen Michelangelos aufnehmen sollte, den „sterbenden Sklaven“ und den „aufständischen Sklaven“, die er von König Heinrich II. geschenkt bekommen hatte.

Im Zusammenhang mit der Hinrichtung von Henri II. de Montmorency 1632 konfiszierte König Ludwig XIII. das Schloss, um es dessen Halbschwester Charlotte, Herzogin von Angoulême, zurückzugeben.

Der Westflügel wurde 1797 zerstört und 1807 durch ein flacheres Bauwerk ersetzt. Das Schloss beherbergt seitdem ein Ausbildungszentrum der Ehrenlegion.

Musée national de la Renaissance[Bearbeiten]

André Malraux entschied in den 1960er Jahren, die Renaissance-Sammlungen des Hôtels de Cluny im Schloss unterzubringen. Das daraus gebildete Musée national de la Renaissance wurde 1977 eröffnet. Es beherbergt vor allem die Schmucksammlung, welche die Baronin Rothschild 1922 gestiftet hatte, osmanische Keramiken, Emailarbeiten aus Limoges, die Waffensammlung Édouards de Beaumont, die Terrakotta des Masseot Abaquesne, Wandteppiche (zum Beispiel der David-und-Bathseba-Zyklus) und vieles mehr.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alain Erlande-Brandenburg, Pierre Ennès, Julia Fritsch: Château d’Écouen. Musée national de la Renaissance. Réunion des Musées Nationaux, Paris 2000, ISBN 2-7118-4161-8.
  • Charles Terrasse: Le château d'Écouen. H. Laurens, 1915.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Écouen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

49.01752.3783333333333Koordinaten: 49° 1′ 3″ N, 2° 22′ 42″ O