Schloss Belp

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Schloss Belp (2011).

Das Schloss Belp ist ein Schloss in der Gemeinde Belp im Kanton Bern.

Geschichte[Bearbeiten]

Johann Ludwig Aberli, Schloss Belp (1757).

Nachdem die Berner 1298 die Burg Belp (am Belpberg) eingenommen, gebrandschatzt und die Herrschaft Belp an sich gerissen hatten, zwangen diese Ulrich von Belp das bernische Bürgerrecht auf und erlaubten ihm, eine neue Behausung lediglich aus Holz zu erstellen. Dieser 1783 abgebrochene Bau wurde das hölzige Schloss genannt. Die Herrschaft Belp ging 1383 an den Berner Petermann von Waberen. Anteilige Besitzer der Herrschaft waren vom 15. bis zum 17. Jahrhundert Angehörige der Familien Gruber, vom Stein, von Scharnachthal, von Luternau und Moratel. Johann Rudolf Stürler (1597–1665) wird schliesslich alleiniger Freiherr zu Belp. Der spätere bernische Schultheiss Karl Emanuel von Wattenwyl erwarb 1720 die Freiherrschaft samt Schloss von Hans Georg von Muralt. Wattenwyls Enkel Salomon Albert Karl von Wattenwyl verkaufte das Schloss samt Herrschaft 1810 an den neu geschaffenen Kanton Bern, nachdem die Herrschaftsrechte bereits 1798 verfallen waren. Bern richtete hier das Amthaus für das neu geschaffene Amt Seftigen ein. Als solches diente Schloss Belp bis am 31. Dezember 2009. Es beherbergte das Regierungsstatthalteramt, die Gerichtsbehörden des Gerichtskreises IX Schwarzenburg-Seftigen sowie eine Dienststelle des Kreisgrundbuchamtes IX und des Betreibungs- und Konkursamtes.

Im Juni 2012 kaufte die Einwohnergemeinde Belp das Schloss vom Kanton Bern.[1]

Bau[Bearbeiten]

Der Herrschaftssitz wird zu Beginn des 16. Jahrhunderts als ein steinin huss an der Gürben in einem baumgarten[2] beschrieben. Prägend sind die Umbauten von 1554, 1631 bis 1636/44 mit Anbauten und Türmen, aus dem herrschaftlichen Sitz wurde allmählich ein Schlossbau. Schloss Belp legt Zeugnis ab von der Bedeutung der privaten Herrschaftsinhaber, die hier die hohe und die niedere Gerichtsbarkeit innehatten. Der spätbarocke Ausbau zweier spätmittelalterlicher Herrschaftsbauten und ihre Verknüpfung mittels des heute ausgebauten Peristyls machen den Reiz der Gesamtanlage Schloss Belp aus. Bemerkenswerte Bauteile im Inneren künden vom Ausstattungsluxus der privaten Bauherrschaft.

Quellen[Bearbeiten]

Freiherrschaft Belp:

Literatur[Bearbeiten]

  •  Manuel Kehrli, Burgergemeinde Belp (Hrsg.): Von der Dorfschaft zur Burgergemeinde Belp. 2007, S. 9–15.
  • Wolf Maync: Bernische Wohnschlösser. Ihre Besitzergeschichte, Bern 1980.
  • Bernhard Schmid und Franz Moser: Burgen und Schlösser der Schweiz, Bd. 10, Basel 1942.
  • Friedrich Emil Welti: Die Freiherren von Belp-Montenach In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde, Nr. 7 (1945) Digitalisat

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Belp: Klares Ja für ein eigenes Schloss mit öffentlichem Park auf www.derbund.ch
  2. Maync 1980, S. 67.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Belp – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

46.8918333333337.4992222222222Koordinaten: 46° 53′ 31″ N, 7° 29′ 57″ O; CH1903: 604617 / 193415