Schloss Bran

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Schloss Bran
Schloss Bran (Innenhof)
Schloss Bran (andere Ansicht)
Geheimer Gang im Schloss

Schloss Bran (dt. Törzburg, ung. Törcsvár) liegt in der gleichnamigen Ortschaft in Siebenbürgen, Rumänien, rund 30 Kilometer von Brașov (dt. Kronstadt) entfernt.

Der burgartige Bau wird Touristen als Draculaschloss präsentiert, da es dessen Beschreibung in Bram Stokers Roman Dracula ähnelt. Das historische Vorbild der Romanfigur, der walachische Fürst Vlad III. Drăculea, hat das Schloss aber wahrscheinlich nie betreten.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort Törzburg wurde 1357 erstmals urkundlich erwähnt. Am 19. November 1377 gestattete der ungarische König Ludwig der Große den Bewohnern von Kronstadt auf dem Dietrichstein am Berg Königstein eine Grenz- und Zollburg zu erreichten, die den Namen des Ortes erhielt.[1]

Törzburg blieb bis 1427 unter ungarischer Herrschaft. Die Burg wurde 1436 erstmals von den Türken belagert. Im Jahr 1498 gelangte sie in den Besitz Kronstadts und überstand 1529 erfolgreich eine Belagerung durch walachische Truppen. Im Jahre 1593 zerstörte selbstentzündendes Schießpulver den Pulverturm. Zwei Jahre später zog der siebenbürgische Fürst Sigismund Báthory mit einer 40.000 Mann starken Armee durch den Ort Törzburg, um Michael dem Tapferen, dem Woiwoden der Walachei, gegen die Türken zu Hilfe zu kommen. Zu einer erneuten erfolglosen Belagerung der Törzburg kam es im Jahr 1600 durch Nicolae Pătrașcu. 1612 wurde sie kampflos Fürst Gabriel Báthory übergeben und 1660 wurde von General Mikes Mihaly erobert. 1789 wurde die Törzburg zum dritten mal erfolglos belagert, durch ein 5000 Mann starkes türkisches Heer.

Im 19. Jahrhundert nahm ihre Bedeutung ab. 1916 fielen rumänische Truppen in Siebenbürgen ein und eroberten die Törzburg. Nach dem Anschluss Siebenbürgens an Rumänien schenkte Kronstadt das Schloss am 1. Dezember 1920 Königin Maria, der Gattin König Ferdinands I., deren Tochter, Prinzessin Ileana, es schließlich erbte. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Rumänien kommunistisch, und der Staat übernahm Schloss Bran. Unter Staatspräsident Nicolae Ceausescu wurde es zur Touristenattraktion ausgebaut, die bis heute jährlich rund 560.000 Besucher anzieht.

Am 26. Mai 2006 erfolgte die Rückgabe des Schlosses an Dominic Habsburg und an seine Schwestern Maria Magdalena und Elisabeth, den Kindern und Erben von Prinzessin Ileana und ihrem Ehemann Anton Habsburg-Lothringen. Dominic Habsburg bot die Törzburg für 80 Millionen US-Dollar dem rumänischen Staat an. Da dieser das Angebot ausschlug, eröffneten die neuen Eigner die Törzburg am 1. Juni 2009 als Museum. Dort sind Objekte und Möbel aus dem Besitz der Familie Habsburg ausgestellt, darunter die Krone, ein Zepter und ein Silberdolch von König Ferdinand. Im Schlossturm wird ein Luxusappartement für Übernachtungen vermietet. Die ursprünglichen Exponate des Schlosses aus seiner Zeit im Staatsbesitz verbrachte das Kulturministerium in ein neues Museum im benachbarten Zollhaus an der ehemaligen Grenze zwischen Österreich-Ungarn und Rumänien.[2].

Seit Mitte 2014 bietet die New Yorker Anwaltskanzlei Herzfeld & Rubin Schloss Bran zum Kauf an. Nach Auskunft dieser Kanzlei ist jedoch kein genauer Kaufpreis festgelegt. Experten schätzen den Wert auf rund 95 Millionen Euro.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte von Schloss Bran
  2. Tageszeitung Allgemeine Deutsche Zeitung für Rumänien, Bukarest, 3. Juni 2009, S. 1: Törzburger Schloss als Museum wiedereröffnet

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Bran – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

45.51744444444425.370894444444Koordinaten: 45° 31′ 2,8″ N, 25° 22′ 15,2″ O