Schloss Großen-Buseck

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Westansicht des Schlosses
Südansicht des Schlosses mit Brücke und Tordurchfahrt
Innenhofansicht des Schlosses
Doppelwappen am Schloss
Ritterfigur mit Trohe Wappen am Schloss

Das Schloss Großen-Buseck oder auch Busecker Schloss ist ein im neugotischen Stil errichtetes Schloss am Ort einer mittelalterlichen Wasserburg in Großen-Buseck, Gemeinde Buseck im mittelhessischen Landkreis Gießen östlich der Universitätsstadt Gießen. Das heutige Schloss liegt auf einer Höhe von 200 Metern über NHN nördlich des Ortskerns in einem eigenen Park.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Wasserburg[Bearbeiten]

Das Schloss hatte eine Wasserburg als Vorgänger. Sie war ab dem 14. Jahrhundert hessisches Lehen.

Die Burg war ein Herrschaftssitz der von Trohe im Ort. Sie bildeten mit den von Buseck eine Ganerbschaft, die unter anderem die Busecker Ortsteile (mit Ausnahme von Trohe) umfasste und die Herrschaft des Busecker Tals bildete, eines im 13. Jahrhundert wahrscheinlich durch Kaiser Friedrich II. vergebenen Reichslehens.[1]

Die Burg wurde wohl erstmals urkundlich 1355 [2], erwähnt. Die Familie Schutzbar genannt Milchling ließ auf der quadratischen Anlage 1580 einen Schlossbau errichten. Von der alten Anlage selbst sind nur die Keller, als Tonnengewölbe angelegt, in das Schloss integriert worden. Um die Burg sind noch die trockengelegten Gräben zu erkennen. Die jetzige Toreinfahrt war vermutlich auch der frühere Zugang zur Burg.

Die Anlage ist heute Sitz der Gemeindeverwaltung Buseck und Mittelpunkt des kommunalen Lebens.

Das Schloss[Bearbeiten]

1784 mussten die Besitzer das Schloss wegen wirtschaftlichen Schwierigkeiten ihren Gläubigern überlassen. Ende 1785 ersteigerte die Gemeinde Großen-Buseck das umliegende Gut nebst Schloss für 35.000 Gulden, kam jedoch nicht in den Besitz. Die Regierung von Hessen-Darmstadt versagte wegen des Lehensrechts den Verkauf und für das gleiche Geld ging die Konkursmasse ein weiteres Jahr später an eine Freiin Elisabetha Dorothea von Zwierlein, belehnt von Landgraf Ludwig IX. von Hessen-Darmstadt. Ihre Enkelin heiratete 1829 Freiherr Friedrich von Nordeck zur Rabenau. Sie, Freiin Ernestine von Nordeck zur Rabenau geb. von Zwierlein, ließ 1860 das Schlossgebäude im jetzigen neugotischen Stil erbauen und ersuchte auch das Großherzogtum Hessen um unentgeltliche Verwandlung ihres Lehens zu Großen-Buseck in freies Eigentum.[3]

Die Gemeinde erwarb 1976 dann doch noch Schloss nebst Park und Gutshof. Zwei Jahre später fiel (nach Bildung der Gemeinde Buseck durch die Gebietsreform in Hessen am 1. Januar 1977) der Beschluss zum Erhalt von Schloss und Park und nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten konnte 1981 die Gemeindeverwaltung einziehen.

Heute wird allgemein von vier Adelssitzen ausgegangen, wobei Zuordnungen sich zur Literatur widersprechen.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hessendienst der Staatskanzlei (Hrsg.): Schlösser, Burgen, alte Mauern. Hessendienst der Staatskanzlei, Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0, S. 68–69.
  • Rudolf Knappe: Mittelalterliche Burgen in Hessen. 800 Burgen, Burgruinen und Burgstätten. 3. Auflage. Wartberg-Verlag, Gudensberg-Gleichen 2000, ISBN 3-86134-228-6, S. 303.
  • Elke Noppes, Ilse Reinholz-Hein, Albrecht Kaul, Peter Kreuter, Herbert Lied: Das Schloß in Großen-Buseck. Geschichte eines adligen Burgsitzes. Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-930612-15-1.
  • Elke Noppes, Ilse Reinholz-Hein: Die Turmburg in Großen-Buseck, genannt Der Perch. Schriftenreihe des Heimatkundlichen Arbeitskreises Buseck: Sonderheft, Buseck 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Großen-Buseck – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. bei Noppes u. a.: Das Schloß in Großen-Buseck. Geschichte eines adligen Burgsitzes, Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-930612-15-1
  2. Im Lehenseid bekunden die Gebrüder Johann, Erwin und Hermann, Söhne des Johann v. Trohe den Eid gegenüber dem Landgrafen Heinrich II. von Hessen: dass ihm und dessen Erben von dem Haus zu Großen-Buseck, das sie von ihm als Mannlehen innehaben, kein Schaden mehr entsteht. Sollte der Landgraf davon dennoch geschädigt werden, so wollen sie nach dem Urteil je zweier Schiedsrichter beider Seiten Schadensersatz leisten. Auch soll diese Burg dem Landgrafen auf Erfordern offenstehen. Hessisches Staatsarchiv Darmstadt: Bestandsnummer B 14 Nr. NACHWEIS
  3. Hessisches Staatsarchiv Darmstadt: Bestandsnummer O 8 Nr. 399.
  4. vgl. Ortsteil Großen-Buseck auf www.buseck.de

50.610958.787712Koordinaten: 50° 36′ 39″ N, 8° 47′ 16″ O