Schloss Kremsegg

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Schloss Kremsegg heute

Schloss Kremsegg ist ein Schloss im Ortsteil Kremsegg der oberösterreichischen Gemeinde Kremsmünster.

Geschichte[Bearbeiten]

Burg Kremsegg nach Georg Matthäus Vischer von 1674

Ab dem 13. Jahrhundert diente der befestigte Ort „Crembseck“ der Kremstaler Bevölkerung als Zufluchtsstätte, Burgherr war die Familie von Roth. 1464 ging die Burg durch die Heirat Barbara Rothins mit Andreas Grünthaler in den Besitz der Adelsfamilie Grünthaler über. Um 1600 entstand dort auch das lokalgeschichtlich bedeutende „Haushaltungsbüchl der Grünthaler“. Die protestantischen Grünthaler wurden im Zuge der Gegenreformation gezwungen, das Land zu verlassen. 1627 erwarb dann Anton Wolfradt, der Abt des nahe gelegenen Stift Kremsmünster das Anwesen mit seiner Grundherrschaft. Der Umbau zu einem Schloss erfolgte im Auftrag seiner Nachfolger ziemlich sicher durch Jakob Prandtauer.

1848 verkaufte der Stift das Schloss, das in der Folgezeit viele Besitzerwechsel erlebte.

Im Jahre 1929 kam das Schloss in den Besitz der Gräfin Kinsky. Nach dem Tod der Baronin Therese Kinsky im Jahre 1973 verkaufte ihr Cousin und Adoptivsohn Graf Cernyn 1976 das Schloss an die Familie Lutzky. Das Schloss und die zugehörigen Parkanlagen wurden aufwändig restauriert und neu strukturiert. Im Schloss wurde ein Fahrzeugmuseum eingerichtet, in dem Autos und Motorräder ausgestellt waren. 1996 übernahm der Trägerverein Musica Kremsmünster das Schloss und im selben Jahr wurde die erste Musikinstrumentenausstellung eröffnet. Die Oldtimersammlung wurde an das Oldtimer Museum Kröpfl in Hartberg in der Steiermark verkauft.

Architektur[Bearbeiten]

Von der Straße Kremsmünster - Bad Hall zweigt der Zugangsweg zu dem Torbau von Schloss Kremsegg ab. Zu dem Schloss führt eine Allee, die vor einem Querbau, der vor dem eigentlichen Schloss steht, führt. Oberhalb des Tores ist das Wappen des Abtes Anton Wolfradt angebracht, der 1631 Fürsterzbischof von Wien wurde. Durchschreitet man die gewölbte Tordurchfahrt, so gelangt man zu einem kleinen Platz vor dem Schloss. Inmitten des Platzes befindet sich eine Brunnen mit einer jagdhornblasenden Jägerfigur mit einem Hund.

Das Schloss ist ein zweigeschossiger und vierflügeliger Bau. Der Torzugang wird von einem mächtigen Mittelrisalit gebildet, der den Rest eines 1803 abgetragenen Turms darstellt. Der Querbau ist auf der linken Seite durch eine niedrige Mauer und auf der rechten mit einer höheren Mauer verbunden, wobei letztere durch ein schmiedeeisernes Tor zu einem Park führt.

Der Schlosshof ist mit Arkaden ausgestaltet, wobei diese im ersten Stock verglast sind. Zu beiden Seiten des Eingangstores sind Aufgänge zu diesen Arkaden. Eine Sonnenuhr schmückt eine Seite des Gevierts.

Musikinstrumentenmuseum[Bearbeiten]

Seit 1996 beherbergt das Schloss das Musikinstrumentenmuseum Schloss Kremsegg eine große Sammlung an Musikinstrumenten. Den Grundstock bildet die Sammlung mit über 1200 Blechblasinstrumenten vom Trompeter Franz Xaver Streitwieser, dessen Gattin Katherine diese Sammlung aus familiären Vermögenswerten (General Motors) finanzierte. Die Sammlung war bis zu ihrem Ableben in den USA und wurde aufgrund ihrer testamentarischen Verfügung nach Bayern bzw. dann 1996 nach Oberösterreich verlagert.[1] 2001 stellte Prof. Paul Badura-Skoda Teile seiner großen Klaviersammlung als Leihgabe dem Museum zur Verfügung und 2007 konnte die Hornsammlung von Prof. Hans Pizka übernommen werden. Es werden vier Dauerausstellungen gezeigt:

  • eine umfangreiche Sammlung an Blechblasinstrumenten (seltene und historisch besondere Blasinstrumente aus der ganzen Welt)
  • eine herausragende Kollektion von Klavieren (Präsentation von spielbar restaurierten Instrumenten)
  • eine Ausstellung über Franz Schubert, der sich zeit seines Lebens belegte drei mal in Kremsmünster aufhielt
  • eine Ausstellung über Friedrich Gulda, dessen Nachlass vom Trägerverein des Museums „Musica Kremsmünster“ archiviert wird

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Erich Baumert, Georg Grüll: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Band 2: Innviertel und Alpenvorland. Birken-Verlag, Wien 1985, ISBN 3-85030-049-3 (formal falsche ISBN).
  •  Norbert Grabherr: Burgen und Schlösser in Oberösterreich. Ein Leitfaden für Burgenwanderer und Heimatfreunde.. 3. Auflage. Oberösterreichischer Landesverlag, Linz 1976, ISBN 3-85214-157-5.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte des Musikinstrumentenmuseums Schloss Kremsegg

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Kremsegg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

48.05444444444414.145555555556Koordinaten: 48° 3′ 16″ N, 14° 8′ 44″ O