Schloss Pottendorf

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Pottendorfer Schloss im September 2011 - ein Schloss, das dem Verfall preisgegeben ist.
Schlosskapelle Pottendorf

Schloss Pottendorf war ein bis nach 1945 bedeutendes Wasserschloss in der niederösterreichischen Gemeinde Pottendorf.

Das Schloss Pottendorf wurde 1130 erstmals urkundlich mit Rudolf von Pottendorf erwähnt und dürfte kurz vorher erbaut worden sein.

Geschichte[Bearbeiten]

Die ursprünglich romanische Anlage wurde gotisch und dann vor allem barock überformt, die zunächst freistehende, im Wesentlichen spätgotische Kapelle wurde 1519 mit dem Hauptbau verbunden. Das dreistöckige Wasserschloss wies einen nahezu quadratischen Hof auf. 1737–38 kam es zur Einbeziehung der beiden mächtigen romanischen Ecktürme und des Torturms aus dem 13. Jahrhundert. Über dem Rundbogenportal sieht man bis heute das Wappen der langjährigen Besitzerfamilie Esterházy.

Der Schlosspark war einst einer der bedeutendsten Landschaftsgärten in Niederösterreich. Er wird von der Fischa durchflossen.

Verfall[Bearbeiten]

Das Schloss, das die Türkenkriege unbeschädigt überstanden hatte, diente im Zweiten Weltkrieg als Lazarett der deutschen Luftwaffe und danach in gleicher Funktion der russischen Besatzungsmacht. Es erhielt 1944 einen an sich kleineren Bombentreffer, der aber für den darauf folgenden Verfall durch Plünderungen und Devastierung Auslöserwirkung gehabt haben dürfte. Mit entscheidend dürfte eine Unfalltragödie in der Besitzerfamilie gewesen sein, die das Schloss 1955 zurückerhielt, dem gefährdeten Gebäudekomplex in der Folge aber keine größere Aufmerksamkeit schenkte. 1967 kam es zwar noch zur Neueindeckung der Türme und der Kapelle durch Schwiegersohn Manfred Schönborn, bald danach stürzte aber der Dachstuhl des Wohntraktes ein, das Schloss wurde dem Verfall preisgegeben.

Bis 2006 war der Park völlig verwildert und daher gesperrt, die Dächer sind eingebrochen. Auch die Kapelle ist weitgehend zerstört.

2006 erwarb die Gemeinde Pottendorf Ruine und Schlosspark von Katalin Landon, geb. Esterházy.[1] Die Kaufsumme für den 211.000 m² großen Park samt Schlossruine, Mühle und Jägerhaus betrug nach den Medienberichten 600.000 Euro. Eine Nebenvereinbarung beinhaltet eine Abschlagszahlung an die Verkäuferin, falls in den nächsten 25 Jahren die Gemeinde Teile des Schlossparks in Bauland umwidmen sollte.

Nachdem die Gemeinde den Park erwerben konnte, wurde ein Sanierungskonzept entworfen und mit Unterstützung aller dafür notwendigen Behörden umgesetzt. Der Park ist mittlerweile soweit saniert worden, dass er am 15. August 2009 wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden konnte. Die Eröffnung fand unter großer Anteilnahme der Bevölkerung statt (geschätzt mehr als 1000 Besucher). Die Zukunft des Schlosses selbst ist noch ungewiss.

Literatur[Bearbeiten]

Portal der Schlossruine (2011)
  • Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs: Niederösterreich südlich der Donau. Teil 2. M bis Z. Pottendorf. Schlossruine Pottendorf. Bundesdenkmalamt (Hrsg.), Verlag Berger, Horn/Wien 2003, ISBN 3-85028-365-8, Seiten 1714ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Pottendorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schloss Pottendorf gehört den PottendorferInnen In: Monatsrevue, Heft 9, 2006.

47.911516.3844Koordinaten: 47° 54′ 41″ N, 16° 23′ 4″ O