Schloss Rheydt

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Dieser Artikel beschreibt das Renaissance-Schloss. Zum gleichnamigen Stadtteil siehe Schloss Rheydt (Mönchengladbach).

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Schloss Rheydt
Schloss Rheydt Herrenhaus Sued.jpg
Entstehungszeit: 1180, 1558–1570 (Umbau zum Renaissanceschloss)
Ort: Mönchengladbach
Geographische Lage 51° 10′ 55,2″ N, 6° 28′ 56,8″ O51.1820083333336.4824416666667Koordinaten: 51° 10′ 55,2″ N, 6° 28′ 56,8″ O
Schloss Rheydt (Nordrhein-Westfalen)
Schloss Rheydt

Das Schloss Rheydt ist das besterhaltene Renaissance-Schloss am Niederrhein und neben dem Münster und der Neuwerker Klosterkirche (1180 erstmals urkundlich erwähnt) das bedeutendste Baudenkmal Mönchengladbachs im gleichnamigen Stadtteil.

Geschichte[Bearbeiten]

Ursprung[Bearbeiten]

Grabungsfunde deuten auf einen hölzernen Ursprungsbau aus der Zeit vor der ersten Jahrtausendwende, wahrscheinlich eine Motte. Erstmals urkundlich erwähnt wird das Schloss im Jahr 1180, als der Kölner Erzbischof Philipp von Heinsberg die Lehnsrechte von den nicht näher bezeichneten Herren von Rheydt erwirbt.

Renaissance[Bearbeiten]

Schloss Rheydt um 1582 vom berühmten Kartographen Mercator
Modell von Schloss Rheydt mit dem Bauzustand um 1600
Erste Landkarte mit Schloß Rheydt (Reyd) in alter oder fehlerhaft vermutete, westlicher Lager zur Niers, und nicht zu verwechseln mit dem Dorf Rheydt, was mit Giesenkirchen (Gysenkyrchen) verwechselt wurde (1573)

Das heutige Aussehen der dreiteiligen Anlage (Torburg, Vorburg, Haupthaus) geht im Wesentlichen auf Baumaßnahmen aus den Jahren 1558–1570 zurück. Der damalige Schlossherr Otto von Bylandt hatte Maximilian Pasqualini (1534–1572), Sohn des italienischen Baumeisters Alessandro Pasqualini, damit betraut. Ähnlich der von seinem Vater entworfenen Zitadelle Jülich errichtete er eine Wallanlage mit Torburg, Bastionen und Kasematten, die von einem durch die Niers gespeisten äußeren Wassergraben umgeben war. Nach innen folgt ein zweiter, innerer Wassergraben, der Vorburg und Haupthaus umgab. Dieses Herrenhaus gestaltete Pasqualini als repräsentatives Wohngebäude im Stil der italienischen Renaissance mit niederländischen Einflüssen, wie sich noch heute am Figurenschmuck der Fassade und der Inneneinrichtung mit Kaminen, Fliesen, Wand- und Deckenmalereien zeigt. Zerstörungen und Umbauten hielten sich seither in Grenzen, so dass die Anlage gut erhalten ist.

1940 wurde im Auftrage von Joseph Goebbels Umbauarbeiten zu einem Gästehaus nach den Plänen von Emil Fahrenkamp durchgeführt.[1]

Heute[Bearbeiten]

Herrenhaus mit Loggia

Nach einer umfangreichen Restaurierung ermöglicht durch die Otto von Bylandt - Gesellschaft von 1988–1993 ist Schloss Rheydt heute größtenteils für Besucher zugänglich, einschließlich der Wallanlage und Teilen der Kasematten. Nachdem die Stadt Rheydt das Schloss 1917 erworben hat, beherbergt es seit 1922 das Städtische Museum Schloss Rheydt und zeigt seine umfangreiche Sammlung von Kunst- und Kulturgegenständen der Renaissance- und Barockzeit sowie zur Textilgeschichte Mönchengladbachs. Das Gemälde von Johann Heinrich Fischer: Otto Friedrich von Quadt mit seinem Baumeister Matthieu Soiron und Schloss Wickrath im Hintergrund aus dem Jahr 1773 gehört seit 2001 zum Bestand.[2] In der Vorburg finden im mehrmonatigen Wechsel Ausstellungen mit thematischem Bezug zur lokalen Geschichte statt, zum Beispiel Hugo Junkers – Leben und Werk im Sommer 2004.

Im Jahre 1978 erhielt es vom European Museum Forum die Auszeichnung Europäisches Museum des Jahres.

Eine Briefmarke und eine Postkarte mit Schloss Rheydt als Motiv erschien am 14. November 1979 für die Gebiete Deutsche Bundespost und Deutsche Bundespost Berlin, aus der Dauermarkenserie Burgen und Schlösser mit der Wertstufe 60 Pfennig.

Literatur[Bearbeiten]

  • Otto von Bylandt-Gesellschaft (Hrsg.): Rheydter Jahrbuch für Geschichte, Kunst und Heimatkunde. Mönchengladbach 1994 (Bd. 21) ISBN 3-925256-40-7
  • Christiane Zangs, Carsten Sternberg, Ruth Kaiser: Schloß Rheydt und andere Orte. Städtisches Museum Schloß Rheydt, Mönchengladbach 1996, ISBN 3-925256-46-6
  • Ludger Fischer: Die schönsten Schlösser und Burgen am Niederrhein. Gudensberg-Gleichen 2004, ISBN 3-8313-1326-1.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Portal Rheinische Geschichte, abgerufen am 7. Februar 2013
  2. Otto Friedrich von Quadt mit seinem Baumeister Matthieu Soiron und Schloss Wickrath im Hintergrund

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Rheydt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien