Schloss Schlettau

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Schloss Schlettau

Das Schloss Schlettau in der gleichnamigen Stadt Schlettau an der Zschopau ist eines der wichtigen Baudenkmale an der alten Salzstraße im oberen Erzgebirge. Es liegt zugleich an der vom alten Bergbau geprägten Silberstraße, die von Schwarzenberg in Richtung Dresden führt. Nach vollständiger Restaurierung bis 2006 ist es heute ein Museum und Kulturzentrum.

Geschichte[Bearbeiten]

Das älteste Gebäude des historischen Ensembles, das heutige Schloss, geht auf einen im 14. Jahrhundert im gotischen Stil erbauten Palas zurück. Es wurde um 1900 mit neogotischen Elementen restauriert. Das Herrenhaus besteht aus einem Renaissance-Mittelteil (ca. 1620) und zwei barocken Flügeln (Anfang 18. Jahrhundert). Es ist von weiteren historischen Gebäuden umgeben.

Im 13. Jahrhundert war der kleine Adelssitz der Reichsministerialen von Crimmitschau Ausgangspunkt von Besiedlungen im oberen Erzgebirge. Im 14. Jahrhundert wurden die Adligen von Schönburg-Crimmitschau von König Karl IV. mit der Herrschaft aus Stadt und fünf Dörfern belehnt. Von 1413 bis 1536 gehörte sie zur ZisterzienserAbtei Grünhain, deren Äbte um 1500 den Palas zum Schloss ausbauten. Im 16. bis 18. Jahrhundert war das Schloss Zentrum kurfürstlicher Jagden und Sitz einer Oberforst- und Wildmeisterei. Von 1814 bis 1923 waren die Gebäude Teil einer Spinnmühle und später einer Landmaschinenfabrik. 1931 wurde es Eigentum der kleinen Stadt Schlettau. Seit 1995 wurden die historischen Gebäude unter Federführung eines Fördervereins restauriert und werden heute von diesem verwaltet und genutzt.

Anlage[Bearbeiten]

Im Schlosspark von Schlettau

Das Schloss und sein Herrenhaus sind von einem romantischen Park mit zwei Teichen umgeben. In den Museumsräumen wird die Geschichte des Baudenkmals und der Region mit zum Teil lebendigen Präsentationen dargestellt. Ein Zentrum für Wald- und Wildgeschichte erinnert an die Zeit der Oberforstmeister im Schloss und motiviert zum Schutz der Natur. In Schauwerkstätten wird die reiche Tradition der Posamenten- und die Kräuterlikörherstellung im Erzgebirge vermittelt. Die „Sammlung erzgebirgischer Landschaftskunst“ bietet eine einzigartige Kollektion von Bildern und Grafiken vom schönen Erzgebirge. Das vielfältige Kulturangebot umfasst die Reihe „Musik und Literatur im Rittersaal“, das Festival „2000 + 1 Nacht“ und weitere Veranstaltungen, insbesondere zur Weihnachtszeit. Im Rittersaal finden Trauungen statt, im Weinkeller historische Gastronomie. Einige Räume werden für private oder betriebliche Veranstaltungen vermietet.

Literatur[Bearbeiten]

  • Dieter Rausendorff (Hrsg.): Zur Geschichte des Schlosses Schlettau. Förderverein Schloss Schlettau, 2000ff
  1. Manfred Richter, Joachim Mehnert: Kurze Chronik. 2000. 31 S.
  2. Manfred Richter: Wegkastell und Besiedlung. 2009, 20 S. (Neuaufl.)
  3. Manfred Richter: Die Schönburger in Schlettau. 2002, 31 S.
  4. Manfred Richter: Die Grünhainer Periode. 2002, 32 S.
  5. Joachim Mehnert, Grit Lommatzsch: Zentrum von Jagd und Forst. 2003, 24 S.
  • Dieter Rausendorff: Zur Geschichte und Restaurierung des Schlosses Schlettau. In: Burgenforschung aus Sachsen. Beiträge zur Burgenforschung im Freistaat Sachsen und angrenzender Gebiete, Bd. 17 (2004), Heft 1, S. 98–114.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Schlettau – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

50.56088888888912.951638888889Koordinaten: 50° 33′ 39″ N, 12° 57′ 6″ O