Schloss Schwansbell (Lünen)

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Schloss Schwansbell, Eingangsbereich
Schloss Schwansbell bei Nacht, Wasserseite

Das Schloss Schwansbell in Lünen ist ein altes westfälisches Wasserschloss, dessen Wassergraben jedoch nicht das Schloss selbst umschließt, sondern eine Garten-Insel, auf der ursprünglich eine kleine Burg stand.

Etwa drei Kilometer außerhalb des Ortskerns gelegen, hat Schloss Schwansbell eine wechselvolle Vergangenheit. Bis 1998 war das ehemalige Hochbauamt der Stadt Lünen darin untergebracht, nach dem Zweiten Weltkrieg zeitweise eine Art Lazarett, danach auch als Jugend-/Waisenhaus. Jahrzehntelang war die Standsicherheit des Schlosses wegen des Bergbaus der benachbarten Zechen und wegen des in unmittelbarer Nachbarschaft verlaufenden Datteln-Hamm-Kanals fraglich.

Das Schloss wurde in seiner heutigen Form in den Jahren 1872 bis 1875 von Wilhelm von Westerholt mit zwei achteckigen Türmen errichtet. Zuvor wurde es nachweislich seit 1187 als Rittersitz der Herren von Schwansbell genutzt. Im Zuge der Eingemeindung des Ortsteiles Horstmar erwarb 1929 die Stadt Lünen das Schloss, das 1934 der Hitlerjugend diente. Später wurden die Gebäude als Waisenhaus genutzt.

Im Zweiten Weltkrieg diente das Gebäude als Unterkunft der fliegenden Besatzungen des naheliegenden Fliegerhorstes Dortmund.

Der ehemalige Bauunternehmer und „Burgenkönig“ Herbert Hillebrand erwarb das Schloss 1982 für seine Tochter Adriana von der Stadt Lünen und ließ es restaurieren.

Bis zum November 2004 war das davor gelegene Wirtschaftsgebäude gastronomisch genutzt; es beherbergte ein Restaurant, das im Guide Michelin ehedem mit einem Stern ausgezeichnet war. Der ehemalige Restaurantinhaber und Sterne-Koch Franz L. Lauter wirkt seither im Schloss Nordkirchen.

Nach einem Umbau ist Schloss Schwansbell nun in Mietwohnungen und Büroräume aufgeteilt.

Zum 1. November 2008 wurde die Liegenschaft von Hillebrand an das in Geffen (Niederlande) angesiedelte Unternehmen Initium Germania I C.V. verkauft.

In dem seitlichen Wirtschaftsgebäude befindet sich das Museum der Stadt Lünen.

Der Schlosspark ist, im Gegensatz zur kleinen Garten-Insel, der Öffentlichkeit zugänglich und ein beliebter Spazierweg Lünens. Er beherbergt außerdem ausgefallene Baumarten aus dem Osten Nordamerikas und Südosteuropas, wie den Trompetenbaum, den Christusdorn, Robinien oder den Tulpenbaum.

Das Schloss steht unter Denkmalschutz.

Literatur[Bearbeiten]

  • Krüger, Christina: Schloss Schwansbell. In: Ministerium für Bauen und Verkehr des Landes NRW / Landschaftsverband Westfalen-Lippe (Hrsg.): Burgen AufRuhr. Unterwegs zu 100 Burgen, Schlössern und Herrensitzen in der Ruhrregion. Redaktion: Kai Niederhöfer. Essen: Klartext Verlag, 2010, S. 360-362

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Schwansbell – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

51.6034361111117.5372222222222Koordinaten: 51° 36′ 12″ N, 7° 32′ 14″ O

Der Name Schwansbell war ursprünglich "Svanasbugila" Es ist ein altnordischer Begriff und die Übersetzung ist Der "Wohnsitz der Schwäne" Schloß Schwansbell war eine Wasserburg, was heute nicht mehr zu erkennen ist. Literatur : Siehe Eintragungen im "Kloster Werden"