Schloss Sigmundskron

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Schloss Sigmundskron
Das Schloss Sigmundskron

Das Schloss Sigmundskron

Alternativname(n): ursprünglich Formicaria
ital.: Castel Firmiano
Entstehungszeit: vor 945
Burgentyp: Festungsanlage
Erhaltungszustand: Ruine
Ort: Bozen
Geographische Lage 46° 28′ 49″ N, 11° 18′ 19″ O46.48027811.305278Koordinaten: 46° 28′ 49″ N, 11° 18′ 19″ O
Schloss Sigmundskron (Südtirol)
Schloss Sigmundskron

Schloss Sigmundskron ist eine ausgedehnte Burg- und Festungsanlage bei Bozen in Südtirol. Die Ruine beherbergt heute das vierte Bergmuseum des Südtiroler Extrembergsteigers Reinhold Messner. Am 9. Juni 2006 wurde das MMM (Messner Mountain Museum Firmian) in der spätmittelalterlichen Festungsanlage eröffnet.

Geschichte[Bearbeiten]

Die erste geschichtliche Erwähnung unter dem Namen Formicaria (später Formigar) stammt aus dem Jahre 945.[1] Kaiser Konrad II. übergab sie 1027 dem Bischof von Trient. Im 12. Jahrhundert wurde sie Ministerialen übergeben, die sich von da an von Firmian nannten. Um 1473 kaufte der Landesfürst von Tirol, Herzog Sigmund der Münzreiche, die Burg, benannte sie in Schloss Sigmundskron um und ließ sie so ausbauen, dass sie Feuerwaffen standhalten konnte. Von der alten Burg Formigar blieben nur noch relativ kleine Reste erhalten, größtenteils auf dem höchsten Punkt des Festungsterrains rund um die Burgkapelle St. Blasius und Ulrich von Augsburg gelegen. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten musste Sigmund die Burg bald darauf verpfänden. In der Folge verfiel die Anlage zunehmend.

Sigmundskron, andere Ansicht

Ende des 18. Jahrhunderts gehörte die Burg den Grafen Wolkenstein, 1807 bis 1870 den Grafen von Sarnthein, danach bis 1994 den Grafen Toggenburg. 1976 wurde die Halbruine von einer Gastwirtsfamilie teilweise restauriert und ein Gastbetrieb eröffnet. 1996 ging das Schloss in den Besitz der Provinz Bozen über. Im Frühjahr 2003 erhielt Reinhold Messner nach vielen Diskussionen eine Konzession für die Benutzung der Anlage für ein seit langem geplantes Bergmuseum.

Bei Bauarbeiten wurde im März 2006 ein jungsteinzeitliches Grab entdeckt, in dem Skelettreste einer Frau gefunden wurden. Das Alter des Grabes wird auf 6000 bis 7000 Jahre geschätzt.

Sigmundskron als Symbol der Autonomiebestrebung[Bearbeiten]

Die Festungsanlage ist ein wichtiges politisches Symbol für die Südtiroler: 1957 fand hier unter der Führung von Silvius Magnago die größte Protestkundgebung in der Geschichte des Südtiroler Teiles der Region Trentino-Südtirol statt. Über 30.000 Südtiroler versammelten sich in der Burganlage, um gegen die Nichteinhaltung des Pariser Abkommens zu protestieren und die Freiheit für Südtirol zu fordern („Los von Trient“).[2]

Fotogalerie[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Liutprandi antapodis V, Kap. 26, hrsg. von A. Bauer und R. Rau, in: Ausgewählte Quellen zur deutschen Geschichte des Mittelalters, Bd. 8, Darmstadt: Wiss. Buchgesellschaft, 1971, S. 474.
  2. Margareth Lun: Der Tag von Sigmundskron: eine Kundgebung macht Geschichte – 17. November 1957, Bozen 2007 (mit Foto-Dokumentation).

Literatur[Bearbeiten]

  •  Leo Andergassen, Helmut Stampfer: Schloss Sigmundskron: Bischofsburg und landesfürstliches Bollwerk (= Burgen. 11). Schnell und Steiner, Regensburg 2014, ISBN 978-3-7954-2608-8.
  • Viktor Malfèr: Schloß Sigmundskron. Ferrari-Auer, Bozen 1985 (3. Auflage)
  • Helmut Stampfer: Die alte Burgkapelle von Sigmundskron: in memoriam Nicolò Rasmo († 1986). In: Arx, 10, 1988, S. 319–323
  • Werner Tscholl: Revitalisierung Sigmundskron: von Riesenfestung zum Bergmuseum. In: Arx, 32, 2010, S. 3–6

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Sigmundskron – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien