Schloss Spycker

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Schloss Spyker aus der Luft
Schloss Spyker
Schloss Spyker um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Gut und Schloss Spy(c)ker liegen in der Gemarkung der Gemeinde Glowe im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland). Schloss Spycker gilt als ältester Profanbau der Ostseeinsel.

Erstmals erwähnt wurde Spycker 1318. Es gehörte damals der Stralsunder Patrizierfamilie von Külpen. 1344 heiratete eine Tochter aus dem Hause von Külpen in die Familie von Jasmund ein. So wurde der spykersche Zweig derer von Jasmund begründet, der aber 1648 kinderlos ausstarb.

Das Schloss ist ein rechteckiger, dreigeschossiger verputzter Backsteinbau aus dem 16. Jahrhundert. Auffallend sind die vier runden Ecktürme, die das Gebäude heute noch burgartig aussehen lassen.[1]

Als ein Ergebnis des Dreißigjährigen Krieges fiel Pommern, und damit auch Rügen, durch den Westfälischen Frieden 1648 an Schweden. Als Dank für seine Kriegsverdienste belehnte Königin Christine von Schweden 1649 den schwedischen Reichsadmiral und -marschall und späteren Generalgouverneur von Schwedisch-Pommern, Carl Gustav Wrangel, mit dem nun freigewordenen Besitz von Spycker. Die ursprünglich mit einem Wehrgraben umgebene Burg wurde ab 1650 zum heutigen Renaissanceschloss umgestaltet und mit dem für Rügen untypischen, schwedischen Falunrot gestrichen. In der Beletage wurden um 1652 die im baltischen Raum einmaligen, vollplastischen Stuckdecken angebracht.

Nach dem Tod von Carl Gustav Wrangel im Schloss Spyker ging der Besitz 1676 an seine Tochter Eleonore-Sophia, Gemahlin des Herrn zu Putbus. 1687 starb Eleonore-Sophia, und der Besitz ging an das schwedische Geschlecht der Brahes, mit denen ihre ältere Schwester durch Heirat verbunden war. Nach der Besetzung durch die napoleonischen Truppen 1806/07 wurde Spycker vorübergehend Sitz des französischen Gouverneurs für Rügen. 1815 kam das bis dahin schwedische Rügen zu Preußen. Magnus Fredrik Brahe verkaufte im Jahr 1817 Spycker und es kam in den Besitz des Fürsten Wilhelm Malte I. zu Putbus.[2]

Bis zur Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone im Jahre 1945 blieb das Gut im Besitz derer von Putbus. In den folgenden Jahren war das Schloss dem Verfall preisgegeben. Seit den 1960er Jahren bis 1989 wurde im Schloss ein Gewerkschaftserholungsheim des FDGB betrieben.

Von 1965 bis 1968 wurde das Schloss auf Betreiben der Schweriner Denkmalpflege umfassend renoviert. Besonders die kostbaren Barockstuckdecken „Die Jahreszeiten“ im Obergeschoss und die zwei handgeschnitzten Eichentüren im Erdgeschoss wurden aufwendig instand gesetzt.[3] Seit 1990 wird das Schloss als Hotel genutzt und 1995 wurde es nach historischen Vorlagen restauriert. Das Hotel bietet 32 Gästezimmer.

Im März 2006 wechselte das Schloss, sowie das etwa 67.000 Quadratmeter große Grundstück bei einer Zwangsversteigerung den Besitzer. Der Käufer war der Architekt Dominik von Böttinger, der neben dem weiteren Hotel- und Gaststättenbetrieb das Schloss auch in ein Kulturzentrum mit Ausstellungen, Konzerten, Lesungen sowie mit Skulpturenpark umwandeln will.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lehmann/Meyer, „Rügen A-Z“, Wähmann-Verlag, Schwerin, 1976, S. 82
  2. Hubertus Neuschäffer: Vorpommerns Schlösser und Herrenhäuser. Husum Druck- und Verlagsgesellschaft 1993, S. 186, ISBN 3-88042-636-8
  3. Lehmann/Meyer, „Rügen A-Z“, Wähmann-Verlag, Schwerin, 1976, S. 82

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Spyker – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

54.55694444444413.513611111111Koordinaten: 54° 33′ 25″ N, 13° 30′ 49″ O