Schloss Walpersdorf

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Schloss Walpersdorf

Das Schloss Walpersdorf befindet sich im Ortsteil Walpersdorf der niederösterreichischen Gemeinde Inzersdorf-Getzersdorf, Bezirk Sankt Pölten-Land.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Renaissanceschloss wurde 1571 von Hans Ulrich von Ludmanstorf errichtet, welcher aber schon 1572 starb. 1576 kaufte Helmhard VIII Freiherr von Jörger das Anwesen und ließ es erweitern, sein Sohn Helmhard der Jüngere vollendete das Schloss im Jahr 1619. Im Dreißigjährigen Krieg ging das Schloss an Kaiserin Eleonora Gonzaga, welche die Herrschaft Walpersdorf als Liegenschaft zur Versorgung der von ihr gestifteten Loretokapelle in Wien mit jährlich 400 fl. bestimmte.[1] Nach dem Tod der Kaiserin kaufte das Schloss Georg Ludwig von Sinzendorf, der dort das erste planmäßig errichtete Fabriksgebäude Österreichs – eine Seidenspinnerei – errichtete. Nach seinem Tod musste seine verwitwete Ehefrau die Anlage an Ludwig Graf Colloredo-Wallsee verkaufen, welcher sie an seine Tochter Maria Antonia Josefa Montecuccoli vererbte. Nach ihrem Tod gelangte das Erbe 1738 an Camillo Graf Colloredo-Wallsee. Von 1859 bis 1956 gehörte das Schloss der Familie Falkenhayn. Marie Gräfin Falkenhayn vermachte schließlich Walpersdorf zusammen mit anderen Gütern dem Orden der Missionsschwestern vom hl. Petrus Claver. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Schloss schwer beschädigt, jedoch wieder instand gesetzt. Besitzer war bis 2014 nach wie vor der Missionsorden. Da nur mehr ganz wenige Schwestern in Walpersdorf lebten, wurde das Schloss verkauft. Seither beherbergt das Schloss den Interieur Store der Fa. Lederleitner.

Fasanerie[Bearbeiten]

Südwestlicher Eckturm der Fasanerie

In den Jahren 1577 bis 1619 errichtete man rund 800 Meter südöstlich des Schlosses eine Fasanerie. Das große rechteckige Areal ist von einer Mauer umfasst und an den Ecken befinden sich jeweils sechseckige, zweigeschossige Ecktürme mit Zeltdach.[2]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Walpersdorf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Magdalena Hawlik-van de Water, Die Kapuzinergruft. Begräbnisstätte der Habsburger in Wien, 2. Aufl. Wien 1993, S. 71.
  2. Bundesdenkmalamt (Hg.): Dehio-Handbuch. Die Kunstdenkmäler Österreichs. Niederösterreich, südlich der Donau, Teil 2. Verlag Berger, Horn/Wien 2003, Seite 2544, ISBN 3-85028-365-8

48.31305555555615.678333333333Koordinaten: 48° 18′ 47″ N, 15° 40′ 42″ O