Schloss Wolfsgarten

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Luftaufnahme 2008

Schloss Wolfsgarten ist ein ehemaliges Jagdschloss in Langen (Hessen), welches ungefähr 15 km südlich von Frankfurt am Main liegt.

Geschichte[Bearbeiten]

Das Schloss wurde 1722 bis 1724 nach Plänen des Oberbaumeisters Louis Remy de la Fosse durch Landgraf Ernst Ludwig von Hessen-Darmstadt als Jagdschloss errichtet. Es entsprach dem damals gängigen Muster für Jagdschlösser, die durch die von Ernst Ludwig 1709 eingeführte Parforcejagd Hochkonjunktur hatten: ein rechteckiger Hof, um den der Herrenbau, gegenüber die Stallungen und seitlich weitere Gebäude angeordnet waren.

„Prinzessinenhaus“, von Joseph Maria Olbrich

1768 wurde die Parforcejagd abgeschafft, Schloss Wolfsgarten wurde nicht mehr genutzt und verfiel. Erst ab 1834 – der Abriss des Schlosses stand bereits fest – nahm sich Großherzog Ludwig III. der verfallenden Gebäude an. Er ließ die Anlage sorgfältig renovieren, wieder ausstatten und nutzte sie.[1]

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts erfuhr das Schloss umfangreiche Umbauten und der Park wurde gestaltet. Dazu zählt auch das 1902 durch den Architekten Joseph Maria Olbrich für Prinzessin Elisabeth, Tochter des regierenden Großherzogs Ernst Ludwig im Jugendstil erbaute Prinzessinnenhaus (auch „Spielhaus“ genannt). Das Haus und seine gesamte Einrichtung sind so verkleinert, dass sie auf Größe der damals siebenjährigen Prinzessin abgestellt waren. Es ist heute das einzige unverändert erhalten gebliebene Werk von Joseph Maria Olbrich.

Nach Abdankung der Großherzöge von Hessen und bei Rhein im Jahr 1918 war Schloss Wolfsgarten einer der Wohnsitze der ehemaligen großherzoglichen Familie.

Nach dem Fürstlichen Gartenfest im September 2013, wird das Jagdschloss wieder in seinen ursprünglichen Zustand von 1844 (nach einem Gemälde von Ernst August Schnittspahn) versetzt und die Bruchsteinwände wieder mit beiger Farbe verputzt. Diese Maßnahme ist auch bedingt dadurch, dass das anfällige Bruchsteinmauerwerk vor Wind und Wetter geschützt werden muss. Zudem werden die 3000 m² Dächer neu gedeckt und deren hölzernes Tragwerk erneuert.[2]

Besichtigung[Bearbeiten]

Heute befindet sich das Schloss im Eigentum der Hessischen Hausstiftung und ist nicht frei zugänglich. Alljährlich an zwei Wochenenden im Mai zur Rhododendrenblüte und drei Tage im September zum „Fürstlichen Gartenfest“[3] (freitags bis sonntags am dritten Wochenende des Monats) macht das Haus Hessen den Park für Besucher zugänglich. Zudem findet am 1. Mai ein ökumenischer Gottesdienst im Park statt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Hessendienst der hessischen Staatskanzlei (Hrsg.): Schlösser, Burgen, alte Mauern. Wiesbaden 1990, ISBN 3-89214-017-0, S. 225–227.
  • Georg Ulrich Großmann: Mittel- und Südhessen : Lahntal, Taunus, Rheingau, Wetterau, Frankfurt und Maintal, Kinzig, Vogelsberg, Rhön, Bergstrasse und Odenwald. DuMont, Köln 1995, ISBN 3-7701-2957-1 (=DuMont Kunst-Reiseführer), S. 209.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schloss Wolfsgarten – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Rainer Maaß: Die Sehnsucht nach dem Absolutismus. Das Geschichts- und Kunstinteresse Großherzog Ludwigs III. von Hessen und bei Rhein. In: Bernd Heidenreich u.a. (Hrsg.): Kronen, Kriege, Künste. Das Haus Hessen im 19. und 20. Jahrhundert. Frankfurt 2009, S. 84-118 (93ff).
  2. Langener Zeitung (Offenbach Post) vom 2. Juli 2013: „Zurück in die Vergangenheit“
  3. Homepage Fürstliches Gartenfest

49.9802777777788.6388888888889Koordinaten: 49° 58′ 49″ N, 8° 38′ 20″ O