Berlin-Schmöckwitz

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Schmöckwitz
Ortsteil von Berlin
Alt-Treptow Plänterwald Baumschulenweg Oberschöneweide Niederschöneweide Johannisthal Altglienicke Bohnsdorf Grünau Schmöckwitz Friedrichshagen Müggelheim Rahnsdorf Köpenick Adlershof Brandenburg BerlinSchmöckwitz auf der Karte von Treptow-Köpenick
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 22′ 40″ N, 13° 38′ 57″ O52.37777777777813.64916666666734Koordinaten: 52° 22′ 40″ N, 13° 38′ 57″ O
Höhe 34 m ü. NN
Fläche 17,14 km²
Einwohner 4067 (31. Dez. 2013)
Bevölkerungsdichte 237 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahl 12527
Ortsteilnummer 0915
Gliederung
Verwaltungsbezirk Treptow-Köpenick
Ortslagen
  • Karolinenhof
  • Siedlung Schmöckwitz
  • Schmöckwitzwerder
  • Rauchfangswerder

Schmöckwitz [ˈʃmøːkvɪts][1] ist ein Berliner Ortsteil im Bezirk Treptow-Köpenick. Bis zur Verwaltungsreform 2001 war es ein Ortsteil des ehemaligen Bezirks Köpenick. Das ehemalige Fischerdorf ist heutzutage – bedingt durch seine Wasserlage – ein beliebtes Naherholungsziel. Auch die nahen Zeltplätze am Krossinsee und am Zeuthener See ziehen viele Touristen an. Am Ufer des Zeuthener Sees liegt ein Campus der japanischen Teikyō-Universität.

Lage[Bearbeiten]

Luftbild Schmöckwitz'; Blickrichtung in NNW

In Schmöckwitz befindet sich der südlichste Punkt des Bezirks Treptow-Köpenick und somit von Berlin, dieser liegt im Zeuthener See, in der Mitte des länglichen Sees verläuft die Grenze zwischen Berlin und Brandenburg. Das Siedlungsgebiet liegt zwischen Wäldern und Seen. Die alte Ortschaft Schmöckwitz liegt am Zusammenfluss mehrerer Seen, nur erreichbar vom nördlicheren Grünau über die längste Straße Berlins – das Adlergestell – das über die Schmöckwitzer Brücke ins östlichere Schmöckwitzwerder bis zur Wernsdorfer Brücke weiterführt, sowie mit der Straßenbahnlinie 68 von Grünau, die am Ufer der Dahme an Karolinenhof vorbei nach Alt-Schmöckwitz weiterführt.

Die Ortsflur von Schmöckwitz liegt umschlossen von Wald und Wasser, darunter dem Langen See, dem Seddinsee, dem Zeuthener See, vom Großen Zug und dem Krossinsee. Die Kolonien liegen jeweils auf hochwassersicheren Höhenzügen und sind – wie Ausgrabungen zeigten – schon seit Urzeiten bewohnt.

Im Vergleich zu anderen Ortsteilen in Berlin ist Schmöckwitz relativ dünn besiedelt.

Ortsgliederung[Bearbeiten]

  • 09 Bezirk Treptow-Köpenick
    • 0915 Ortsteil Schmöckwitz
      • Ortslage Karolinenhof
      • Ortslage Siedlung Schmöckwitz
      • Ortslage Schmöckwitzwerder
      • Ortslage Rauchfangswerder

Geschichte[Bearbeiten]

Dorfkirche Berlin-Schmöckwitz

Der Ortskern von Schmöckwitz lag ursprünglich auf einer Insel. Auf ihr errichteten Slawen ein Runddorf.[2] Es war unverhuft, weil seine Bewohner Fischer waren. Im Jahr 1375 wurde Schmöckwitz erstmals urkundlich im Landbuch Karls IV. erwähnt, und zwar als Smewitz/Smekewitz (später: Smeckwitz [1542], ab 1652: Schmöckwitz). Der Ursprung des Namens ist slawisch und war wohl zunächst ein Gewässername. Eine mögliche Deutung ist smokowic = ‚Drachenbach‘ oder ‚Schlangenbach‘ wegen des sich schlängelnden Wasserverlaufs um die Insel. Im Landbuch wurden für Smekwitz 15 Häuser von Fischern aufgeführt. Es gab auch Bienenhaltung. Für die deutsche Inbesitznahme, vermutlich um 1230, spricht das Vorhandensein eines Schulzen, der vermutlich für die Lieferung von Fischen und Honig an die Burg Köpenick zu sorgen hatte. Es gab sogar einen Krug.

Bis ins 17. Jahrhundert blieb Schmöckwitz ein kleines Dorf von Fischern und Imkern. Im Dreißigjährigen Krieg wurde 1648 ein großer Teil von Schmöckwitz durch einen Brand zerstört.

Bis 1751 war Schmöckwitz noch eine Insel. 1798/1799 wurde die heutige Dorfkirche auf den Fundamenten eines hölzernen Vorgängerbaus gebaut.

Die Besiedlung von Rauchfangswerder durch den Pächter Martin Barnack fand 1743 statt. 1785 wurde Karolinenhof gegründet: Der Bauer Kersten benannte seinen Hof nach seiner Frau Karoline. Er bewirtschaftete 72 Hektar Land, die die Gemeinde Schmöckwitz gepachtet hatte. 1895 gründete dann der Berliner Bankier Albert Schappach die Terraingesellschaft Carolinenhof und legte dort eine Villenkolonie an.

Ab 1858 werden Ackerland und Handwerker erwähnt, ab 1860 erste Anfänge von Industrie (Leimsiederei und Wattefabrik).

Die Eingemeindung nach Groß-Berlin in den Bezirk Köpenick fand 1920 statt. Im Jahr 1942 wurde das Berliner Reifenwerk im Wald am Adlergestell erbaut; dazu wurde unter anderem ein Teil der im Wald befindlichen Dünen abgetragen, von denen heute nur noch ein paar Reste erhalten sind.

Ab 1919 entstand die Siedlung Schmöckwitz am nördlichen Rand von Eichwalde; hier wurden in erster Linie an heimkehrende Frontsoldaten des Ersten Weltkriegs Acker- und Wohnflächen verteilt.

Der Bau der „Uferbahn“ nach Grünau, der heutigen Straßenbahnlinie 68, wurde zwischen 1911 und 1912 durchgeführt. Seit dem 6. November 1928 fährt die elektrische S-Bahn zwischen der Innenstadt Berlins und dem Bahnhof Grünau, wodurch sich die Verkehrsanbindung verbesserte. Der Anschluss von dort wird durch die bereits erwähnte „Uferbahn“ hergestellt. Den benachbarten Bahnhof Eichwalde, der schon zuvor von dampfbetriebenen Vorortzügen – die vom Görlitzer Bahnhof in Berlin ausgingen – bedient wurde, erreichte die elektrische S-Bahn am 7. April 1951, im Rahmen der Verlängerung des elektrischen Betriebs bis Königs Wusterhausen.

Klima[Bearbeiten]

Der Jahresniederschlag beträgt 534 mm. Der Niederschlag liegt im unteren Drittel der Messstellen des Deutschen Wetterdienstes. Nur acht Prozent zeigen niedrigere Werte an. Der trockenste Monat ist der März; am meisten regnet es im Juni. Im niederschlagreichsten Monat fällt etwa 1,7-mal mehr Regen, als im trockensten Monat. Die jahreszeitlichen Niederschlagschwankungen liegen im unteren Drittel. In nur zehn Prozent aller Orte schwankt der monatliche Niederschlag weniger.

Verkehr[Bearbeiten]

Straßenbahn 68 an der Endhaltestelle Alt-Schmöckwitz
Wagenhalle Schmöckwitz (abgebrannt 2008)

Schmöckwitz und Karolinenhof sind durch die Straßenbahnlinie 68, die „Uferbahn“, die nachts durch den Nachtbus N68 ersetzt wird, an das öffentliche Nahverkehrsnetz angeschlossen. Von der Endhaltestelle der Straßenbahn verkehrt die Buslinie 168 als Zubringer nach Rauchfangswerder. Die Buslinien 733 und deren Verlängerung 734 verkehren außerdem nach Königs Wusterhausen über Wernsdorf und in die andere Richtung über Zeuthen zum Flughafen Schönefeld bzw. zum künftigen Flughafen Berlin Brandenburg. In den Sommermonaten verkehrt eine Fähre von Schmöckwitz zur Halbinsel Krampenburg zu den Zeltplätzen nördlich der Dahme am Großen Zug. Am Dorfanger steht das im wilhelminischen Stil erbaute Straßenbahndepot, das am 30. August 2008 mitsamt der historischen Straßenbahn darin niederbrannte.[3] Sämtliche Linien, ausgenommen die Buslinien 733/734 (RVS LDS) werden von der BVG betrieben.

Die Wagenhalle Schmöckwitz (am Adlergestell) wurde zwischen 1912 und 1926 als Betriebshof der „Uferbahn“ sowie zwischen 1945 und 1948 als provisorischer Betriebshof der BVG betrieben, danach diente er lediglich als Wagenhalle. Bis 2006 wurde das Gelände noch vom Denkmalpflege-Verein Nahverkehr als Werkstatt und Depot für ihre historischen Fahrzeuge genutzt. Heute kann die unter Denkmalschutz stehende Wagenhalle nicht mehr für die historischen Straßenbahnen genutzt werden, da bei der Gleisschleifensanierung in Alt-Schmöckwitz keine Weichen in das Liniennetz eingebaut wurden und somit die Wagenhalle von den Gleisen der Tramlinie 68 abgetrennt ist.

Literatur[Bearbeiten]

Der Berliner Soziologieprofessor Horst Bosetzky setzte Schmöckwitz (und der nach Schmöckwitz führenden Straßenbahnlinie 68) mit seiner mehrbändigen Familiensaga ein literarisches Denkmal.

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Berlin-Schmöckwitz – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Aussprache: Neben Standardlautung wird vorzugsweise der erste Vokal „ö“ lang gesprochen (wie alt Smekewitz)
  2. Nicht zu verwechseln mit einem Rundling, in dem die Häuser giebelständig sind.
  3. Ehemaliges Tram-Depot in Berlin-Schmöckwitz ausgebrannt.