Schmalbandkommunikation

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Der Begriff Schmalband, auch Schmalbandkommunikation, englisch narrow band, wird je nach Zusammenhang im Bereich der Nachrichtentechnik und im Bereich von Internetzugängen mit unterschiedlicher Bedeutung gehandhabt.

Nachrichtentechnik[Bearbeiten]

Im Bereich der Nachrichtentechnik beschreibt der Begriff Schmalband einen Übertragungskanal, dessen Bandbreite so gering ist, dass der Betragsfrequenzgang nahezu als konstant angenommen werden kann. Dies ist gleichbedeutend mit einer im gesamten Band konstanten Gruppenlaufzeit. Ein nicht konstanter Frequenzgang, wie es bei der Breitbandkommunikation der Fall ist, führt zu Verzerrungen am Übertragungskanal. Bei Schmalbandübertragungen ist es daher möglich ohne einer Kanalentzerrung, welche auf adaptiven Filtern beruht, auszukommen.

Bei digitalen Datenübertragungen wird dazu gleichwertig eine Schmalbandübertragung über die Symbolrate festgelegt. Jedes übertragene Symbol benötigt zur Übertragung eine bestimmte Symboldauer T_s. Ist die Symboldauer länger als die Übertragungszeit \tau_{max} am Übertragungskanal, liegt eine Schmalbandkommunikation vor:

T_s \gg \tau_{max}

Wesentlich ist, dass die Festlegung einer Schmalbandübertragung nicht an konkreten Zahlenwerten einer bestimmten Bandbreite fixiert ist, sondern sich nach den jeweiligen Randumständen, wie den physikalischen Parametern einer Funkstrecke, orientiert.

Internetzugänge[Bearbeiten]

Aus dem Bereich der Telefonnetze und mit dem Aufkommen von Internetzugängen ab den 1990er Jahren wird der Begriff Schmalband für Schmalbandnetze bzw. Schmalbandzugänge verwendet, die durch eine Bandbreite von weniger oder gleich 3,4 kHz oder eine Bitrate von höchstens 64 kbit/s charakterisiert sind.[1] Diese starre Festlegung orientiert sich zum einen an der Bandbreite der analogen Festnetztelefonie von 300 Hz bis 3,4 kHz, zum anderen entspricht die Bitrate von 64 kbit/s im ISDN der Bitrate eines so genannten B-Kanals. In der ITU-T-Empfehlung I.113 ist der Begriff Schmalbanddienst mit einer Bitrate eines Basiskanal von weniger oder gleich 64 kbit/s festgelegt.

Zu dem Bereich der Schmalbandnetze für den Internetzugang zählen damit neben den Telefonsystem und Telefonmodems, auch ISDN und Mobilfunknetze wie GSM mit GPRS. Internetzugangssysteme wie DSL zählen zu den Breitband-Internetzugängen.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Karl-Dirk Kammeyer, Martin Bossert: Nachrichtenübertragung. 5. Auflage. Vieweg + Teubner, Wiesbaden 2011, ISBN 978-3-834-80896-7.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Jochen Seitz, Maik Debes, Michael Heubach, Ralf Tosse: Digitale Sprach- und Datenkommunikation: Netze, Protokolle, Vermittlung. Carl Hanser Verlag, 2006, ISBN 978-3-4462-2979-2, S. 183.