Schmiechen

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Dieser Artikel beschäftigt sich mit der Gemeinde im Landkreis Aichach-Friedberg. Für Schmiechen, einen Ortsteil der Stadt Schelklingen, siehe Schmiechen (Schelklingen).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schmiechen
Schmiechen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schmiechen hervorgehoben
48.21666666666710.966666666667540Koordinaten: 48° 13′ N, 10° 58′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Schwaben
Landkreis: Aichach-Friedberg
Verwaltungs-
gemeinschaft:
Mering
Höhe: 540 m ü. NHN
Fläche: 13,5 km²
Einwohner: 1232 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 91 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86511
Vorwahl: 08206
Kfz-Kennzeichen: AIC, FDB
Gemeindeschlüssel: 09 7 71 163
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schulstr. 4
86511 Schmiechen
Webpräsenz: www.schmiechen.de
Bürgermeister: Josef Wecker
Lage der Gemeinde Schmiechen im Landkreis Aichach-Friedberg
Baar (Schwaben) Pöttmes Todtenweis Aindling Petersdorf (Schwaben) Inchenhofen Kühbach Schiltberg Sielenbach Adelzhausen Eurasburg (Schwaben) Ried (bei Mering) Mering Merching Schmiechen Steindorf (Schwaben) Kissing Obergriesbach Hollenbach Rehling Affing Aichach Friedberg (Bayern) Dasing Augsburg Landkreis Neuburg-Schrobenhausen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm Landkreis Dachau Landkreis Fürstenfeldbruck Landkreis Donau-Ries Landkreis Augsburg Landkreis Landsberg am Lech Landkreis Donau-Ries Landkreis Dillingen an der DonauKarte
Über dieses Bild

Schmiechen ist eine Gemeinde im schwäbischen Landkreis Aichach-Friedberg und Mitglied der Verwaltungsgemeinschaft Mering.

Geografie[Bearbeiten]

Schmiechen liegt etwa sechs Kilometer südlich von Mering zwischen Unterbergen und Heinrichshofen. Der Ort besitzt einen Bahnhof an der etwa einen Kilometer östlich des Ortskerns verlaufenden Ammerseebahn. Am Bahnhof entstand 1961 ein Neubaugebiet.

Das zur Gemeinde gehörende Dorf Unterbergen mit rund 400 Einwohnern liegt etwa zweieinhalb Kilometer nordwestlich von Schmiechen an der Straße zwischen Mering und Prittriching.

Unterbergen liegt größtenteils unterhalb der Hangkante der Lechleite, dem Rand des Urstromtals des Lechs, woraus sich der Name des Dorfs ergeben hat. Die Staustufe 22 des Lechs liegt etwa einen Kilometer westlich; zwischen Lech und Unterbergen fließt der Hagenbach, ein Teil der Friedberger Ach.

Geschichte[Bearbeiten]

Schmiechen war vor 1800 Amtssitz und eine geschlossene Hofmark der Grafen Fugger-Kirchberg. 1818 wurde durch die Gemeindeedikte im Königreich Bayern die Gemeinde Schmiechen gegründet. Hofmark und Patrimonialgerichtsbarkeit wurden nach der Revolution 1848 aufgelöst.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Mai 1978 wurde die bis dahin selbständige Gemeinde Unterbergen eingegliedert.[2]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl 2014 aus 1. Bürgermeister Josef Wecker (Freie Wähler Schmiechen/Unterbergen), neun Gemeinderäten der Freien Wähler Schmiechen/Unterbergen und drei Gemeinderäten der Wählervereinigung Schmiechen-Unterbergen zusammen.

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: Über einem silbernen Schildfuß in Blau ein goldengekrönter, hermelinbesetzter silberner Stulphut, der mit drei goldenen Straußenfedern besteckt ist.

Schloss Schmiechen

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Empfangsgebäude des Bahnhofs Schmiechen

Östlich von Schmiechen verläuft die eingleisige Ammerseebahn von Mering über Geltendorf nach Weilheim. Sie wird von der Deutschen Bahn als Kursbuchstrecke 985 geführt. An der Ammerseebahn befindet sich in der Mitte zwischen Schmiechen und der Nachbargemeinde Steindorf der Bahnhof Schmiechen (Schwab), der heute nur noch ein Haltepunkt ist. Er liegt etwa 800 Meter von der Schmiechener Ortsmitte entfernt im Osten eines erst nach dem Bahnbau entstandenen Wohngebiets.

Die Ammerseebahn wurde am 30. Juni 1898 durch die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen eröffnet.[4] An ihr entstand der Bahnhof Merching. Der Bahnhof erhielt ein zweistöckiges Empfangsgebäude im Heimatstil mit Stellwerksvorbau und angebautem Güterschuppen, das in den 1930er-Jahren umgebaut wurde. Die Gleisanlagen des Bahnhofs bestanden aus dem durchgehenden Hauptgleis am Hausbahnsteig und einem Ladegleis. Durch den Bahnbau stieg die Einwohnerzahl von Schmiechen an. Im Osten des Bahnhofs wurde ein neues Wohngebiet errichtet. Bis zum 7. September 1970 wurde die Ammerseebahn zwischen Mering und Geltendorf elektrifiziert.[5] Im April 1986 wurden Ladegleis und Signalanlagen abgerissen und das Empfangsgebäude verkauft. Der Bahnhof wurde zum unbesetzten Haltepunkt.[6][7]

Heute besteht der Bahnhof Schmiechen nur noch aus dem durchgehenden Hauptgleis am Hausbahnsteig. Das Empfangsgebäude befindet sich im Privatbesitz und ist bis heute erhalten. Seit dem 29. September 1995 ist der Bahnhof Schmiechen auf der Ammerseebahn der südlichste Bahnhof im Augsburger Verkehrsverbund (AVV).[6] Der Bahnhof wird im Stundentakt durch die Züge der Bayerischen Regiobahn (BRB) von Augsburg-Oberhausen nach Schongau bedient. In der Hauptverkehrszeit fahren einzelne Verstärkerzüge zwischen Augsburg und Geltendorf. Heute bedienen alle Züge, die auf der Strecke verkehren, den Haltepunkt. Seit 1991 fahren keine Fernverkehrszüge mehr auf der Ammerseebahn.[8]

Im Zuge der geplanten S-Bahn Augsburg soll in Schmiechen eine im Stundentakt verkehrende S-Bahn aus Augsburg-Oberhausen enden.

Nahverkehr[Bearbeiten]

Schmiechen ist an den Augsburger Verkehrsverbund (AVV) angeschlossen. Neben der Anbindung an den Schienenverkehr wird der Ort durch eine Buslinie des AVV bedient. Die Buslinie 108 verkehrt vom Bahnhof Mering über den Schmiechener Ortsteil Unterbergen nach Schmiechen. In der Schmiechener Ortsmitte existieren die Haltestellen Kirche und Ringstraße.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schmiechen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Landesamt für Statistik – Tabelle 12411-001: Fortschreibung des Beölkerungsstandes: Bevölkerung: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) vom 18. September 2014 (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 788.
  3.  Martin Kluger: Die Fugger um Augsburg, München und Ulm. Adel, Schlösser und Kirchen. 1 Auflage. Context Verlag Augsburg, Augsburg 2012, ISBN 978-3-939645-43-6.
  4.  Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 13–14.
  5.  Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 83–86.
  6. a b  Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 39.
  7. Beschreibung des Bahnhofs Schmiechen auf Ammerseebahn.de
  8.  Andreas Janikowski: Die Ammerseebahn. Verkehrsentwicklung im westlichen Oberbayern. Transpress, Stuttgart 1996, ISBN 3-344-71033-8, S. 94.