Schmied

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schmied (Begriffsklärung) aufgeführt.
Historisches Porträt eines Schmieds in den USA von John Neagle, 1829

Schmied ist die Berufs- und Handwerksbezeichnung für eine Person, deren Hauptaufgabe das Schmieden (Freiform- oder Gesenkschmieden) von Metall in handwerklicher oder industrieller Arbeit ist. Das Gesenkschmieden mit Hilfe von Hohlformen (Gesenk) stellt deutlich geringere Anforderungen an die Kunstfertigkeit des Schmieds als das Freiformschmieden. Die Werkstatt eines Schmieds ist die Schmiede.

Berufsbeschreibung (Deutschland)[Bearbeiten]

Auch heute ist eine Ausbildung in diesem Handwerk möglich. Allerdings hat sich die Bezeichnung des ehemals Kunstschmied genannten Berufs geändert. Heute heißt der Ausbildungsberuf „Metallbauer, Fachrichtung Metallgestaltung“. Dennoch bezeichnen sich – aus dem kulturellen Selbstverständnis heraus – die neu ausgebildeten jungen „Metallbauer“ häufig selbst als Schmied, Kunstschmied oder Metallgestalter.

Geschichte[Bearbeiten]

Schmiedevorführung beim "Lebende Geschichte"-Wochenende im Freilichtmuseum Roscheider Hof
Schmied in Loi-Huno, Osttimor

Der Schmied ist einer der ältesten Berufe. Schmiede wurden vor allem als Waffen– , Werkzeug– und Gerätehersteller geschätzt und gesucht. Gute Schmiede warben sich die Territorialherren auch gegenseitig ab. Im ländlichen Raum war der Schmied noch im späten 20. Jahrhundert ein unverzichtbarer Handwerker mit breitem Spektrum, zum Beispiel als Beschlagschmied für Wagen und Ackergeräte, als Hufschmied, Kunstschmied, Schlosser und Werkzeughersteller. Eine Spezialisierung gab es schon früh, besonders in den Städten mit ihren Zünften und in bestimmten ländlichen Regionen (z. B. Remscheid, Solingen, Schmalkalden, im Sauerland, im Siegerland und im Lahn-Dill-Gebiet). Dort etablierten sich Spezialisten, wie Waffenschmiede, Messerschmiede, Nagelschmiede, Harnischmacher und Kupferschmiede. Daraus entwickelten sich alsbald bedeutende Manufakturen.

Das Schmiedehandwerk lebt neben der guten Ausbildung vor allem von der eigenen Praxis; das ist seit dem Beginn der Eisenherstellung durch das Volk der Hethiter vor etwa 3.800 Jahren und in Mitteleuropa seit der Eisenzeit vor etwa 2.800 Jahren so geblieben. Der Berufserfahrung, die sich an der Qualität der Werkstücke zeigte, kam eine besondere Bedeutung zu. In früheren Zeiten war die Bedeutung der Haltbarkeit und Zuverlässigkeit viel größer als heute, was den Einsatz von Gebrauchsgegenständen ebenso wie Waffen und unterschiedliche Werkzeuge angeht. Erschwernisse wie schwankende Rohstoffqualität und fehlendes metallurgisches Fachwissen (worüber wir heute verfügen) konnten meist durch Erfahrung ausgeglichen werden.

Als der Handel immer größere Gebiete bediente, spezialisierten sich Schmiedemeister. Mit Gründung von Manufakturen verfeinerte sich die Spezialisierung immer weiter. Ein Schmied erledigte dort in vielen Fällen nur noch wenige Handgriffe. Die damit erlernte Routine erlaubte zwar eine gleichbleibende Qualität, ging aber auf Kosten der handwerklichen Breite. Dass Schmiedemeister nicht mehr selbstständig arbeiteten, ist ein Phänomen der Industrialisierung.

Einzelne Regionen erlangten aufgrund ihrer Schmiedeerzeugnisse weltweit Bekanntheit, so ab dem frühen Mittelalter im Vorderen Orient mit Damaskus als berühmtes Zentrum oder ab dem Spätmittelalter im deutschen Raum die Stadt Solingen mit Blankwaffen und Messern. In Frankreich waren das vor allem Thiers und Nogent, in England Sheffield, das lange mit Solingen konkurrierte. Bis weit ins 19. Jahrhundert fertigten Messerschmiede in relativ kleinen Betrieben ihre Schneidwaren. Solingen ist ein Paradebeispiel für die Manufakturfertigung. Es gab dort noch im 20. Jahrhundert für jeden einzelnen Arbeitsgang einen eigenen Handwerksberuf mit Meistern und Gesellen. Die Spezialisierung der Ausbildungsberufe wurde mit abnehmender Zahl der Auszubildenden mehrfach reduziert.

Dennoch gibt es nach wie vor Schmiede bzw. Kunstschmiede im nationalen und internationalen Raum, die neben fundiertem historischen Fachwissen, wie Treiben, Feuerschweißen, Spalten, Lochen[1] oder auch Stilkunde, die modernen Techniken der Metallbearbeitung beherrschen. Ein guter Schmied stellt somit in Bezug zur kreativen Metallgestaltung heute – wie früher – fast ein Universalgenie dar.

Spezialisierungen[Bearbeiten]

Historische Abbildungen aus dem 16. Jahrhundert von Jost Amman[Bearbeiten]

Mythen und Legenden zum Schmied[Bearbeiten]

Die Arbeit des Schmieds umgab stets etwas Mystisches.

Berühmte Schmiede des 20. und 21. Jahrhunderts[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schmied – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Commons: Schmiedestücke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Schmied – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Schmiedemuseen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hermann Hundeshagen: Der Schmied am Amboß. Ein praktisches Lehrbuch für alle Schmiede. Abb. und Erläuterung „Lochen mit Lochdorn“ siehe S. 121, ISBN 3-88746-430-3 abgerufen am 3. Oktober 2013