Schmiedeberg (Erzgebirge)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schmiedeberg
Schmiedeberg (Erzgebirge)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schmiedeberg hervorgehoben
50.83805555555613.676388888889435Koordinaten: 50° 50′ N, 13° 41′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Landkreis: Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Höhe: 435 m ü. NN
Fläche: 40,76 km²
Einwohner:

4.557 (31. Dez. 2010)[1]

Bevölkerungsdichte: 112 Einwohner je km²
Postleitzahl: 01762
Vorwahlen: 035052, 03504 (Obercarsdorf)
Kfz-Kennzeichen: PIR
Gemeindeschlüssel: 14 6 28 350
Gemeindegliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Pöbeltalstraße 1
01762 Schmiedeberg
Webpräsenz: www.schmiedeberg.net
Bürgermeister: Volkmar Kaupert (CDU)
Lage der Gemeinde Schmiedeberg im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge
Altenberg (Erzgebirge) Bad Gottleuba-Berggießhübel Bad Schandau Bahretal Bannewitz Dippoldiswalde Dohma Dohna Dorfhain Dürrröhrsdorf-Dittersbach Freital Glashütte Gohrisch Hartmannsdorf-Reichenau Heidenau Hermsdorf Höckendorf Hohnstein Kirnitzschtal Königstein/Sächsische Schweiz Kreischa Liebstadt Lohmen Müglitztal Neustadt in Sachsen Pirna Pretzschendorf Rabenau Rathen Rathmannsdorf Reinhardtsdorf-Schöna Rosenthal-Bielatal Schmiedeberg Sebnitz Sebnitz Stadt Wehlen Struppen Stolpen Tharandt Wilsdruff Sachsen Tschechien Landkreis Bautzen Dresden Landkreis Meißen Landkreis MittelsachsenKarte
Über dieses Bild
Siegelmarke der Gemeinde Schmiedeberg

Schmiedeberg ist eine Gemeinde im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge in Sachsen.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geografie

Die Gemeinde befindet etwa 23 km südlich der Landeshauptstadt Dresden und ca. 6 km südlich der Stadt Dippoldiswalde, im Tal der Roten Weißeritz am Nordhang des Osterzgebirges. In Schmiedeberg mündet der Pöbelbach.

[Bearbeiten] Gemeindegliederung

Zu Schmiedeberg gehören die Ortsteile:

[Bearbeiten] Geschichte

Die Ortsteile Naundorf als Nuwindorf und Sadisdorf Saidesdorf werden im Jahr 1404 erstmals urkundlich erwähnt. Am 29. September 1412 wird Schmiedeberg als Smedewerg erstmals erwähnt. 1492 erscheint ein Hammer zu Neuschmiedeberg in dem die Eisenerze aus Schellerhau und Berggießhübel verarbeitet wurden und welcher als eines der ältesten Hammerwerke des Erzgebirges gilt. Den Namen verdankt der Ort seinen zahlreichen Hütten des ansässigen Bergbaues. 1521 wird das Flößen auf der Weißeritz erstmals erwähnt. Ursprünglich gehörte der Ort zur Herrschaft Weesenstein, im 16. Jahrhundert wurde es der Herrschaft Bärenstein, unter der Familie Kölbel, belehnt. Aus dem Vorwerk mit Zinnabbaurechten wurde dann das Rittergut Schmiedeberg. 1644 wird noch vom Bergflecken Schmiedeberg gesprochen, 1752 vom Bergstädtlein. 1675 erhielt der Ort das Stadtrecht, erlangte jedoch nie eine städtische Verfassung. Im 18. Jahrhundert wurde der Eisenhammer und der Eisenhüttenbetrieb von der Altenberger Zwitterstockgesellschaft übernommen.

Schmiedeberg wird seit 1833 nur noch Dorf genannt. 1880 wurde das Hammerwerk stillgelegt, das Eisenwerk überdauerte bis zur Wende.1897 wütet ein schweres Hochwasser im Tal der Roten Weißeritz (Hochwasser und Naturkatastrophen in Sachsen). 1898 erhält Schmiedeberg Fernsprechanschluß. 1912 wurde die Graugießerei gebaut. Am 21. März 1933 wird am Gemeindeamt die Hakenkreuzfahne aufgezogen, Hitler, Hindenburg, Mutschmann wurden Ehrenbürger von Schmiedeberg. 1946 wurden die „Vereinigten Werkstätten Schmiedeberg“ mit 150 Arbeitsplätzen gegründet (1949 aufgelöst bzw. in VEB überführt). Die VEB Gießerei- und Maschinenbau Ferdinand Kunert beschäftigte bis zur Wende Hunderte Arbeiter, wodurch sich der Ort stark vergrößerte.

[Bearbeiten] Gedenkstätten

  • Grabstätte und Gedenktafel auf dem Friedhof des Ortsteiles Hennersdorf für drei unbekannte KZ-Häftlinge, die beim Todesmarsch aus einem der Außenlager der KZ Flossenbürg oder KZ Buchenwald von SS-Männern ermordet wurden
  • Grabstätte und Gedenkstein auf dem Friedhof des Ortsteiles Sadisdorf erinnern an 26 KZ-Häftlinge, die bei einem Todesmarsch aus einem der KZ-Außenlager am Sadisdorfer Herrenweg von SS-Männern durch Genickschuss ermordet wurden
  • Ein Gedenkstein an der B 170 im Park neben der Gemeindeverwaltung erinnert an sieben KZ-Häftlinge eines Todesmarsches zum Außenlager Dresden SS-Pionierkaserne des KZ Flossenbürg, die im April 1945 von SS-Männern ermordet wurden

[Bearbeiten] Entwicklung der Einwohnerzahl

Einwohnerentwicklung des Ortes

Entwicklung der Einwohnerzahl (Datenstand ab 1998: 31. Dezember)[2]:

  • 1548/52 – 25 besessene Mann und 25 Inwohner (etwa 150 Einwohner)
  • 1748/64 – 21 besessene Mann und 19 Häusler (etwa 200 Einwohner)
  • 1834 –   439 Einwohner
  • 1871 –   513 Einwohner
  • 1890 –   749 Einwohner
  • 1910 – 2.402 Einwohner
  • 1925 – 2.432 Einwohner
  • 1939 – 2.518 Einwohner
  • 1946 – 3.184 Einwohner
  • 1960 – 8.832 Einwohner
  • 1990 – 5.649 Einwohner [3]
  • 1998 – 3.462 Einwohner
  • 2004 – 5.006 Einwohner
  • 2007 – 4.679 Einwohner
  • 2008 – 4.679 Einwohner
  • 2009 – 4.636 Einwohner
  • 2010 – 4.557 Einwohner

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Gemeinderat

Kommunalwahl 2009
Wahlbeteiligung: 54,6 %
 %
50
40
30
20
10
0
40,0 %
32,6 %
20,2 %
7,2 %
Gewinne und Verluste
Im Vergleich zu 2004
 %p
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
-4,4 %p
+5,8 %p
+3,9 %p
-5,4 %p

Die 18 Sitze des Gemeinderates verteilen sich seit der Gemeinderatswahl am 7. Juni 2009 auf die einzelnen Parteien und Gruppierungen wie folgt:

CDU SPD FWG Die Linke
7 Sitze (- 1) 4 Sitze (+ 1) 6 Sitze (+ 1) 1 Sitz (- 1)

[Bearbeiten] Partnergemeinden

[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur

[Bearbeiten] Ansässige Unternehmen

  • Schmiedeberger Gießerei GmbH
  • Sachsenküchen (1908 gegründet)
Kirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“

[Bearbeiten] Verkehr

Die B 170 führt durch das Gemeindegebiet. Hier zweigt auch die B 171 Richtung Marienberg ab. Etwa 20 km südlich liegt die Grenze zur Tschechischen Republik.

Im Jahr 1882 erhielt der Ort eine Eisenbahnverbindung mit Freital und Dippoldiswalde über die schmalspurige Weißeritztalbahn. Seit dem Hochwasser 2002 ist die Strecke nicht mehr in Betrieb, ein Wiederaufbau ab Dippoldiswalde ist ab 2011 geplant.

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

Die Schmiedeberger Kirche Zur Heiligen Dreifaltigkeit wurde nach Plänen von George Bähr zwischen 1713 und 1718 erbaut. In ihr befindet sich eine Orgel und ein Kanzelaltar. Der aus Sandstein gefertigte Taufstein stammt vom Dresdner Hofbildhauer Johann Benjamin Thomae.

Im Stadtgebiet liegt der 200 Meter lange Eisenbahnviadukt der Weißeritztalbahn sowie Spuren der geplanten Pöbeltalbahn. Das Stadtgebiet gehört zum Naturraum Osterzgebirge. Im Vereinshaus befindet sich ein Schulmuseum.

[Bearbeiten] Personen mit Bezug zum Ort

[Bearbeiten] Literatur

  • Richard Steche: Schmiedeberg. In: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreichs Sachsen, 2. Heft: Amtshauptmannschaft Dippoldiswalde. C. C. Meinhold, Dresden 1883, S. 74.

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Schmiedeberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Schmiedeberg im Digitalen Historischen Ortsverzeichnis von Sachsen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen – Bevölkerung des Freistaates Sachsen jeweils am Monatsende ausgewählter Berichtsmonate nach Gemeinden (Hilfe dazu)
  2. Gerhardt Müller: Zwischen Müglitz und Weißeritz. Werte der deutschen Heimat Bd. 8. Berlin 1964. / Statistisches Landesamt Sachsen
  3. Datenstand zum 3. Oktober 1990
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