Schmira

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50.95472222222210.9725280Koordinaten: 50° 57′ 17″ N, 10° 58′ 21″ O

Schmira
Landeshauptstadt Erfurt
Höhe: 277–288 m
Fläche: 7,27 km²
Einwohner: 947 (31. Dez. 2012)
Eingemeindung: 1. Juli 1950
Postleitzahl: 99094
Vorwahl: 0361
Karte

Lage von Schmira in Erfurt

Schmira ist ein Ortsteil der thüringischen Landeshauptstadt Erfurt.

Dorfkirche St. Nikolaus (Lage→50.953111312510.972031950833)

Geografie[Bearbeiten]

Schmira liegt südwestlich des Erfurter Stadtzentrums in einer Talsenke am Abhang des Alacher Muschelkalkplateaus, das zur Altstadt hin entwässert wird. Die Umgebung des Ortes ist waldfrei und von der Landschaft des Thüringer Beckens geprägt. Schmira besteht aus dem alten Dorf Schmira im Westen und der Siedlung Schmira im Osten, die direkt an die Brühlervorstadt angrenzt.

Nachbardörfer sind Frienstedt im Westen, Bindersleben im Norden, Hochheim im Osten und Bischleben-Stedten im Süden.

Geschichte[Bearbeiten]

Schmira wurde 1243 erstmals urkundlich erwähnt. Reste von Klostermauern westlich der heutigen Kirche deuten auf eine Ortsgründung vor dieser Zeit. Die Namen Smyre und Smire sind über Jahrhunderte zu verfolgen. 1280 wird Günter von Schmira zusammen mit Heinrich von Kirchberg und dem Arzt Konrad von Herbsleben als Zeuge in einer Urkunde des Klosters Kapellendorf für Fulda erwähnt.

Bis 1665 gehörte das Dorf zum sächsischen Besitz (Wettiner und Ernestiner), anschließend wie die Stadt Erfurt zu Kurmainz. Allerdings war Erfurt bereits ab 1485 Lehnsmann in Schmira. Bei einer Verwaltungsreform des Erfurter Staats wurde Schmira 1706 dem Amt Alach zugeteilt. Nach der Säkularisation 1803 gelangte das Dorf gemeinsam mit Erfurt an Preußen, bei dem es bis 1945 verblieb.

Der Ort wurde um den 10. April 1945 von US-Truppen besetzt, Anfang Juli abgelöst durch Rote Armee. Damit wurde Schmira Teil der SBZ und ab 1949 der DDR.

Am 1. Juli 1950 wurde Schmira nach Erfurt eingemeindet.[1]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

  • 1792: 0225
  • 1843: 0313[2]
  • 1894: 0641
  • 1910: 0790[3]
  • 1939: 1059[4]
  • 1990: 0704[5]
  • 1995: 0712
  • 2000: 0749
  • 2005: 0760
  • 2010: 0935
  • 2012: 0947[6]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Im Umfeld von Schmira dominiert die Dienstleistungsbranche; Industriegebiete liegen hier nicht. Zu den Dienstleistern zählen der Flughafen Erfurt mit anschließenden Gewerbeflächen etwa vier Kilometer nördlich, sowie die Messe Erfurt und der MDR/KIKA etwa einen Kilometer östlich.

Schmira liegt an der ehemaligen Bundesstraße 7, etwa vier Kilometer westlich des Stadtzentrums. Stadtauswärts führt die B7 nach Gotha und zur Bundesautobahn 71 Anschlussstelle Erfurt-Bindersleben.

An den öffentlichen Personennahverkehr ist Schmira über einen Stadtbus angebunden. Gut 500 Meter östlich des Dorfes beim Messegelände beginnt die Stadtbahnlinie 2, die direkt ins Erfurter Zentrum führt.

Sehenswertes[Bearbeiten]

Eine dem Hl. Nikolaus geweihte Kirche wurde bereits um 1315 erwähnt.

Auf dem Friedhof finden sich drei deutsche Soldatengräber, eins vom 10. April 1945, zwei von 1942.

Sportverein[Bearbeiten]

Der SV Schmira e.V. ist ein Sportverein mit etwa 60 aktiven Mitgliedern (2012) in den Abteilungen Fußball, Kegeln und Gymnastik. Ein Sportplatz mit Flutlicht sowie eine Kegelbahn sind verfügbar. [7]

Töchter und Söhne des Ortes[Bearbeiten]

  • Fritz Henning (* 10. April 1917, † ?), Kapitänleutnant, U-Bootkommandant, Deutsches Kreuz in Gold 1944

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Verlag Metzler-Poeschel, Stuttgart, 1995, ISBN 3-8246-0321-7, Herausgeber: Statistisches Bundesamt
  2. Handbuch der Provinz Sachsen. Magdeburg, 1843.
  3. gemeindeverzeichnis.de
  4. verwaltungsgeschichte.de
  5. Thüringer Landesamt für Umwelt und Geologie: Umwelt regional.
  6. Bevölkerung der Stadtteile
  7. Homepage SV Schmira

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schmira – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien