Schmucklilien

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Schmucklilien
Afrikanische Schmucklilie (Agapanthus africanus), Blütenstand

Afrikanische Schmucklilie (Agapanthus africanus), Blütenstand

Systematik
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Monokotyledonen
Ordnung: Spargelartige (Asparagales)
Familie: Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae)
Unterfamilie: Schmuckliliengewächse
Gattung: Schmucklilien
Wissenschaftlicher Name der Unterfamilie
Agapanthoideae
Endl.
Wissenschaftlicher Name der Gattung
Agapanthus
L’Hér.

Schmucklilien (Agapanthus) sind die einzige Pflanzengattung der Unterfamilie der Schmuckliliengewächse (Agapanthoideae) in der Familie Amaryllisgewächse (Amaryllidaceae) innerhalb der Ordnung der Spargelartigen (Asparagales). Der Trivialname Liebesblumen ist die wörtliche Übersetzung des botanischen Gattungsnamens Agapanthus.

Beschreibung und Ökologie[Bearbeiten]

Illustration aus Curtis 1800 der Afrikanischen Schmucklilie (Agapanthus africanus)
Fruchtstand mit reifen, geöffneten Kapselfrüchten und Samen von Agapanthus praecox

Agapanthus-Arten sind ausdauernde krautige Pflanzen. Die zwei Arten Agapanthus africanus, Agapanthus praecox sind immergrün und die vier Arten Agapanthus campanulatus, Agapanthus caulescens, Agapanthus coddii, Agapanthus inapertus sind laubabwerfend. Sie bilden Rhizome als Überdauerungsorgane. Die grundständig, wechselständig und mehr oder weniger zweizeilig angeordneten Laubblätter sind einfach, ungestielt und parallelnervig. Der Blattrand ist glatt.

Der hohle, blattlose Blütenstandsschaft weist eine Länge von 50 bis 100 Zentimetern auf. Der endständige, doldige Gesamtblütenstand ist aus zymösen Teilblütenständen zusammengesetzt und enthält viele Hochblätter und viele Blüten. Die Blütenstiele sind 5 bis 8 Zentimeter lang. Die zwittrigen Blüten sind dreizählig und radiärsymmetrisch. Die sechs gleichgestaltigen Blütenhüllblätter sind meist blau, violett oder weiß und an ihrer Basis verwachsen. Es sind zwei Kreise mit je drei untereinander freien, fertilen Staubblättern vorhanden. Die drei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen mit 20 bis 50 Samenanlagen je Fruchtknotenkammer. Der Griffel endet in einer kopfigen Narbe. Es sind Septalnektarien vorhanden. Die Bestäubung erfolgt durch Insekten (Entomophilie).

Die dreifächerigen, lokuliziden Kapselfrüchte enthalten viele (20 bis 100) Samen. Die schwarzen Samen sind ölhaltig.

Verbreitungskarte der Gattung Agapanthus

Systematik und Verbreitung[Bearbeiten]

Röhrenblütige Schmucklilie (Agapanthus inapertus)
Agapanthus praecox in Madeira
Habitus und Blütenstand von Agapanthus praecox subsp. orientalis

Die Gattung Agapanthus wurde 1788 durch Charles Louis L’Héritier de Brutelle aufgestellt. Synonyme für Agapanthus L’Hér. sind: Tulbaghia Heist. nom. rej., Abumon Adans., Mauhlia Dahl.[1] Der Gattungsname Agapanthus ist von den griechischen Wörtern agapé für Liebe und anthos Blüte abgeleitet.

Ein Synonym für Agapanthoideae Endl. ist Agapanthaceae F.Voigt.

Das Verbreitungsgebiet der Gattung Agapanthus reicht im Südlichen Afrika von Mosambik bis Südafrika. Eine Art ist beispielsweise auf Madeira ein Neophyt.

Es gibt etwa etwa Agapanthus-Arten, je nach Bearbeiter auch mehr unterschieden:[1][2]

  • Afrikanische Schmucklilie[3] (Agapanthus africanus (L.) Hoffmanns., Syn.: Agapanthus umbellatus L'Hér., Agapanthus tuberosus L. ex Redouté pro syn., Agapanthus minor G.Lodd.): Sie kommt nur in der südafrikanischen Provinz Westkap vor.[2]
  • Glockige Schmucklilie[3] (Agapanthus campanulatus F.M.Leight.): Es gibt zwei Unterarten:
    • Agapanthus campanulatus F.M.Leight. subsp. campanulatus: Sie gedeiht in niedrigeren Höhenlagen in Lesotho und in den südafrikanischen Provinzen Ostkap, Free State sowie KwaZulu-Natal.[2]
    • Agapanthus campanulatus subsp. patens (F.M.Leight.) F.M.Leight. (Syn.: Agapanthus patens F.M.Leight.): Sie gedeiht in Höhenlagen bis zu 2400 Metern Lesotho und in den südafrikanischen Provinzen Ostkap, Free State, Gauteng, KwaZulu-Natal, Limpopo sowie Mpumalanga.[2]
  • Agapanthus caulescens Spreng.: Es gibt drei Unterarten:
    • Agapanthus caulescens Spreng. subsp. caulescens: Sie kommt in Swaziland vor.
    • Agapanthus caulescens subsp. angustifolius F.M.Leight.: Sie kommt in Swaziland und in den südafrikanischen Provinzen KwaZulu-Natal sowie Mpumalanga vor.[2]
    • Agapanthus caulescens subsp. gracilis (F.M.Leight.) F.M.Leight. (Syn.: Agapanthus gracilis F.M.Leight., Agapanthus nutans F.M.Leight.): Sie ist in den südafrikanischen Provinzen Ostkap, Free State, KwaZulu-Natal, Limpopo sowie Mpumalanga verbreitet.[2]
  • Agapanthus coddii F.M.Leight.: Dieser seltene Endemit kommt nur einem sehr kleinen Gebiet in der südafrikanischen Provinz Limpopo vor.[2]
  • Röhrenblütige Schmucklilie[3] (Agapanthus inapertus P.Beauv.): Es gibt fünf Unterarten:
    • Agapanthus inapertus subsp. hollandii (F.M.Leight.) F.M.Leight. (Syn.: Agapanthus hollandii F.M.Leight.): Sie kommt nur in der südafrikanischen Provinz Mpumalanga vor.[2]
    • Agapanthus inapertus P.Beauv. subsp. inapertus (Syn.: Agapanthus weilligii H.B.May): Sie kommt in den südafrikanischen Provinzen Limpopo sowie Mpumalanga vor.
    • Agapanthus inapertus subsp. intermedius F.M.Leight. (Syn.: Agapanthus dyeri F.M.Leight.): Sie ist in von einander isolierten Gebieten im südwestlichen Mosambik (nahe Namaachas) und Swaziland, KwaZulu-Natal, Limpopo sowie Mpumalanga verbreitet.[1][2]
    • Agapanthus inapertus subsp. parviflorus F.M.Leight.: Sie kommt nur in der südafrikanischen Provinz Mpumalanga vor.[2]
    • Agapanthus inapertus subsp. pendulus (L.Bolus) F.M.Leight. (Syn.:Agapanthus pendulus L.Bolus): Sie kommt nur in der südafrikanischen Provinz Mpumalanga vor.[2]
  • Agapanthus praecox Willd.: Ihr natürliches Verbreitungsgebiet ist Südafrika; sie ist beispielsweise auf Madeira ein Neophyt. Es gibt drei Unterarten:
    • Agapanthus praecox subsp. minimus (Lindl.) F.M.Leight. (Syn.: Agapanthus umbellatus var. minimus Lindl., Agapanthus longispathus F.M.Leight., Agapanthus comptonii F.M.Leight.): Sie ist in den südafrikanischen Provinzen KwaZulu-Natal, Ost- sowie Westkap verbreitet.[2]
    • Agapanthus praecox subsp. orientalis (F.M.Leight.) F.M.Leight. (Syn.: Agapanthus orientalis F.M.Leight., Agapanthus umbellatus var. maximus Lindl.): Sie ist in den südafrikanischen Provinzen KwaZulu-Natal, Ost- sowie Westkap verbreitet.[2]
    • Agapanthus praecox Willd. subsp. praecox (Syn.: Agapanthus multiflorus Willd., Agapanthus medius Lodd. ex Steud., Agapanthus variegatus Steud., Agapanthus giganteus auct.): Sie ist in den südafrikanischen Provinzen KwaZulu-Natal, Ost- sowie Westkap verbreitet.[2]
  • Agapanthus walshii L.Bolus (Syn.: Agapanthus africanus subsp. walshii (L.Bolus) Zonn. & G.D.Duncan): Dieser Endemit kommt nur an höchstens fünf Standorten an Hängen des Elgin-Tales über Sandstein in Westkap vor. Sie wird 2004 als einzige Agapanthus-Art in der Roten Liste der gefährdeten Arten als „Endangered“ = „stark gefährdet“ gefährdet bewertet, da die wenigen Bestände durch Ausdehnung von Siedlungen zurückgehen.[2]

In der Roten Liste der gefährdeten Pflanzenarten Südafrikas werden fast alle Arten und Unterarten als „Least Concern“ = „nicht gefährdet“ bewertet. Eine Art ist zwar selten, aber da der Fundort geschützt ist, gilt sie nicht als bedroht. Nur eine Art wird als „Endangered“ = „stark gefährdet“ gefährdet bewertet. Eine Unterart wird in dieser Liste nicht bewertet, da sie nicht in Südafrika vorkommt.

Nutzung als Zierpflanze[Bearbeiten]

Die immergrünen Arten sind weniger winterhart als solche, die im Winter zurückgehen, letztere gelten in Großbritannien als winterhart.[4]

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Viele Sorten werden als Zierpflanzen für Parks, Gärten und Schnittblumen verwendet. Da sie in Mitteleuropa nicht winterhart sind, werden sie hier als Kübelpflanzen kultiviert. Es gibt viele Hybriden.

Agapanthus praecox verschiedene Blütenfarben der Praecox-Gruppe.

Sorten (Auswahl)[Bearbeiten]

Die gezüchteten Sorten werden je nach botanischer Zugehörigkeit in Gruppen eingeteilt:

  • Africanus-Gruppe
  • Praecox-Gruppe
  • Campanulatus-Gruppe
  • Inapertus-Gruppe
  • Headburne-Hybriden

Es gibt einige Sorten, die sich zum Schnitt eignen (hier eine Auswahl in alphabetischer Auflistung ohne Rücksicht auf die botanische Zugehörigkeit zu den einzelnen Arten): 'Albus', 'Blue Giant', 'Blue Globe', 'Blue Perfection', 'Blue Triumphator', 'Donau', 'Josephine', 'Goliath', 'Intermedia', 'Wolga'.

Quellen[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Rafaël Govaerts (Hrsg.): Datenblatt bei World Checklist of Selected Plant Families des Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew. Zuletzt eingesehen am 2. Oktober 2014
  2. a b c d e f g h i j k l m n o Artenliste zu Agapanthus in der Red List of South African Plants
  3. a b c Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2. Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
  4. http://www.telegraph.co.uk/gardening/howtogrow/8675537/How-to-grow-Agapanthus.html

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schmucklilien (Agapanthus) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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