Schmuckreiher

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Schmuckreiher
Schmuckreiher (Egretta thula)

Schmuckreiher (Egretta thula)

Systematik
Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Schreitvögel (Ciconiiformes)
Familie: Reiher (Ardeidae)
Unterfamilie: Tagreiher (Ardeinae)
Gattung: Egretta
Art: Schmuckreiher
Wissenschaftlicher Name
Egretta thula
(Molina, 1782)

Der Schmuckreiher (Egretta thula) ist der kleinste Vertreter in der Familie der Reiher (Ardeidae).

Der Schmuckreiher hat eine Größe von etwa 56 bis 66 Zentimeter. Seine Flügelspannweite beträgt um die 100 Zentimeter. Zwischen Männchen und Weibchen besteht kein Unterschied in der Größe. Auch die Gefiederfarbe ist gleich. Das Federkleid ist schneeweiß. Ihre langen schmalen Schnäbel und die Beine sind schwarz; die Füße haben eine hellgelbe Farbe. Während der Brutzeit tragen Schmuckreiher am Rücken lange fransige Schmuckfedern, die dem Vogel seinen Namen gaben. Zwischen den Augen und dem Schnabel befindet sich ein gelber Bereich, der sich in der Brutzeit rötlich verfärbt. Auch die Füße verfärben sich zu einem orangen Ton.

Schmuckreiher brüten in der Regel im März oder im frühen April in großen Kolonien in Sumpfgebieten oder an Küsten und Seen, häufig zusammen mit anderen Reiherarten oder Watvögeln. Ihre flachen Nester legen sie auf Bäumen oder Sträuchern an. Ein Gelege umfasst drei bis vier grünlichblaue Eier, die in einem Zeitraum von drei bis vier Wochen ausgebrütet werden. Bei dem Brutgeschäft wechseln sich Männchen und Weibchen gegenseitig ab.

Bei ihrer Nahrungssuche waten sie durch flaches Wasser und erbeuten Fische, Frösche und Kröten, Eidechsen und Schlangen. Auch Regenwürmer, Schnecken, Garnelen und Krebstiere werden nicht verschmäht.

Die Brutgebiete des Schmuckreihers befinden sich in Nordamerika. Kleine Populationen brüten auch in Kanada und Alaska. Im Winter zieht er nach Mittel- und Südamerika und bewohnt bevorzugt flache Buchten und Mangroven. Weitere Winterquartiere befinden sich in der Karibik.

Schmuckreiher und Mensch[Bearbeiten]

Schmuckreiher
Schmuckreiher

Schmuckreiher waren Ende des 19. Jahrhunderts und im frühen 20. Jahrhundert in ihren Beständen enorm bedroht. Für die Herstellung von eleganten Damenhüten, die mit Federn dekoriert wurden, wurden Tausende der Vögel abgeschossen. Ein rechtzeitiges Verbot bewahrte den Schmuckreiher vor der Ausrottung. Heute sind Schmuckreiher wieder zahlreich vorzufinden.

Innere Systematik[Bearbeiten]

Bisher wurden 2 Unterarten beschrieben, die sich durch Färbung oder Gesang unterscheiden. Zusammen mit dem Seidenreiher (Egretta garzetta) (Linnaeus, 1766) wird der Schmuckreiher oft als Superspezies eingeordnet.

Literatur[Bearbeiten]

  • James A. Kushlan & James A. Hancock: Herons. Oxford University Press, 2005, ISBN 0-19-854981-4

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schmuckreiher – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien