Schnappi

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Chartplatzierungen
Erklärung der Daten
Alben
Schnappi und seine Freunde
  DE 2 14.03.2005 (19 Wo.)
  AT 1 13.03.2005 (25 Wo.)
  CH 19 13.03.2005 (15 Wo.)
Schnappi's Winterfest
  DE 43 16.12.2005 (3 Wo.)
  AT 25 16.12.2005 (3 Wo.)
Singles
Schnappi
  DE 1 20.12.2004 (25 Wo.)
  AT 1 26.12.2004 (34 Wo.)
  CH 1 02.01.2005 (30 Wo.)
  UK 32 15.10.2005 (3 Wo.)
Ein Lama in Yokohama (Schnappi und das Lama)
  DE 6 25.04.2005 (14 Wo.)
  AT 6 24.04.2005 (17 Wo.)
  CH 15 08.05.2005 (12 Wo.)
Jing! Jingeling! Der Weihnachtsschnappi!
  DE 17 09.12.2005 (6 Wo.)
  AT 16 09.12.2005 (4 Wo.)
  CH 41 11.12.2005 (6 Wo.)
[1]

Schnappi, das kleine Krokodil ist ein deutsches Kinderlied, das ab Ende 2004 zum internationalen Millionenseller wurde, als Namensgeber einer Comicfigur diente und eine Merchandisingwelle auslöste.

Stil und Inhalt des Songs[Bearbeiten]

Schnappi, das kleine Krokodil ist formal und inhaltlich ein Kinderlied. Es verwendet – gesungen von einem Kind mit noch unsteter Stimme – die typischen textlichen und melodiösen Merkmale. Der Text ist einfach strukturiert und verwendet die Stilfigur des „mehrere-Anläufe-mit-falschen-Vokalen“ („Schni-schna-schnappi“ wie in „Bi-Ba-Butzemann“), die zu den so genannten Klangfiguren gehört, unterlegt durch eine pentatonische Melodie. In einfacher Reimform wird von einem gerade geschlüpften Nilkrokodil erzählt, das niedlich, neugierig und frech seine Umgebung erkundet.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten]

Der große Erfolg von „Schnappi“ war vollkommen ungeplant und traf alle Beteiligten unerwartet. Ausgangspunkt war die WDR-Kinderserie „Die Sendung mit der Maus“, für die die Kölner Autorin, Komponistin und Produzentin Iris Gruttmann unter anderem schreibt.[2]

Das Lied entstand jedoch speziell für ihre damals fünfjährige Nichte Joy Gruttmann, für die Tante Iris Gruttmann den von Rosita Blissenbach stammenden Ursprungstext im Jahre 2001 umschrieb und hierzu eine Melodie verfasste[3], erschienen zunächst nur auf der MusiCassette „Iris Lieder - Lied für mich“ aus der MC-Reihe „Lieder & Geschichten mit der Maus“. Hier wird das Lied vom „Krokodil am Nil“ bereits von der damals fünfjährigen Nichte Joy Gruttmann gesungen. Danach wurde der Song im Jahre 2003 auf dem Sampler „Großes und Kleines mit der Maus“ („Karussell“ - MC #544 751 – 4) vermarktet. Der bis dahin nur auf analogen Tonträgern erhältliche Song wurde Anfang 2004 von Internet-Nutzern in das Audioformat MP3 konvertiert und über Tauschbörsen verbreitet.

Erst im MP3-Format löste „Schnappi“ über das Internet einen Schneeballeffekt aus. Nachdem man beim Radiosender SWR 3 auf das Lied aufmerksam geworden war und es eher als humorvolle Einlage ins Morgenprogramm aufgenommen hatte, gingen beim Sender Hunderte von Anfragen ein. Auch das größte deutsche Internet-Radio RauteMusik begann mit intensiven öffentlichen Aufführungen des Songs. Ab Mai/Juni 2004 verbreitete sich das Lied über verschiedene Internetseiten, Mails, Chats und Foren, wodurch sein Bekanntheitsgrad erheblich stieg. Zu jener Zeit war im Internet bereits ein sehr hoher Verbreitungsgrad von „Schnappi“ erreicht, und Mitte August 2004 wurde Iris Gruttmann von der Maus-Redaktion auf die „Schnappi“-Hysterie aufmerksam gemacht.[4] Daraufhin beantragten und erhielten die Autorinnen am 24. August 2004 Titelschutz nach § 5 Abs. 3 MarkenG.[5]

Veröffentlichung als CD[Bearbeiten]

Nun wurden auch Plattenfirmen auf die „Schnappi“-Welle aufmerksam. Polydor Records veröffentlichte das geringfügig bearbeitete Original am 6. Dezember 2004 (Nikolaus-Tag; gleichzeitig Joys Geburtstag) und verkaufte den Titel binnen vier Wochen rund 250.000 Mal. Etwa 630.000 Exemplare setzte diese Single-CD von Schnappi bis Februar 2005 um. Ein Jahr später, im November 2005, hatte die Single fast 1,4 Millionen Exemplare verkauft, und auch das dazugehörige Album „Schnappi und seine Freunde“ ging mehr als 420.000 mal über die internationalen Ladentheken. Mittlerweile ist die Single 1,7 Millionen mal verkauft worden.[6] Parallel wurde für die Musikfernsehsender das Lied mit einem Zeichentrickvideo kombiniert.

Joy Gruttmann - Schnappi, das kleine Krokodil

„Schnappi, das kleine Krokodil“ kam am 20. Dezember 2004 in die deutsche Hitparade, in der es den Platz 1 der deutschen Single-Charts ab 3. Januar 2005 erreichte und diesen für 10 Wochen bis zum 7. März 2005 hielt. Bis zum 10. April 2005 verweilte das Kinderlied in der Hitparade. In sechs weiteren Ländern stieg die Single direkt auf Platz 1 der Singlecharts ein. In den Niederlanden rangierte die deutsche Version wochenlang auf Platz 1 der niederländischen Charts, während die niederländische Version zeitgleich Platz 2 erreichte. Auch eine englische Version kam am 3. Oktober 2005 unter dem Titel „Snappy The Little Crocodile“ auf die Insel, konnte aber dort nur eine schlechte Platzierung (Rang 32) erreichen. Weitere Übersetzungen waren insbesondere „Crocky le Petit Crocodile“ (französisch), „Šnapis mažas krokodilas“ (litauisch) oder „Togetogeshi, chiisai wani“ (刺々し、小さい鰐) (japanisch).

Meistens jedoch war das deutsche Original erfolgreich, teilweise gab es aber auch zusätzliche Versionen und Parodien, zum Beispiel in Belgien und den Niederlanden. Die Zahl der Remixe und Versionen, die im Internet die Runde machen, geht in die Hunderte, einige Beispiele sind Schlappi, das kleine Drogodil, Schnapsi, das kleine Alkodil, Ficki und Scheiße.[7][8][9][10]. Eine Parodie des Liedes von Elmar Brandt (Die Gerd Show) mit dem Titel Schri-Schra-Schrödi, das ebenfalls von Schnappi-Manager Peter Burtz produziert wurde, erreichte im März 2005 Platz 18 der deutschen Single-Charts.

Der Erfolg der Single wurde von Kritikern der Musikindustrie als ein – allerdings seltener – Beleg dafür gewertet, dass illegale Download-Angebote urheberrechtlich geschützter Musiktitel keineswegs immer zu Umsatzeinbußen führen müssen und sogar im Gegenteil einen erheblichen Werbeeffekt haben können. Auch einige andere Titel wie „Veo Veo“ (Hot Banditoz) oder „Ilarie“ (Las Chicas) wurden erst durch die illegale Verbreitung übers Internet zum Hit.

Während der Erfolgsgeschichte lief bereits eine Merchandising-Kampagne an. Der Kösener Spielzeug Manufaktur lagen insgesamt 30.000 Vorbestellungen für Stoff-Schnappis in unterschiedlichen Größen vor. Wer bei Internet-Suchmaschinen den Begriff „Schnappi“ vorschlug, erhielt ein Ergebnis von beinahe einer Million Treffern.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Am 2. April 2005 bekamen Songschreiberin Iris Gruttmann und Sängerin Joy für Schnappi, das kleine Krokodil einen Echo in der Kategorie „Download-Single des Jahres 2004“. Die Single erhielt die vierfache Goldene Schallplatte und dreimal Platin, das Album wurde mit jeweils einmal Gold und Platin belohnt.[11] Doppelplatin gab es in Österreich und Norwegen (7 Wochen auf Platz 1), jeweils Platin in Neuseeland und der Schweiz sowie je Gold in Australien, Belgien und Schweden. Iris Gruttmann bekannte, dass sie das Kinderlied nicht im Hinblick auf diese Erfolge geschrieben hatte: „Ich glaube, der Erfolg ist da, weil ich das aus vollem Herzen mache. Schnappi ist ein authentisches Kinderlied, und ich habe es nicht mit Blick auf die Charts geschrieben“.[12] Dieser Erfolg war für sie jedoch nicht neu, denn sie bekam im Jahre 2000 eine Goldene Schallplatte für das Hörbuch „Gute-Nacht-Geschichten und Lieder mit der Maus“.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Chartplatzierungen: DE1 DE2 AT CH UK
  2. sie hat über 100 andere Kinderlieder und 20 Alben für die „Sendung mit der Maus“, die Hörspielreihe „Briefe von Felix“ und „Träum schön, kleiner Mondbär“ geschrieben, komponiert und produziert und „Flix und Fox“ geschrieben
  3. Interview (3:20 Minuten) im „WDR 2 Morgenmagazin“ am 22. Dezember 2004 mit Komponistin Iris Gruttmann über den Erfolg ihres Kinderliedes
  4. WDR-Interview mit Komponistin Iris Gruttmann, a.a.O.
  5. Der Titelschutzanzeiger vom 24. August 2004, Nr. 683, S. 2 und S. 9; Titelschutz ist gewährt für die Worte „Schnappi“, „Schnappi, das kleine Krokodil“, „Schnappi-Song“, „schni schna schnappi schnappi schnappi schnapp“ (PDF; 266 kB)
  6. BILD vom 16. April 2008
  7. [1]
  8. [2]
  9. [3]
  10. [4]
  11. Bundesverband Musikindustrie über „Schnappi“
  12. WDR-Interview mit Komponistin Iris Gruttmann, a.a.O.

Weblinks[Bearbeiten]