Schnee-Eifel

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Dieser Artikel behandelt die Mittelgebirgslandschaft Schnee-Eifel.
Für die Sendeanlage auf dem Schwarzen Mann siehe Sender Schnee-Eifel.
Eifelkarte: Als Hocheifel wird das Zentralgebiet von Gerolstein bis Adenau bezeichnet, als Schnee-Eifel die Westregion von Prüm bis Stadtkyll

Die Schnee-Eifel ist eine maximal 699,1 m ü. NHN[1] hohe und stark bewaldete Mittelgebirgslandschaft der Westeifel im deutsch-belgischen Grenzgebiet.

Namensursprung[Bearbeiten]

Der Name Schnee-Eifel dürfte zur Zeit der Preußen im 19. Jahrhundert vom Höhenzug Schneifel abgeleitet worden sein, der allerdings sprachlich nichts mit „Schnee“ oder „Eifel“ zu tun hat, sondern regional so viel wie Schneise bedeutet.

Geographische Lage[Bearbeiten]

Naturräumlich umfasst die Schnee-Eifel das Gebiet des südlichen Teils des Naturpark Hohes Venn-Eifel. Im Norden bildet die Kyll die Grenze zur Nordeifel, die mit dem Zitterwald bei Hallschlag und Kronenburg beginnt; im Osten ist die Kyll Grenzfluss zur Hocheifel. Im Süden reicht die Schneeeifel an die Südeifel bis Pronsfeld im Prümer Land. Ihre größte Höhe erreicht sie auf dem Schneifel-Höhenzug mit 699,1 m (50.2658888888896.3747777777778) nahe dem Schwarzen Mann (697,8 m).

Häufig wird in Publikationen der Begriff Schneifel auch für die gesamte Schnee-Eifel verwendet. Das Gebiet ist jedoch nicht deckungsgleich. Die eigentliche Schneifel ist der unbewohnte zentrale Gebirgszug in der Schnee-Eifel; deren Gebiet geht über die enge Definition der Schneifel hinaus und umfasst als Landschaftsraum auch das südliche Quellgebiet der Kyll und deren Oberlauf sowie südöstlich des Hauptkamms den sich anschließenden Prümer Wald.

Die größte Stadt der Schnee-Eifel ist Prüm am gleichnamigen Fluss. Bekannte Skigebiete sind der Schwarze Mann und die Wolfsschlucht. Sie liegen etwa 15 km nordwestlich bzw. 5 km nördlich von Prüm.

Geologie[Bearbeiten]

Die Eifel gehört großteils zum System des Rheinischen Schiefergebirges. Die Schnee-Eifel und insbesondere die Schneifel, ihr höchster Bereich, stellt ein Rumpfgebirge dar, den Rest eines im Devon aufgefalteten variszischen Hochgebirges. Nach einer langen Ruhephase mit kräftiger Erosion wurde sie erst in geologisch jüngster Zeit (im Quartär) nochmals gehoben. Verstreut sind noch alte Verebnungsflächen erkennbar, allerdings zeitlich kaum festzulegen. Aus ihnen ragen, besonders im Nordteil des "Prümer Landes", einzelne markante Höhenzüge aus härterem Gestein empor, wie der aus Emsquarzit bestehende Rücken der Schneifel.

Der langgezogene Bergrücken der Schnee-Eifel überragt die wenig gegliederte alte Hochfläche um etwa 100 m und belegt die Widerstandsfähigkeit des lokalen Quarzgesteins gegen die Kräfte der Verwitterung. Charakteristisch ist seine Längserstreckung von 15 km bei einer durchschnittlichen Breite von nur 2 km. Er zieht sich mit nur wenigen Metern Höhenunterschieden von Brandscheid bis gegen Ormont bei Stadtkyll hin, wo er mit dem Steinberg (657,8 m) endet.

Wegen ihrer abgelegenen Lage ist die Schnee-Eifel eine sehr ursprüngliche Landschaft, in deren Verbreitungsgebiet seltene Pflanzen und Tiere heimisch sind, darunter die europäische Wildkatze und seit einigen Jahren auch der Luchs.

In dem Örtchen Winterspelt spielt der gleichnamige Roman von Alfred Andersch, der die letzten Monate des Zweiten Weltkriegs behandelt.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kartendienst des Landschaftsinformationssystems der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz (Hinweise)

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]