Schneeball (Gattung)

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Schneeball
Nützlicher Schneeball (Viburnum utile)

Nützlicher Schneeball (Viburnum utile)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Asteriden
Euasteriden II
Ordnung: Kardenartige (Dipsacales)
Familie: Moschuskrautgewächse (Adoxaceae)
Gattung: Schneeball
Wissenschaftlicher Name
Viburnum
L.
Viburnum furcatum mit vergrößerten, sterilen Randblüten
Viburnum opulus, Früchte
Viburnum opulus, Früchte
Viburnum farreri
Viburnum lantana
Viburnum lesquereuxii
Viburnum tinus


Die Pflanzengattung Schneeball (Viburnum) aus der Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae) umfasst je nach Auffassung etwa 100 bis 200 Arten. Einige Arten werden als Zierpflanzen in Parks- und Gärten verwendet.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Beschreibung

Bei Viburnum-Arten handelt es sich um Sträucher oder seltener um kleine Bäume, wobei es sowohl immergrüne als auch laubwerfende Arten gibt. Die Laubblätter sind gegenständig, selten auch wirtelig angeordnet. Sie sind einfach, seltener gelappt, und können einen gezähnten oder glatten Blattrand haben.

Die Blüten stehen in meist endständigen, trugdoldigen zymösen Gesamtblütenständen zusammen, die aus wenigblütigen Dichasien bestehen. Die oft wohlriechenden, fünfzähligen Blüten sind in der Regel radiärsymmetrisch, es gibt jedoch auch Arten, bei denen die Randblüten des Blütenstandes steril und vergrößert sind, manchmal auch nach außen etwas stärker vergrößert, so dass sie zygomorph sind. In diesem Fall erinnern die Blütenstände an die mancher Hortensien-Arten, welche aber meist vierzählige Blüten haben.

Der kurz fünfzipflige Kelch hat eine elliptische bis zylinderförmige Röhre und ist mit dem Fruchtknoten verwachsen. Die rosa bis weiße Krone ist flach radiär bis breit glockenförmig. Die fünf Staubblätter stehen am Grund der Kronröhre zwischen den Kronzipfeln.

Typisch sind die Früchte: Aus einem dreifächrigen Fruchtknoten, in dem aber nur ein Fach fertil ist und eine einzige Samenanlage enthält, entwickelt sich eine Steinfrucht mit meist rotem oder blauem Fruchtfleisch.

[Bearbeiten] Verbreitung

Die Gattung Viburnum ist größtenteils in den gemäßigten bis subtropischen Breiten der Nordhalbkugel beheimatet. Insbesondere Ostasien, aber auch Westasien, Nordamerika, Mittelamerika und Europa sowie das Atlasgebirge zählen zum Verbreitungsgebiet. Einige Arten findet man in den Anden der tropischen Breiten. In Mitteleuropa heimisch sind nur Wolliger Schneeball und Gemeiner Schneeball.

[Bearbeiten] Systematik

Die Gattung Viburnum wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum, 1, 1753, S. 267-268 Carl von Linné: Species Plantarum, 1, 1753, S. 267-268 eingescannt bei botanicus.org. erstveröffentlicht. Typusart ist Viburnum lantana L..

Die Gattung Viburnum wurden früher in die Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae) gestellt. Wie auch die Holunder weisen sie aber einige abweichende Merkmale auf, beispielsweise die Steinfrüchte oder Fehlen von Nektarien. Neuere Untersuchungen ergaben, dass sie zusammen mit der Gattung Holunder zur Familie der Moschuskrautgewächse (Adoxaceae) gehören.

Die Verwandtschaftsbeziehungen innerhalb der Gattung bleiben dagegen unklar. (Vergl. aber auch [1].)

[Bearbeiten] Geschichte

Die deutsche Bezeichnung Schneeball dürfte seit dem 17. Jh. gebräuchlich sein, da der sterile gefüllte Schneeball mit ballförmigen Blütenständen (V. opulus 'Roseum') erst um 1594 entstand. [2]

[Bearbeiten] Sonstiges

Viele Schneeball-Arten und ihre Hybride werden wegen ihrer teils duftenden Blüten, die bei einigen Arten auch im Winter blühen, sowie der auffälligen Früchte und teilweise auch wegen der Herbstfärbung des Laubes in Gärten kultiviert.

[Bearbeiten] Arten (Auswahl)

Diverse Quellen[3] [4] ordnen der Gattung Viburnum stark variierende Artenzahlen zu. Meist werden jedoch zwischen 100 bis 200 Arten angeführt, von denen zwei, der Gewöhnliche Schneeball und der Wollige Schneeball in Mitteleuropa heimisch sind.

Nach [5] gibt es u.a. folgende Arten:

[Bearbeiten] Quellen

  • Rubina Akhter: Viburnum in der Flora of Pakistan: Online. (Abschnitt Beschreibung und Systematik)
  • Urania Pflanzenreich. Band 4: Blütenpflanzen 2, 1. Ausgabe. Urania-Verlag, Leipzig 1994, ISBN 3-332-00497-2.
  • Gordon Cheers (Hrsg.): Botanica. Random House Australia 2003. Deutsche Ausgabe: Tandem Verlag GmbH 2003, ISBN 3-8331-1600-5.

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Richard C. Winkworth and Michael J. Donoghue: Viburnum phylogeny based on combined molecular data: implications for taxonomy and biogeography. American Journal of Botany, 2005, abgerufen am 17. Februar 2010 (englisch).
  2. Dericks-Tan, Vollbrecht: Auf den Spuren der Wildfrüchte in Europa, ISBN 978-3-00021129-4, Abadi-Verlag 2009. S. 258
  3. Carmen Ulloa Ulloa & Peter Møller Jørgensen: Bäume und Sträucher der Anden Ecuadors - VIBURNUM. efloras.org, abgerufen am 17. Februar 2010.
  4. Datenbank TROPICOS: Flora von Nicaragua - Suche nach VIBURNUM. Missouri Botanical Garden, abgerufen am 17. Februar 2010 (spanisch).
  5. GRIN Species Records of Viburnum

[Bearbeiten] Weblinks

 Commons: Schneeball (Gattung) – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

[Bearbeiten] Siehe auch

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