Schneewittchen und das Geheimnis der Zwerge

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Filmdaten
Deutscher Titel Schneewittchen und das Geheimnis der Zwerge
Originaltitel Sněhurka a sedm trpasliku oder Snehulienka oder Sněhurka
Produktionsland ČSFR, Deutschland
Originalsprache Tschechisch,Deutsch
Erscheinungsjahr 1992
Länge 90 Minuten
Altersfreigabe FSK ohne Altersbeschränkung
Stab
Regie Ludvík Ráža
Drehbuch Bernd Fiedler
Produktion Marius Schwarz,
Sabine Tettenborn
Musik Petr Hapka
Kamera Frantisek Uldrich
Schnitt Gisela Haller,
Cornelia Berger
Besetzung

Schneewittchen und das Geheimnis der Zwerge (auch:Schneewittchen und das Geheimnis der 7 Zwerge) ist ein Märchenfilm aus der Kooperation ČSSR/Deutschland und ging aus einer Produktion von Omnia Film, München, und Eurokim, Bratislava, in Zusammenarbeit mit ZDF, Reteitalia und TVE hervor. Die Erstaufführung fand am 5. November 1992 statt. Eine DVD erschien 2004 bei Media Cooperation One (MC-One). Der Film ist auch bekannt unter den Titeln Snehulienka in der Slowakei, Sněhurka in Tschechien, Blanche Neige in Frankreich, Biancaneve in Italien und Snow White im englischsprachigen Raum.

Grimm und Němcová[Bearbeiten]

Der Film entstand nach Motiven des Märchens Schneewittchen von den Brüdern Grimm, wobei die Zusammenhänge des Schneewittchenmärchens im Film erweitert werden durch das Narrenbild im tschechischen Bajaja–Märchen von Němcová oder auch durch das Bajaja-analoge Gärtnerbild des Grimmschen Eisenhans-Märchens. Bei Kreutzwalds Märchen die Prinzessin vom gläsernen Berg gibt es bereits diese Verbindung von Schneewittchen und dem Narren-Prinz allerdings in anderem Handlungsverlauf. Die Gestalt des Narren im Schneewittchenmärchen spiegelt darüber hinaus die Narren-Rolle im Schauspiel Shakespeares.

Schauspieler[Bearbeiten]

Natalie Minko spielt ein ausgelassenes Schneewittchen und verkörpert die schneewittchengemäße Grenze zwischen Kind und Frau. Natalie Minko wirkt in ihrer Gestalt wie das zum Leben erwachte Schneewittchenbild von Roland Risse[1] Gudrun Landgrebe bietet ein überzeugendes Schauspiel der wunderschönsten, aber selbstverliebten Stiefmutter, die zitternd um den Verlust der Macht ihrer Schönheit bangt.

Handlung[Bearbeiten]

Aufbruch[Bearbeiten]

Die Hofgesellschaft ist zusammengekommen, um zeremoniell Abschied zu nehmen. Der König zieht als Kreuzritter in den Krieg. Die schöne kleine Tochter, Schneewittchen, tollt auf den Stufen des Throns. Ahnungslos wünscht die Kleine mit dem Vater in die weite Welt zu ziehen. Der junge Hofnarr untermalt das Ganze mit sarkastischem Witz. Auf die harmlose Frage, mit wem Schneewittchen ohne Vater spielen soll, zeigt sich Bedrohliches. Die Königin ist nicht die wahre Mutter. Fast stellt sich Mitleid mit der schönen Herrscherin ein, als Schneewittchen sie öffentlich als Stiefmutter schmäht. Doch der Narr macht seine Späße. Als der König den Narren zu einem letzte Zwiegespräch unter vier Augen bittet, wird einiges klar: Dieser Narr ist ein Prinz. Und der König will ihm seine Narrenrolle erlassen. Doch Prinz Andreas lehnt dies ab: Sein Herz ist hier am Hof. Schneewittchens Vater erleichtert es sehr, dass der Prinz als Narr weiterhin um das schutzlose Schneewittchen ist.

Königin[Bearbeiten]

Kaum ist der König außer Landes, zeigt die Stiefmutter ihr wahres Gesicht: Hüllen fallen, die überwältigende Schönheit der Königin mit ihrer roten Haarfülle prangt offen in Pracht und Herrlichkeit. Feste und Turniere werden gefeiert. Schneewittchen tanzt und spielt mit dem Narren. Ärgerlich sieht die Königin das schöne Kind. Dem Narren gesteht die Königin, sie will den Fratz, den sie spitz „Schneewitt“ ruft, nicht länger vor Augen haben. Die Prinzessin soll nicht länger höfische Bildung genießen. Die Klamm in der Bärenschlucht wird als Zelt-Aufenthalt in der Wildnis gewählt. Geschickt weiß der Narr sich als geeigneter Begleiter für Schneewittchen bei der Königin zu empfehlen.

Zwerge[Bearbeiten]

Weit entfernt im Reich entwickeln unterdessen Zwerge ihre wissenschaftlichen Erfindungen. Sie haben ein wichtiges Geschenk für den König – ein Instrument der Wahrheit. Um nicht als kleiner Zwerg verachtet am Hof zu erscheinen haben sie auch einen Boten für ihr Geschenk konstruiert – einen geheimnisvollen schwarzen Ritter in schwarzer Rüstung. Nachdem dieses mechanische Wunder gehen und reiten lernt, wird er mit der Erfindung der Zwerge zum König gesandt. Der trifft nur die Königin an, die aber in ihrem Herrschaftsanspruch auf der Übergabe des Geschenks besteht.

Wald[Bearbeiten]

Im Wald der Bärenschlucht führt Schneewittchen ein fröhliches Leben voller Spiel. Sie lernt Vogelstimmen zu unterscheiden. Narr Andreas lehrt Schneewittchen das Pfannenkuchenbacken. Schneewittchen ist nachdenklich – die Annehmlichkeiten durch die Stiefmutter stimmen sie zu Recht misstrauisch. Aber auch sonst ist sie wach: Schneewittchen erkennt die ganz unnärrische Würde und Tatkraft von Andreas. Beim Blindekuhspiel erkennen die beiden ihre Liebe, die ein zauberhafter Kuss besiegelt.

Spiegel[Bearbeiten]

Im Schloss hat der schwarze Ritter das Geschenk der Zwerge der Königin eröffnet. Es ist ein Wahrheits-Spiegel. Die Mechanik zentriert sich in einer den Spiegel bekrönenden Sonnenblume. Einmal wöchentlich kann die Herrscherin eine Wahrheitsfrage an den Spiegel stellen. Aber als einzige Wahrheit interessiert die Schöne – begierig zitternd – die Frage nach der Macht ihrer Schönheit: „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“. Süchtig verfällt die Königin der Bestätigung durch den Spiegel mit der Antwort: „Frau Königin ihr seid die Schönste im ganzen Land.“ Auch der schwarze, immer gerüstete Ritter wird in den Sog gezogen. Statt dem Gebot der Zwerge zu folgen, sofort ins Zwergenreich zurückzukehren gefällt sich der Geheimnisvolle in Turniersiegen zu Ehren der bösen Königin. Als Narr Andreas am Hof der Königin erscheint sieht die Herrscherin aber etwas Neues: In Andreas’ verliebten Augen und an seinen geküßten Lippen offenbart sich der Neidischen allererst die wachsende Schönheit Schneewittchens. Und der Spiegel bestätigt: „Frau Königin, Ihr seid die Schönste hier, aber Schneewittchen ist tausendmal schöner als Ihr.“

Der schwarze Ritter[Bearbeiten]

Als die Neidische von Schneewittchens Schönheit weiß, schickt sie den schwarzen Ritter zur Bärenschlucht, er soll die Thronfolgerin töten. Der Ritter gelangt zu dem Zeltlager, er betäubt Andreas, entführt die Prinzessin und will schließlich im Wald das Mädchen umbringen. Doch der rätselhafte Ritter ist wie eine Mischung aus Mensch und Maschine. Als Schneewittchen ihn anfleht, lässt er sie mitleidig davonlaufen und kehrt mit einem erjagten Wild zu Königin zurück. Hier versucht der Ritter den Spiegel zu manipulieren. Der Spiegel spricht mechanisch „Frau Königin ihr seid die Schönste im ganzen Land“. Doch beim Herumschrauben belauscht ihn die Königin. Und sie erfährt vom Spiegel, das Schneewittchen lebt und bei den sieben Zwergen weilt.

Die Erfinder[Bearbeiten]

Das Mädchen ist nach langem Weg durch die Wildnis zu einem merkwürdigen Platz gelangt. Hier steht ein Mensch – es scheint auf den ersten Blick Andreas zu sein, aber es ist eine mechanische Puppe. Erschrocken flüchtet das Mädchen in das verlassene Haus. Alles ist hier seltsam. Futuristische Mechanik, technische Konstruktionen, Wasserbetten. Die Prinzessin bringt eine Menge in Unordnung, backt Pfannenkuchen und schläft schließlich ein. Schneewittchen ist in das Haus der Zwerge gelangt. Hier sind die Tüftler und Bastler zu Hause. Immer auf der Suche nach Tugenden fühlen sich die Zwerge berufen, mit mechanischer Technik der Wahrheit näherzukommen. Erstaunt finden die Zwerge Schneewittchen schlafend. Das fröhliche Prinzesschen bringt die allzu ordentliche Zwergenwelt in Wirbel.

Schneewittchens Mutter[Bearbeiten]

Von den Zwergen erfährt Schneewittchen die Geschichte ihrer wahren Mutter – und die Geschichte um das Schnee-, Blut- und Ebenholzwunder ihrer Geburt. Die altklugen Zwerge warnen Schneewittchen vor der Stiefmutter. Der steife Wahrheitsanspruch der Zwerge fordert jedoch zum Widerspruch. Mit einer mechanischen Puppe der Zwerge, einer künstlichen Nachbildung der bösen Königin, soll Schneewittchen lernen, sich vor der Feindin zu hüten.

Anschläge[Bearbeiten]

Die Königin macht sich mit einem vergifteteten Mieder als chinesischer Händler verkleidet auf in das Zwergenland. Unterdessen findet Andreas den Schwarzen Ritter in seltsamen Zustand. Immer ist er dabei seine Kniegelenke zu ölen. Dann bricht er zusammen. Die Mechanik ist kaputt, Rädchen brechen und Andreas hilft einem kleinen Zwerg aus der Rüstung. Seine Gestalt verleugnend, genoss der achte Zwerg als Schwarzer Ritter seinen Erfolg bei Hofe. Reuig macht er sich mit Andreas auf den Weg, um Schneewittchen vor den Mordabsichten der Königin zu retten. Der Anschlag mit dem Mieder wird von den sieben Zwergen vereitelt, doch die Königin ist schon wieder mit Gift und Apfel unterwegs. Der Weg von Andreas und dem Zwergen verläuft unterirdisch. Ein Gang stürzt ein und begräbt den achten Zwerg, aber er drängt Andreas alleine weiter. Doch als Andreas endlich zu den Zwergen gelangt, ist Schneewittchen vergiftet und liegt im Glassarg. Der Prinz hält trauernd Wache. Ein letztes Mal will er Schneewittchen noch berühren. Er zieht sie aus dem Glas, sie spuckt den Apfel aus und lebt. Glücklich fallen sie sich in die Arme. Indessen hat die Königin sich wieder vor ihrem Spiegel aufgestellt. Entsetzt sieht sie die Mechanik des Schwarzen Ritters am Boden zerstreut. Wahnsinnig geworden, zertrümmert sie die sprechende Spiegelsonne. Daraufhin verbrennen die flammenden Haare der Schönen zu Asche, ein Priester führt die Böse fort in ein entlegenes Kloster.

Wahrheit und Spiegel[Bearbeiten]

In der Zwergenwelt verabschieden sich Prinz Andreas und Schneewittchen. Die Wahrheit lag nicht in einer eindeutigen spiegelnden Antwort. Diese Einsicht führt die Zwerge zu ihrem dogmatischen Fehler der Spiegelkonstruktion: Die Wahrheit liegt in einem selbst und im lebendigen Miteinander. In diesem Sinn kann der Prinz mit seinem von den Zwergen konstruierten Puppenspiegelbild noch ein letztes Narrenspiel treiben. Schneewittchen, geschmückt mit den blutroten Karfunkeln der Zwerge, und ihr Prinz Andreas schiffen auf dem spiegelglatten Fluss in Begleitung des zurückgekehrten Königs der Wahrheit ihres Glücks entgegen.

Inszenierung der drei Spiegelwelten[Bearbeiten]

Hof und Eitelkeit[Bearbeiten]

Kulissenhaft präsentiert sich zu Filmbeginn die theatralische Hofzeremonie um den Thron. Die rauen Wände zeigen zwar karges gotisches Maßwerk, aber auch die Farben sind reduziert und erinnern an das Diktum Piet Mondrians, nur die Grundfarben Rot, Blau und Gelb könnten die geistig angemessene Ausstattung des Menschen bestimmen. Die Hofgesellschaft ist im Sinne von Malteser-Kreuzrittern ganz in den Schneewittchenfarben Schwarz und Weiß mit wenig Rot, während die Fenster blasses Blau und blasses Gelb wie bei hellem Jugendstilglas erleuchtet. Die Farbverteilung zeigt damit eine gewisse Affinität zu poppigen Schneewittchenbildern, z. B. zu den Schneewittchenbildern von Willi Planck,[2] zu den mosaikartigen Bilder von Franz Jüttner,[3] zu Disneys blau-gelbem Schneewittchenkostüm und zu Bess Livings[4] glasigen Hintergründen. Solche Erinnerungen wecken die Filmbilder allerdings, ohne selbst dem poppigen Schneewittchenbild die minimalistischen Filmästhetik von Schneewittchen und das Geheimnis der Zwerge zu opfern.[5] Die Kostüme orientieren sich an der burgundischen Hofmode. Nachdem ihre grauen Hüllen fallen entfaltet insbesondere das rote Prachtkleid und das herrliche rote Haar der Stiefmutter in der kargen Umgebung einen explosiven Glanz, während das Kleid Schneewittchens – wie bei Franz Jüttner weiß und schlicht – ganz im Dienste einer linienhaften Anmut steht.

Natur[Bearbeiten]

Die Gegenwelt zur höfischen Bühne bildet eine Wald- und Flusslandschaft. Hier dominiert Grün und hier ist auch die Bärenschlucht, wo sich Schneewittchen und ihr Bajaja-Prinz verlieben.

Zwerge und Maschinen[Bearbeiten]

Einen weiteren Pol bildet die futuristische Science-Fiction-Welt der Erfinder-Zwerge. Das Zwergenhaus als die Welt des schlechthin Anderen ist erfüllt von technischen Konstruktionen, künstlichen menschenimitierenden Puppen und wunderlicher Mechanik. Die Zwerge schlafen in türkisfarbenen Wasserbetten. Die Technik-Begeisterung der etwas starr wirkenden, wahrheitspriesterlichen Zwerge hat etwas Totes. So fokussiert sich im Futuristischen das alte Bild der geisterhaften Zwergenwelt mit ihrer Nähe zu Unterwelt,[6] aus deren glasigen Bergreich nur Schneewittchen wiederkehrt. Die von den Zwergen konstruierten künstlichen Menschen in Gestalt der Stiefmutter und in Gestalt von Prinz Andreas reflektieren das Spiegelmotiv des Märchens. Die künstlichen Puppen selbst rücken die Zwergenwelt in die Atmosphäre dunkler Erfindungen von künstlichen Menschen bei E.T.A. Hoffmann und Villiers de L’Isle Adam[7]

Spiegelweisen[Bearbeiten]

Das dreifache Erleben des Spiegelns – zum ersten im neidisch-eitlen Blick der Stiefmutter, zum zweiten im hybriden Kunstmenschen der Zwerge – schließt sich zum dritten im erlösten Naturbild, dem Spiegel im Wasser: Das Schlussbild zeigt, wie Andreas, Schneewittchen und der König im Spiegelspiel von Wasser und Licht auf dem Fluss davonfahren.

Stoff und Symbole[Bearbeiten]

Mond und Karfunkelsteine[Bearbeiten]

Ein wichtiges Leitmotiv im Film ist das für Schneewittchen gleichnishafte Bild des Mondes. Der Mond erscheint vor schwarzem Nachthimmel weiß und rot und in seinen drei Gestalten: zunehmend, abnehmend und voll. Tiefsinnig ist auch der Schmuck Schneewittchens mit roten Steinen, die schon durch die blutrote Farbe keine violettroten Rubine[8]sein können. Schneewittchen trägt Granatsteine, die auch böhmischer Karfunkel heißen und im Artussagenkreis mit den Blutstropfen Christi verglichen werden: In einer Tschechischen Version von Schneewittchen aus Mähren, wo Schneewittchen und das Marienkind in einer Märchenmischform auftreten, erhält Schneewittchen eine Granatschnur, und überschreitet damit unter Lebensgefahr das Tabu, kommt aber andererseits auch zu sich selbst.[9]

Schneewittchen und Narren-Prinz[Bearbeiten]

Der Handlungsverlauf richtet sich im Wesentlichen nach dem Schneewittchenmärchen der Gebrüder Grimm. Allerdings wird hier das Mysterium um Schneewittchens Geburt erst im Rückblick von den Zwergen erzählt. Ein wichtiger Unterschied zu Grimmschen Fassung ist die Einführung des Narrenprinzen Andreas. Die Liebe zwischen Schneewittchen und Andreas kann durch die Gegenwart des Prinzen wachsen, was ihre Bedeutung für Schneewittchens Rettung erklärt. Mit der Gestalt des Narren mischen sich tatsächlich Märchenmotive von Božena Němcovás Prinz Bajaja in das Schneewittchengeschehen. Und dies wird hier auch durch ausdrückliche Filmzitate der Prinz Bajaja-Verfilmung bestätigt: So ist hier wie dort das Blinde Kuh-Spiel der Schlüssel zur Erkenntnis der Liebe und in beiden Filmen wächst ein Prinz in der Verkleidung des Narren über sich selbst hinaus. Die Verbindung von Schneewittchen mit einem zu Unrecht verspotteten jungen Prinzen greift zurück auf Kreutzswalds Märchen Wie eine Königstochter sieben Jahre geschlafen hat und auf das schwedische Volksmärchen Die Prinzessin auf dem Glasberg. Allerdings ist der Handlungsverlauf bei diesen Märchen ein anderer. Bei Kreutzwald beginnt das Märchen mit dem Schneewittchenscheintod, aus dem sie dann ein Prinz Bajaja durch Erklimmen des Glasberges befreit, und das Schwedische Märchen bestimmt zunächst eine Eisenhansgeschichte. Im Film ist jedoch der lebenspühende Narr gleich zu Beginn des Grimm-Märchens mit dabei und auf der Hut vor den Ränken der Stiefmutter.

Kritiken[Bearbeiten]

  • „Schneewittchen und das Geheimnis der Zwerge Ein unbekannter schwarzer Ritter bringt ein Geschenk an den Königshof – einen Wunderspiegel, der wahrhaftige Antworten gibt. Der Ritter schenkt ihn der Königin. Fast scheint es, er ist in sie verliebt. Von ihm selbst weiß man wenig. Er scheint unbesiegbar und schlägt alle Helden am Königshof. Aber er legt nie seine Rüstung ab. Die Königin befiehlt ihm, Schneewittchen zu töten (weil sie schöner ist, ja, das wußtet Ihr schon), aber er bringt es nicht fertig und läßt sie laufen – und so gelangt sie zu den Zwergen. Das bleibt nicht verborgen und die Königin macht sich auf, Schneewittchen endgültig aus dem Weg zu räumen. Und sie bringt ihr den vergifteten Apfel. Doch nun muß der schwarze Ritter sein Geheimnis lüften. Und er zeigt dem Prinzen den Weg zu den Zwergen.Ihr dachtet, ihr kennt das Märchen von Schneewittchen, der bösen Stiefmutter und den Zwergen längst? Na, wenn Ihr Euch da nicht getäuscht habt.“ – schrieb Kinderfilm-online.de
  • „Als der König sich auf einen Kreuzzug begibt, wird Schneewittchen, seine Tochter, von der missgünstigen Stiefmutter, die kein schöneres weibliches Wesen neben sich duldet, vom Hof gejagt. Auch als sie in den Wald flieht und sich bei sieben Zwergen versteckt, hat sie noch keine Ruhe vor der bösen Stiefmutter. Denn diese ist inzwischen im Besitz eines Zauberspiegels, den sie nur zu einem Zweck benutzt: Um dem schönen Schneewittchen nach dem Leben zu trachten …“ – schrieb Märchenfilme.com
  • „Schneewittchen wird von der Königin verstoßen. Sie findet bei den sieben Zwergen Unterschlupf. Aber selbst dort ist sie nicht sicher vor ihrer Stiefmutter. Denn diese duldet keine schönere Frau neben sich. – Verfilmung eines der berühmtesten Märchen der Gebrüder Grimm.“ – schrieb die Filmdatenbank
  • „Enttäuschende Neuverfilmung des Märchens um Schneewittchen, die sieben Zwerge und die Intrigen der bösen Stiefmutter, versehen mit einem allzu konstruiert wirkenden philosophischen Überbau. Nur selten flackert Fabulierfreude auf, die Darsteller spielen hölzern, die Ausstattung ist lieblos.“ Lexikon des internationalen Films[10][11]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Roland Risse (1853–1887): Ölgemälde: Schneewittchen und die sieben Zwerge; von 1868. (Öl auf Leinwand, 68,5 × 104 cm.) surlalunefairytales.com
  2. Willy Planck(1870–1956): Sechs Bilder zu Schneewittchen: 1. Schneewittchens Mutter sitzt am Fenster und sticht sich in den Finger. 2. Die böse Stiefmutter vor dem Spiegel. 3. Schneewittchen kniet vor dem Jäger und bittet um sein Leben. 4. Das schlafende Schneewittchen wird von den Zwergen gefunden. 5. Die böse Stiefmutter bringt Schneewittchen den vergifteteten Apfel. 6. Schneewittchen erwacht wieder zum Leben. – eu.art.com. Die Bilder entstanden um ca. 1899.
  3. Schneewittchenbilder von Franz Jüttner: Die Stiefmutter und Schneewittchen im Wald
  4. Bess Livings: Schneewittchen, surlalunefairytales.com
  5. Ludvík Ráža ist eine Purist des Märchenfilms: In kargen Landschaften wird der Blick des Betrachters auf diese Weise ganz auf die Darstellung der Handlung gelenkt: So bevorzugt Ludvík Ráža solche rauen Hintergründe auch in seinem Märchenfilm Die sieben Raben
  6. vgl z. B. das Motiv der Zwerge in der Unterwelt bei Friedrich Reinhold Kreutzwald: Estnische Märchen: Die Unterirdischen S. 236–242; aus dem Estnischen übertragen von Ferdinand Löwe; Verlag Perioodika; Tallinn 1981 oder auch die Schneewittchenvarianten in denen die Königstochter in einem Glasberg wie in einem der Totenruhe geweihten Berg schläft. Siehe zu letzterem Ernst Böken: Schneewittchenstudien – fünfundsiebzig Varianten im engeren Sinn, Leipzig 1910
  7. z. B. ist zu denken an die Androiden aus E.T.A. Hoffmann Der Sandmann oder Villiers l’Isle Adam Die künftige Eva
  8. Hier kann nur ein Irrtum im Synchronisationsprozess des Filmes vorliegen
  9. Kurt Derung: Märchenlexikon.at – Eine Schneewittchenvariante in „Tschechisch aus Mähren“ zeigt diese Gestalt: Es ist „verbunden mit dem Marienkind, Waisenmädchen bei den Räubern, findet im verbotenen Zimmer ein verstaubtes Kruzifix, leugnet das dem alten Weib gegenüber, erhält eine Granatenschnur; Ring, Schuhe, Haarnadel.“
  10. Schneewittchen und das Geheimnis der Zwerge im Lexikon des Internationalen Films
  11. Die sonst sehr qualifizierten Film-Kommentare dieses Lexikons sind in diesem Fall leider sehr wenig zutreffend – die Anklänge an die Moderne in Schneewittchen und das Geheimnis der Zwerge werden als lieblose Ausstattung missverstanden – als wenn jeder Märchenfilm im viktorianischem Samt- und Seidenkostüm erscheinen müsste. Die Kriterien der Beurteilung klingen willkürlich und verstellen den Blick auf diese interessante Möglichkeit einer Schneewittcheninterpretation. Kritisierbares gibt es andrerseits tatsächlich bei dieser Schneewittchenverfilmung: Der Anschlag der Stiefmutter mit dem Giftkamm wird ausgelassen, wodurch das Filmende wie mit heißer Nadel gestrickt erscheint. Auch das allzu pünktliche Auftauchen von Schneewittchens Vater, als die Gefahr überwunden ist, erscheint ein wenig willkürlich. Die Verwechslung von Granatstein und Rubin ist ein grober Fehler, der sinnentstellend wirken kann; und die Schlussmusik mit dem Song This is Heaven von Kristine Frey, die auch nicht im Geringsten zu der durchgängig mittelalterlich wirkenden Filmmusik von Petr Hapka passen will, soll wohl zeitgemäß wirken, bleibt aber ein merkwürdiger Stilbruch. – Diese Elemente erklären die harsche Kritik, die Schneewittchen und das Geheimnis der Zwerge hinnehmen musste.
  12. Hier erscheinen, wie im Film, nur zwei Versuchungen durch die böse Stiefmutter – erst wird Schneewittchen mit einem Kamm vergiftet und dann folgt der trügerische Apfel – die grimmsche Episode mit dem Mieder fehlt. Im Film dagegen wird auf das Geschehen mit dem Kamm verzichtet.