Schnellspanner

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Funktionsweise der Schnellspannachse eines Fahrrades
Schnellspanner am Sattelrohr

Als Schnellspanner oder Schnellspannvorrichtung werden Klemmvorrichtungen bezeichnet, die sich schnell und meist ohne Werkzeug von Hand lösen oder festsetzen (spannen) lassen.

Sie sind sehr verbreitet bei Werkzeugmaschinen zum Festhalten von Werkstücken bei der Bearbeitung oder zur Sicherung von Verschlüssen an Behältern, sowie auch an Fahrradteilen wie den Laufrädern oder Sattelstützen am Rahmen bzw. der Gabel.

Schnellspanner für Laufräder am Fahrrad[Bearbeiten]

Schnellspanner Fahrrad

Die Qualität wird vor allem an seiner Klemmwirkung gemessen. Günstige Modelle verwenden teilweise Kunststoffringe, was sich bei sportlicher Fahrweise oder durch die hohe Belastung zu einem Sicherheitsrisiko entwickeln kann.

Geschichte[Bearbeiten]

Hebelmutter an einem Diamant-Fahrrad, Vorläufer des Schnellspanners

Der Schnellspanner wurden 1930 von Tullio Campagnolo erfunden und zum Patent angemeldet. Er hatte bei einem Rennen 1927 wegen des Wechselns eines Laufrades mittels Flügelmuttern wertvolle Zeit verloren; damals war dies die einzige Möglichkeit, durch Umdrehen des Hinterrades eine andere Übersetzung zu wählen. Im Patent hießen die Schnellspanner damals noch „Getriebe für den Radsport“.[1]

Probleme[Bearbeiten]

Handelsüblicher Schnellspanner am Hinterrad zur Befestigung einer Schaltnabe. Da der Schnellspanner hier im Rahmendreieck versenkt ist, kann er auch nach vorn geschlossen werden.

Schnellspanner an Laufrädern ermöglichen es, diese sehr schnell auszubauen. Zum Ausbau muss lediglich eine vorhandene Felgenbremse entspannt und beim Hinterrad das Schaltwerk der Kettenschaltung nach hinten gezogen werden. Bei manchen Nabenschaltungen ist die Demontage etwas schwieriger. Drehmomentstützen und Schaltzüge behindern oft den schnellen Ausbau des Rades.

Diebstahl[Bearbeiten]

Diebstahlssicherung am Hinterrad

Die schnelle Bedienung macht es Dieben leicht, Bauteile des Fahrrades in Sekunden zu entwenden. Deshalb werden Schnellspannachsen angeboten, die nur mit speziellen Schlüsseln geöffnet werden können. Gelegenheitsdiebe werden abgeschreckt, Spezialisten können jedoch derartige Sicherungen mit einfachen Mitteln schnell entfernen.

Funktionsweise[Bearbeiten]

Schnellspanner an einem Fahrrad mit sichtbarem Exzenter

Meist arbeitet ein Schnellspanner mit einem Exzenter, der durch einen Hebel betätigt wird. Die hohe Zugspannung verursacht entsprechend hohe Reibungskräfte, sodass sich der Hebel nicht von selbst löst. Bei einem sehr leichtgängigen Schnellspanner wird der Exzenter etwas über die maximale Auslenkung (Druckpunkt) hinaus geschwenkt, bevor er am Rahmen oder an der Gabel anliegt, sodass er durch die Zugspannung der Spannachse in der geschlossenen Position fixiert wird.

Für Bohrvorrichtungen gibt es die deutsche DIN-Norm DIN 6348.

Bedienung[Bearbeiten]

Zum Ausbau des Laufrads wird der Hebel des Schnellspanners aufgeklappt, was manchmal eine hohe Kraft erfordert. Anschließend muss üblicherweise die dem Hebel gegenüberliegende Mutter festgehalten und der Hebel mit der Schnellspannerachse einige Umdrehungen gegen den Uhrzeigersinn herumgeschwungen werden, damit sich das Laufrad aus dem Ausfallende herausheben lässt.

Beim Einbau wird der Hebel nach dem Einsetzen des Laufrads im Uhrzeigersinn herumgeschwungen (Mutter auf der Gegenseite dabei festhalten). Die richtige Voreinstellung ist erreicht, wenn sich der Hebel anschließend ohne Kraftaufwand herumlegen lässt, bis er im Winkel von 90 Grad zur Ebene des Laufrads steht. Schließlich wird mit Kraft vollständig herumgelegt, bis er möglichst flach am Rahmen oder an der Gabel anliegt. Er sollte dabei nach hinten gerichtet werden, damit er sich nicht unbemerkt löst, wenn man mit dem Fahrrad ein Hindernis berührt, und damit im dichten (Fußgänger-)Verkehr keine Schnüre, Leinen, Drähte oder gar Kleidungsstücke mitgerissen werden.

Moderne Sporträder mit Kettenschaltung besitzen üblicherweise senkrechte hintere Ausfallenden, bei welchen die Laufräder nicht ausgerichtet werden müssen. Fahrräder mit Nabenschaltung sowie viele einfache und manche Renn- oder Reiseräder haben hinten schräge oder waagerechte Ausfallenden, um die Kettenspannung durch das Verschieben des Hinterrades einstellen zu können. Hier sorgen Einstellschrauben, die im Ausfallende eingeschraubt werden, oder nach dem Einsetzen des Rades wie eine Unterlegscheibe über die Achse geschobene Kettenspanner, die genaue Ausrichtung[2]

Literatur[Bearbeiten]

  • Paolo Faccinetti, Guido P. Rubino: Campagnolo – ein Unternehmen schreibt Fahrradgeschichte; Delius Klasing Moby Dick; 1. Auflage 2009; ISBN 978-3-7688-5275-3
  • Fritz Winkler, Siegfried Rauch: Fahrradtechnik Instandsetzung, Konstruktion, Fertigung. 10. Auflage, BVA Bielefelder Verlagsanstalt GmbH & Co. KG, Bielefeld, 1999, ISBN 3-87073-131-1

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Geschichte von Campagnolo auf fahrradmonteur.de
  2. Achsbefestigung bei der Einstellung von Kettenschaltungen auf Fahrradmonteur.de