Schneppenbach

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Schneppenbach in Rheinland-Pfalz. Für weitere Bedeutungen, siehe Schneppenbach (Begriffsklärung).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Schneppenbach
Schneppenbach
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Schneppenbach hervorgehoben
49.8444444444447.4055555555556424Koordinaten: 49° 51′ N, 7° 24′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Kreuznach
Verbandsgemeinde: Kirn-Land
Höhe: 424 m ü. NHN
Fläche: 3,3 km²
Einwohner: 256 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 78 Einwohner je km²
Postleitzahl: 55608
Vorwahl: 06544
Kfz-Kennzeichen: KH
Gemeindeschlüssel: 07 1 33 204
Adresse der Verbandsverwaltung: Bahnhofstraße 31
55606 Kirn
Webpräsenz: www.schneppenbach.de
Ortsbürgermeister: Thomas Geib
Lage der Ortsgemeinde Schneppenbach im Landkreis Bad Kreuznach
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Über dieses Bild
Ortsansicht von Schneppenbach
Der Teufelsfels (568 m)
Katholische Kapelle

Schneppenbach ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Kreuznach in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Kirn-Land an.

Geographie[Bearbeiten]

Schneppenbach liegt im südlichen Hunsrück, am Westrand des Lützelsoons und östlich (oberhalb) des Hahnenbachtals. Im Süden befindet sich Bruschied, im Westen Bundenbach und nördlich liegt Woppenroth. Die nächsten größeren Städte sind Idar-Oberstein und Simmern.

Geschichte[Bearbeiten]

Seit dem Mittelalter gehörte Schneppenbach, 1044 erstmals urkundlich erwähnt, zu einer größeren Grundherrschaft der Reichsabtei St. Maximin vor Trier. Die Grundherrschaft umfasste – außer den später wüst gewordenen Siedlungen Blickersau und Kaffeld – die Dörfer Woppenroth, Bundenbach, Schneppenbach, Bruschied und den Haupthof und Pfarrort Hausen bei Rhaunen.

Das Schicksal des Ortes war jahrhundertelang eng verbunden mit der auf seiner Gemarkung errichteten Schmidtburg. Die Burg, deren Entstehungsgeschichte auf das Jahr 926 zurückgehen dürfte, ist eine der ältesten Burgen im Nahe- und Hunsrückraum und war vermutlich Stammsitz der Grafen im Nahegau, der Emichonen. Als deren Teilerben und Rechtsnachfolger übernahmen die Wildgrafen die Burg. Interne Familienstreitigkeiten der Wildgrafen führten jedoch dazu, dass die Burg um 1330 in den Besitz des Trierer Erzbischofs und Kurfürsten Balduin von Luxemburg überging. Unter Balduin erfolgte der Ausbau der Schmidtburg, die in der Folgezeit Sitz des kurtrierischen Amtes Schmidtburg wurde.

Während Bundenbach der einzige Ort des Amtes war, der unter alleiniger Landeshoheit von Kurtrier stand, bildeten Bruschied und Schneppenbach ein Kondominium und gehörten gemeinschaftlich zu Kurtrier und den Rittern von Wildberg. Um 1650 erscheint als Ortsherr von Schneppenbach der Ritter Cratz von Scharffenstein.

Im Jahre 1563 gab es in Schneppenbach neun, im Jahre 1684 fünf und im Jahre 1715 elf Haushaltungen. Die Einwohner von Bruschied und Schneppenbach besaßen zwar eine Kapelle, besuchten jedoch den Hauptgottesdienst in Bundenbach. Als das Amt Schmidtburg vor 1554 an den kurtrierischen Amtmann Nikolaus von Schmidtburg verpfändet wurde, führte dieser nach 1561 vorübergehend das reformierte Bekenntnis ein. Schon 1626 sind die Orte aber wieder katholisch.

1794 wurde das Linke Rheinufer während des Ersten Koalitionskrieges besetzt, 1798 wurde das Gebiet von der französischen Direktorialregierung nach französischem Vorbild reorganisiert. Das Dorf Schneppenbach wurde der neu gebildeten Mairie Kirn im Arrondissement Simmern zugeordnet, das zum Rhein-Mosel-Département gehörte.

Dort verblieb die Gemeinde bis zum Ende der französischen Herrschaft (1814) und kam aufgrund der auf dem Wiener Kongress getroffenen Beschlüsse 1815 zum Königreich Preußen. Unter der preußischen Verwaltung gehörte Schneppenbach von 1816 an zur Bürgermeisterei Gemünden im preußischen Kreis Simmern.

Im Zuge der zuletzt erfolgten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde Schneppenbach der Verbandsgemeinde Kirn-Land zugeordnet.[2]

Besondere Bedeutung für Schneppenbach hat der Räuberhauptmann Schinderhannes. So stürmte am 25. Februar 1799 um fünf Uhr morgens die Gendarmerie das Haus der rustikalen Schönheit Budzliese-Amie in Schneppenbach und konnte dort den Schinderhannes verhaften. Der Müller von der Römermühle hatte den heißen Tipp gegeben.

„Im Schneppenbacher Forste, da geht der Teufel rumdibum …“, so heißt es in Carl Zuckmayers Schinderhanneslied aus dem Schauspiel Schinderhannes.[3]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Schneppenbach, die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[4]

Jahr Einwohner
1815 225
1835 278
1871 293
1905 278
1939 280
Jahr Einwohner
1950 285
1961 272
1970 294
1987 284
2005 261

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Schneppenbach besteht aus sechs Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 7. Juni 2009 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.[5]

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „Unter silbernem Schildhaupt belegt mit einem roten Kreuz, in Grün eine goldene Gewandschließe belegt mit vier roten und vier blauen Punkten im Wechsel, begleitet von zwei silbernen Rauten“.

Das Schildhaupt verweist auf die ehemalige Zugehörigkeit zu Kurtrier. Die Gewandschließe nimmt Bezug auf die Familie Schenk von Schmidtburg.[6] Die Rauten deuten auf die ehemalige Schieferindustrie in der Gemeinde. Die grüne Farbe symbolisiert den Waldreichtum.

Der Gemeinderat beauftragte den Grafiker Brust, Kinrsulzbach, einen Entwurf für ein Gemeindewappen zu erarbeiten. In der Sitzung am 13. August 1971 nahm der Rat den vorgelegten Entwurf an. Nach Zustimmung durch das Staatsarchiv erteilte das Ministerium des Innern in Mainz am 8. Oktober 1981 die Genehmigung zur Führung eines eigenen Wappens.[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Schneppenbach

Sprache[Bearbeiten]

Die Bevölkerung spricht die Hunsrücker Mundart in einer moselfränkischen Ausprägung. Der Ort befindet sich zusammen mit den Nachbargemeinden gerade noch nördlich einer berühmten europäischen Sprachgrenze, der sogenannten das-dat-Linie. (Südlich davon spricht man Rheinfränkisch.)

Eine besondere hochmittelalterliche Hinterlassenschaft stellen sprachliche Eigentümlichkeiten dar, die etwa im Falle von „die Bach“ oder „der Butter“ den mittelhochdeutschen Sprachstand der Zeit Walthers von der Vogelweide bewahrt haben. Aus der Zeit der französischen Herrschaft stammen außerdem die Worte „Scheeslong“ (Sofa), „Canape“, „Trottwa“ (Bürgersteig) und „Portmonnee“, außerdem „Bobbeschees“ (Puppenwagen) und „Kinnerschees“ (Kinderwagen).

Personen[Bearbeiten]

  • Johann Thomas Petry, auch Johann Thomas Petri; († 1799 in Schneppenbach), deutscher Baumeister

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schneppenbach – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistische Mappen, VG Kirn-Land, 2009
  3. a b Statistische Mappen, Verbandsgemeinde Kirn-Land, 2009
  4. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  5. Kommunalwahl Rheinland-Pfalz 2009, Gemeinderat
  6. gemaltes Wappen: Staatsarchiv Koblenz Abt. 54 S Nr. 226