Schneverdingen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schneverdingen
Schneverdingen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schneverdingen hervorgehoben
53.11669.792397Koordinaten: 53° 7′ N, 9° 48′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Heidekreis
Höhe: 97 m ü. NHN
Fläche: 234,58 km²
Einwohner: 18.696 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 80 Einwohner je km²
Postleitzahl: 29640
Vorwahlen: 05193, 05198, 05199, 04265
Kfz-Kennzeichen: HK
Gemeindeschlüssel: 03 3 58 019
Stadtgliederung: 10 Ortsteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Schulstraße 3
29640 Schneverdingen
Webpräsenz: www.schneverdingen.de
Bürgermeisterin: Meike Moog-Steffens (parteilos)
Lage der Stadt Schneverdingen im Landkreis Heidekreis
Landkreis Heidekreis Niedersachsen Landkreis Nienburg/Weser Region Hannover Landkreis Verden Landkreis Rotenburg (Wümme) Landkreis Harburg Landkreis Lüneburg Landkreis Uelzen Landkreis Celle Lindwedel Buchholz Schwarmstedt Essel Hademstorf Gilten Grethem Eickeloh Hodenhagen Böhme Häuslingen Ahlden Frankenfeld Rethem Walsrode Neuenkirchen Bomlitz Schneverdingen Osterheide Bad Fallingbostel Wietzendorf Soltau Munster BispingenKarte
Über dieses Bild

Schneverdingen (niederdeutsch/plattdüütsch Snevern) ist eine Stadt im Landkreis Heidekreis in Niedersachsen und gehört zur Metropolregion Hamburg. Schneverdingen ist Ausgangspunkt für den Fremdenverkehr zum Naturpark Lüneburger Heide.

Geografie[Bearbeiten]

Schneverdingen liegt mitten in der Lüneburger Heide zwischen Soltau im Süden, Rotenburg (Wümme) im Westen und Buchholz in der Nordheide im Norden. Östlich von Schneverdingen beginnt der Naturpark Lüneburger Heide.

Neben Schneverdingen selbst gehören folgende Ortschaften zur Kommune: Ehrhorn, Großenwede, Heber, Insel, Langeloh, Lünzen, Schülern, Wesseloh, Wintermoor und Zahrensen.

Nachbarstädte[Bearbeiten]

Sittensen
32 km
Buxtehude
45 km
Buchholz (Nordheide), Hamburg
29 km, 66 km
Rotenburg (Wümme), Bremen
28 km, 60 km
Nachbargemeinden Bispingen, Lüneburg
17 km, 60 km
Neuenkirchen, Visselhövede, Verden
12 km, 22 km, 47 km
Soltau
17 km
Celle
65 km

Geschichte[Bearbeiten]

Im Jahre 1231 wurde Schneverdingen erstmals urkundlich erwähnt. Der Bischof Iso von Verden zwang den Ministerialen Lippold von Zahrenhusen, auf die Vogtei „Snewordinge“ zu verzichten.

Die Gegend um Schneverdingen herum ist maßgeblich von eiszeitlichen Einflüssen und Viehhaltung, insbesondere der Heidschnucken, geprägt. Durch die Bewirtschaftung mit diesem Vieh, in Verbindung mit den kargen Sandböden, entstand eine großflächige Heidelandschaft (mit Calluna vulgaris bewachsen), welche heutzutage viele Touristen anzieht. Trotzdem war weder die Viehhaltung noch der Ackerbau ergiebig, weshalb sich auch nie eine hohe Bevölkerungsdichte einstellte.

Heidschnuckenherde bei Schneverdingen

Mit dem Aufkommen des Mineraldüngers wurde die Landwirtschaft zunehmend bedeutendsamer, standen doch große Flächen, vorher mäßig fruchtbar, plötzlich in zunehmendem Maße ertragreich, zur Verfügung. Mitte des 19. Jahrhunderts traten andere handwerkliche Berufe stärker in den Vordergrund. Große Bedeutung erlangte die Lederverarbeitung zur Herstellung von Schuhen. Zur Blütezeit arbeiteten in Schneverdingen über 300 Schuhmacher. Daraus entwickelten sich zahlreiche Schuhfabriken, von denen heute allerdings aufgrund des Strukturwandels in dieser Branche nur noch ein Betrieb existiert.

Seit Anfang des 20. Jahrhunderts verbindet die Heidebahn Schneverdingen mit Hamburg im Norden sowie Hannover im Süden. Sie trug unrühmlich zur Geschichte des Deutschen Reiches bei. Auf ihr wurden Menschen in Konzentrationslager transportiert, insbesondere ins KZ Bergen-Belsen. Zu diesem Thema werden noch lokal-historische Forschungen angestellt, weswegen eine abschließende Dokumentation schwer möglich ist.

Anfang des 20. Jahrhunderts unterhielt der Yachtkonstrukteur Max Oertz für Testflüge einen Flugplatz in Schneverdingen. Noch heute zeugen die Straßen "Am alten Flugplatz" und die "Max-Oertz-Str." hiervon, der Flugplatz ist Wohngebieten gewichen. Die genannten Straßen liegen beide auf dem ehemaligen 500 Morgen großen Gelände. Der heutige Segelflugplatz in Reinsehlen ist später entstanden.

Bei Reinsehlen, ein Teil des Ortsteils Insel, entstand ab 1938 ein Militärflugplatz der Deutschen Luftwaffe. Er diente während des Zweiten Weltkriegs als Ausbildungs- und Einsatzflugplatz unter dem Tarnnamen Posemuckel. In der Kriegsendphase ab 1945 waren auf dem Flugplatz die ersten neuartigen Düsenflugzeuge stationiert, wie der erste strahlgetriebene Bomber Arado 234. Nach dem Einmarsch britischer Truppen nutzten sie militärischen Einrichtungen und Unterkünfte, stellten sie aber 1946 deutschen Behörden zur Unterbringung von Flüchtlingen und Vertriebenen zur Verfügung. Ab 1946 lebten darin durchschnittlich etwa 1500 Personen, womit es eines der größten Flüchtlingslager in Norddeutschland war. 1949 forderte die britische Besatzungsmacht das Lager zurück zur Einrichtung eines militärischen Trainingscamps. Ab 1950 diente das ehemalige Flugplatzgelände unter dem Namen Camp Reinsehlen als Basislager für britische Panzerübungen in der Lüneburger Heide.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich der Ort. Die Bevölkerung wuchs schnell an. Am 30. Oktober 1976 erhielt Schneverdingen die Stadtrechte.[2] Heutzutage prägen über 1500 Betriebsstätten aus den Bereichen Industrie, Handwerk, Handel und Dienstleistung das Stadtbild und stellen rund 4000 Arbeitsplätze.

Aufgrund der besonderen landschaftlichen Lage ist der Fremdenverkehr mit etwa 200.000 jährlichen Übernachtungen der wichtigste Wirtschaftsfaktor geworden, vor allem nachdem im Jahre 1994 die militärische Nutzung des Soltau-Lüneburg-Übungsraumes rund um das britische Militärlager Camp Reinsehlen aufgegeben wurde.

Durch intensive Vereinsarbeit gelang es, ein Kino zu errichten und einen Bürgerbus ins Leben zu rufen.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. März 1974 wurden die Gemeinden Großenwede, Heber, Insel, Langeloh, Lünzen, Schülern, Wesseloh, Wintermoor und Zarensen sowie größere Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Ehrhorn mit damals etwas mehr als 600 Einwohnern eingegliedert.[2]

Sehenswürdigkeiten und Touristik[Bearbeiten]

Politik[Bearbeiten]

Stadtratswahl 2011
Wahlbeteiligung: 60,9 %
 %
50
40
30
20
10
0
42,5 %
33,2 %
16,6 %
4,8 %
2,8 %
Darstellung des Ortswappens im Heidegarten

Schneverdingen ist gegliedert in den Kernort Schneverdingen und zehn Ortschaften. Jede der Ortschaften hat einen Ortsvorsteher. Diese werden vom Stadtrat auf Vorschlag der Fraktion bestimmt, deren Mitglieder der Partei oder Wählergruppe angehören, die in der jeweiligen Ortschaft bei der letzten Stadtratswahl die meisten Stimmen erhalten hat. Hauptamtliche Bürgermeisterin ist seit 1. November 2011 Meike Moog-Steffens (parteilos, jedoch für die SPD angetreten). Ehrenamtliche stellvertretende Bürgermeister sind Hans-Jürgen Thömen (SPD), Karin Meyer (CDU) und Christopher Schmidt (Bündnis 90/Die Grünen).

Der Stadtrat setzt sich aus dem hauptamtlichen Bürgermeister sowie 32 weiteren Ratsfrauen und -herren zusammen. Nach dem Ergebnis der letzten Kommunalwahlen 2011 entfielen auf die SPD insgesamt vierzehn, auf die CDU elf, Bündnis 90/Die Grünen fünf, sowie auf eine örtliche Wählergemeinschaft und die NPD jeweils ein Sitz. Die Fraktionen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen bilden eine Gruppe, mit der sie über eine absolute Mehrheit (19 der 32 ehrenamtlichen Ratsmitglieder) verfügen.

In den Verwaltungsausschuss, der hinter dem Stadtrat und vor dem Bürgermeister das zweithöchste Entscheidungsorgan der Stadt ist, entsenden die SPD neben der Bürgermeisterin vier, die CDU drei und Bündnis 90/Die Grünen einen Beigeordneten. Der Erste Stadtrat Friedrich Heine (parteilos) hat einen Sitz mit beratender Stimme.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Nicht mehr existierende Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

1897 wurde die Volksschule des Ortes errichtet. Das Gebäude wird heute "Alte Schule" genannt. 1942 wurde die Volksschule in eine Hauptschule umgewandelt.

Ostern 1912 eröffnete die Höhere Privatschule zu Schneverdingen und sollte Jungen auf das Einjährige-Freiwilligen-Examen vorbereiten. Mädchen sollten einen entsprechenden Unterricht erhalten. Ostern 1920 ging die Privatschule in die neu eingerichtete gehobene Abteilung der Volksschule auf.

Am 1. April 1940 eröffnete die Mittelschule, die sich aus der gehobenen Abteilung der Volksschule entstand.Ihr erster Leiter war Rektor Borschel, der ebenfalls die Volksschule leitete.

Vom 12. April 1945 bis 14. Dezember 1945 musste die Mittelschule kriegsbedingt schließen. Der Leiter Meyer ging im selben Jahr in den Ruhestand. Sein Nachfolger Meyer begann den Unterricht wieder. Durch Krieg und Besetzung war ein Großteil der Schuleinrichtung zerstört. Am 7. Januar 1947 zog die Schule in das Landjahrheim im Ortsteil Hansahlen ein.

1965 wurde ein neues Schulgebäude für die inzwischen geheißene Realschule am Timmerrahde eingeweiht. Es wurde von der Architektengruppe Schweitzer aus Braunschweig erbaut und kostete 1.549.450,08 DM[4].

Existierende Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Alte Schule

Für den Elementarbereich gibt es in Schneverdingen zehn Kindertagesstätten[5].

Der Primarbereich wird durch vier Grundschulen, deren Träger die Stadt Schneverdingen ist, abgedeckt. Die Grundschule in Hansahlen[6] wurde 1995 gegründet und wird seit 2005 von Wilfried Diekmann geleitet. Heute besuchen etwa 250 Kinder die dreizügige Schule, an der 28 Personen arbeiten. Es besteht seit 2007 eine Kooperationsvereinbarung mit dem Kindergarten Am Jordan, den Spielkreisen Insel und Wesseloh. Im Schuljahr 2011/2012 wurde die erste und zweite Klassenstufe zu einer gemeinsamen Eingangsstufe zusammengelegt. Die Grundschule Lünzen[7] richtete im gleichen Schuljahr ebenfalls eine Eingangsstufe ein. Sie hat Kooperationsvereinbarungen mit der Kindertagesstätte Lünzen und dem Spielkreis Schülern geschlossen. An ihr arbeiten unter der Leitung von Mirja Meyer[8] neun Personen mit ca. 80 Schülern. Die Grundschule ist eine offene Ganztagsschule. An der 1972 gegründeten Grundschule am Pietzmoor[9] arbeiten 19 Personen mit der Leiterin Christine von Fintel. Die 180 Kinder sind auf acht Klassen aufgeteilt. Seit dem Schuljahr 2011/2012 ist sie auch eine offene Ganztagsschule. Die Grundschule am Osterwald[10] mit dem Leiter Jürgen Becours ist ebenfalls seit 2011/2012 eine offene Ganztagsschule. In ihr werden ca. 270 Schüler in zwölf Klassen von 16 Lehrkräften und sieben pädagogischen Mitarbeitern unterrichtet.

Die Osterwaldschule Schneverdingen[11] ist seit 2004 eine Förderschule mit dem Schwerpunkt Lernen und wird von Klaus Hülsmann geleitet. 1956 wurde eine Hilfsschulklasse bzw. Sonderschulklasse in der Volksschule eingerichtet. 1959 wurde die Klasse ausgegliedert und als Sonderschule bzw. Hilfsschule weitergeführt. 1965 zog sie in die Gebäude der ehemaligen Realschule um. Seit 1973 ist sie im Gebäude am Osterwald untergebracht. 1982 wurde ihre Schulform in Sonderschule für Lernbehinderte und 2001 in Schule für Lernhilfe umbenannt. Heute werden in ihr 51 Schüler von neun Lehrern von der ersten bis zur neunten Klasse unterrichtet.

Die einzige Schule in Schneverdingen für den Sekundarbereich ist, neben der Osterwaldschule, die Kooperative Gesamtschule Schneverdingen (KGS Schneverdingen), die in Schulträgerschaft des Landkreises Heidekreis steht und die in drei Schulzweigen Hauptschule, Realschule sowie Gymnasium mit zum Abitur führender Oberstufe umfasst.

1955 wurde die Gemeindebücherei in den Archivräumen des Rathauses gegründet und siedelte 1983 in den "Alte Schule" über. 2011 wurde ihr der Titel "Bibliothek mit Qualität und Siegel" verliehen. Heute wird die Bücherei von Veronika Veit geleitet und hat einen Bestand von 23.000 Medien[12].

Feuerwehr[Bearbeiten]

Die 1895 gegründete Freiwillige Feuerwehr Schneverdingen hat zehn Ortsfeuerwehren mit insgesamt rund 480 aktiven Kameraden. Stadtbrandmeister ist seit 2012 Manfred Ehlermann und seine stellvertreter sind Christian Schmalenberg und Gerd Bürger.

Hamburg-Anbindung[Bearbeiten]

Schneverdingen ist traditionell nach Hamburg orientiert. Viele Berufstätige pendeln täglich nach Hamburg, Schneverdingen wird auch manchmal als südlichster Zipfel des „Hamburger Speckgürtels“ bezeichnet. Für diese Zugehörigkeit spricht auch, dass Schneverdingen mittlerweile an den HVV (Hamburger Verkehrsverbund) angeschlossen wurde. Bislang gilt der HVV-Tarif allerdings nur für Zeitkarten.

Wirtschaft[Bearbeiten]

In Schneverdingen hat die Bisquiva GmbH & Co. KG (unter diesem Namen seit 2009, zuvor Gottena) ihren Stammsitz und einen Produktionsstandort; die Firma gehört zur Bahlsen Gruppe, nachdem sie von 1988 bis 1995 zur Firma Brandt gehörte.

Sport[Bearbeiten]

Der TV Jahn Schneverdingen ist mit knapp 3500 Mitgliedern der größte Verein des Landkreises. Im Damen-Faustball zählt der TV Jahn mit etlichen gewonnenen Deutschen Meisterschaften sowie Erfolgen im Europapokal und Weltpokal zu den erfolgreichsten Vereinen.

Partnerstädte[Bearbeiten]

Zu der polnischen Stadt Barlinek (ehemals Berlinchen) in der Woiwodschaft Westpommern (ehemals Kreis Soldin) pflegt Schneverdingen seit 1993 eine aktive Partnerschaft. Um die Partnerschaft mit Leben auszufüllen, wurde am 15. März 1995 die Deutsch-Polnische Gesellschaft Schneverdingen e. V. gegründet. Auf polnischer Seite fand im Gegenzug die Gründung einer Polnisch-Deutschen Gesellschaft statt. Zahlreiche Begegnungen haben seither stattgefunden. Waren es zunächst gegenseitige Besuche der „Offiziellen“, wurde die Partnerschaft zunehmend durch Kontakte auf der Ebene der Vereine und Schulen bereichert.

In seiner Sitzung am 7. Juni 2001 hat der Rat der Stadt Schneverdingen eine weitere Städtepartnerschaft mit Eksjö in Schweden beschlossen. Da bereits seit 1996 eine Partnerschaft zwischen Eksjö und Barlinek besteht, wurde damit die Dreierbeziehung Schneverdingen-Barlinek-Eksjö komplett. Die Partnerschaftsurkunde wurde in Eksjö während der Veranstaltung „Eksjö-Tattoo“ vom 2. bis 5. August 2001 und in Schneverdingen während des Stadtjubiläums am 27./28. Oktober 2001 unterzeichnet.

Religion[Bearbeiten]

Peter-und-Paul-Kirche

Die Mehrheit der konfessionell gebundenen Einwohner gehört zur evangelisch-lutherischen Landeskirche. Insgesamt bestehen drei evangelisch-lutherische Gemeinden: Die Peter-und-Paul-Kirche, die Markusgemeinde mit der Eine-Welt-Kirche (siehe Sehenswürdigkeiten und Touristik) und die Friedenskirche Heber.

Die römisch-katholische Filialgemeinde St. Ansgar gehört seit 2006 zur Soltauer Pfarrgemeinde St. Maria. Ihre an der Feldstraße gelegene Kirche wurde 1962/63 erbaut, deren äußere Form wurde einem Heideschafstall nachempfunden.

Ferner befinden sich in Schneverdingen drei freikirchliche Gemeinden: Die Christuskirche an der Freudenthaler Straße gehört zum Bund Freikirchlicher Pfingstgemeinden. Die Freie evangelische Gemeinde, deren Anfänge bis ins Jahr 1902 zurück reichen, errichtete 1904/05 ihr Vereinshaus an der Grünhagenstraße. 1984 wurde ein größeres Gemeindehaus an der Heinrich-Loose-Straße, das Gebäude einer ehemaligen Berufsschule, eingeweiht. 2003 wurde die Johannes-Gemeinde (freikirchliche evangelische Hausgemeinde) gegründet.

Daneben existiert eine neuapostolische Gemeinde des Bezirks Lüneburg mit ihrer Kirche an der Schröderstraße sowie Zeugen Jehovas und Angehörige des Islam.

Im Ortsteil Lünzen besteht ein buddhistisches Meditationshaus des Tibetischen Zentrums Hamburg, in dem einige Nonnen und Mönche der tibetischen Gelugpa-Tradition leben, welches auch öffentliche Seminare durchführt.

Kultur[Bearbeiten]

Skulptur Heidekönigin in Schneverdingen
Krönungsort der Heidekönigin auf der Freilichtbühne Höpen

Bilingualität[Bearbeiten]

Schneverdingen liegt im Verbreitungsraum der niederdeutschen Sprache. Es werden Anstrengungen unternommen, die Kinder schon in frühem Alter an die Sprache heranzuführen, die in den vorhergehenden Jahrzehnten zunehmend aus dem öffentlichen Leben herausgedrängt worden ist. Zwischen 2006 und 2009 wurden nach und nach die Ortsschilder in den meisten Orten der Gemeinde Schneverdingen mit bilingualen Ortsschildern ersetzt.

Brauchtumspflege[Bearbeiten]

Örtliche Traditionen, wie zum Beispiel die Osterfeuer, das Pfingstbaumpflanzen und Pfingstwagen (hauptsächlich in den Schneverdingen umgebenden Dörfern), werden in Schneverdingen weiter gepflegt. Seit 1922 wird in Schneverdingen alljährlich eine Heidekönigin gewählt. Dies ist verbunden mit dem Heideblütenfest, das ein Publikumsmagnet ist. Höhepunkt ist der Festumzug und das Festspiel mit anschließender Krönung der neuen Heidekönigin auf der Freilichtbühne am Höpen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Gerhard Röper: 750 Jahre Schneverdingen. Mit einem Beitrag von Wilhelm Thömen. Stadt Schneverdingen, Schneverdingen 1981.
  • Walter Peters: 40 Jahre Schneverdingen. 1946–1986. Fakten Daten Bilder. Eine Dokumentation. Stadt Schneverdingen, Schneverdingen 1987.
  • Dierk Lawrenz, Lothar Eichmann: Die Heidebahn. Von Buchholz über Schneverdingen nach Soltau. 85 Jahre durch die Lüneburger Heide. EK-Verlag, Freiburg 1986, ISBN 3-88255-209-3;
    2., überarbeitete und neu bebilderte Ausgabe: EK-Verlag, Freiburg 1997, ISBN 3-88255-419-3.
  • Evangelisch-lutherische Peter und Pauls-Kirchengemeinde Schneverdingen (Hrsg.): 250 Jahre Peter und Paul Schneverdingen 1746 bis 1996. Festschrift zum 15. September 1996 aus Anlaß des 250jährigen Bestehens der Kirche Peter und Paul zu Schneverdingen. Schneverdingen 1996.
  • Olaf Grohmann (Verf.); Stadtwerke Schneverdingen (Hrsg.): 100 Jahre Strom für Schneverdingen. Vom Gemeinde-Elektrizitätswerk zum modernen Dienstleistungsunternehmen.. Verlag ecrivir, Hannover 2006, ISBN 978-3-938769-04-1.

Wohnplätze[Bearbeiten]

Gallhorn, Meyerhof, (heute im Stadtgebied liegend: Hansahlen, Höpen)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schneverdingen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Schneverdingen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. a b  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 235 und 236.
  3. Carolin George: Wie ein Ort erfolgreich der Landflucht trotzt. welt.de, 14. Juli 2014, abgerufen am 15. Juli 2014
  4. http://www.alte-mittelschule-schneverdingen.de/
  5. http://www.schneverdingen.de/staticsite/staticsite.php?menuid=112&public=307v94kj61dq53lgjr08346fm5&topmenu=404
  6. http://www.gsh-schneverdingen.de/
  7. http://www.gs-luenzen.de/
  8. Cathrin Mahns: Neustart in Lünzen. In Böhme-Zeitung vom 18. August 2010
  9. http://www.grundschule-am-pietzmoor.de/
  10. http://www.gso-schneverdingen.de/index.html
  11. http://www.osterwaldschule-schneverdingen.de/
  12. http://www.schneverdingen.de/pics/medien/1_1334134626/Bibliotheksprofil_2012-2017_Stand_Maerz_2012.pdf