Schokoladen-Kosmee

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Schokoladen-Kosmee
Schokoladen-Kosmee

Schokoladen-Kosmee

Systematik
Ordnung: Asternartige (Asterales)
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Unterfamilie: Asteroideae
Tribus: Coreopsideae
Gattung: Kosmeen (Cosmos)
Art: Schokoladen-Kosmee
Wissenschaftlicher Name
Cosmos atrosanguineus
(Hook.) Voss

Die Schokoladen-Kosmee (Cosmos atrosanguineus) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Beschreibung[Bearbeiten]

Die Schokoladen-Kosmee ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 40 bis 60 Zentimetern erreicht. Die Blütezeit reicht von Juli bis September. In den körbchenförmigen Blütenständen gibt es Zungen- und Röhrenblüten.

Die Pflanzen stammen weltweit von einem einzigen Klon, der durch vegetative Vermehrung reproduziert wird. Da sie selbststeril sind, können die Pflanzen keine fruchtbaren Samen produzieren, sondern pflanzen sich durch fleischige Wurzelknollen bzw. Pflanzliche Gewebekultur fort. Um die Arterhaltung zu sichern, wird das Bildungsgewebe der Pflanze in Kew Gardens in flüssigem Stickstoff konserviert[1].

Nutzung und Namensgebung[Bearbeiten]

Ihr Duft, der an Zartbitterschokolade erinnert, entfaltet sich bei warmem Sommerwetter in den späten Nachmittagsstunden. Sie wird manchmal als Schokoladenblume bezeichnet, unterscheidet sich aber von der echten Schokoladenblume (Berlandiera lyrata) vor allem durch ihre Blütenfarbe, die von einem dunkelvioletten Braunton bis dunkelrot variiert. Weitere deutsche Trivialnamen für Cosmos atrosanguineus sind Schwarze Kosmee, Duft-Schokoladen-Blume oder, wie alle Arten der Gattung, Kosmee und Schmuckkörbchen.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Heimat der Kosmee ist Mexiko, der genaue Herkunftsort ist aber nicht bekannt. Wissenschaftler nehmen an, dass diese Pflanzenart aus Zimapán, Hidalgo stammt.

Hybridsorte Strawberry Chocolate in einem japanischen Garten

Die Kosmee wurde anfangs den Zweizähnen (Bidens) zugeordnet und erstmals 1861 von Karl Eduard Ortgies als Bidens atrosanguineus (Hook.) Ortgies ex Regel beschrieben. William Jackson Hooker stellte sie 1894 in die neue Gattung Cosmos als Cosmos diversifolius var. atrosanguineus Hook. (Basionym)[2].

1835 erhielt William Thompson (1823-1903), der Gründer der Samenfirma Thompson and Morgan Samen aus Mexiko und begann sie in seiner Gärtnerei in Ipswich in Großbritannien zu vermehren. Er überließ Joseph Hooker in Kew Gardens einige Samen. In der Wildnis gilt die Pflanze seit 1902 als ausgestorben, sie wird nur noch als Zierpflanzen kultiviert. Alle Pflanzen entstammen Ablegern aus Kew Gardens[3]. 2010 wurden in Neuseeland fruchtbare Exemplare dieser Pflanze entdeckt, die es erlauben, Kreuzungen und neue Sorten zu züchten[4].

Pflege[Bearbeiten]

Die Schokoladen-Kosmee benötigt sonnige Standorte. Die Knolle ist frostempfindlich, sie muss im Herbst aus dem Boden genommen und kühl gelagert werden. Im folgenden Frühjahr kann sie wieder ausgepflanzt werden. Die Vermehrung erfolgt über Wurzelschnitte.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.kew.org/kewscientist/ks_apr95/brief.html; Wilkinson, T.; Wetten, A.; Prychid, C.; Fay, M. F. 2003. Suitability of cryopreservation for the long-term storage of rare and endangered plant species: a case history for Cosmos atrosanguineus. Annals of Botany 91/1, 65-74.
  2. http://www.ipni.org/ipni/idPlantNameSearch.do?id=66736-2
  3. http://pacificbulbsociety.org/pbswiki/index.php/Cosmos
  4. http://www.lens.org/lens/patent/US_PP21879_P3

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schokoladen-Kosmee – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien