Schollene

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schollene
Schollene
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schollene hervorgehoben
52.67722222222212.21888888888920Koordinaten: 52° 41′ N, 12° 13′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen-Anhalt
Landkreis: Stendal
Verbandsgemeinde: Elbe-Havel-Land
Höhe: 20 m ü. NHN
Fläche: 65,32 km²
Einwohner: 1266 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 19 Einwohner je km²
Postleitzahl: 14715
Vorwahl: 039389
Kfz-Kennzeichen: SDL, HV, OBG
Gemeindeschlüssel: 15 0 90 485
Adresse der Verbandsverwaltung: Fontanestraße 6
39524 Schönhausen (Elbe)
Webpräsenz: www.schollene-land.de
Bürgermeister: Armin Wernicke (SPD)
Lage der Gemeinde Schollene im Landkreis Stendal
Aland Aland Altmärkische Höhe Altmärkische Wische Arneburg Bismark (Altmark) Bismark (Altmark) Eichstedt Goldbeck Hassel Havelberg Hohenberg-Krusemark Hohenberg-Krusemark Iden Kamern Klein Schwechten Klietz Osterburg Rochau Sandau (Elbe) Schollene Schönhausen (Elbe) Stendal Stendal Stendal Stendal Seehausen Seehausen Tangerhütte Tangermünde Werben (Elbe) Wust-Fischbeck Zehrental Sachsen-AnhaltKarte
Über dieses Bild
Kirche in Schollene
Kirche in Molkenberg
Kirche in Ferchels

Schollene ist eine Gemeinde im Osten des Landkreises Stendal in Sachsen-Anhalt (Deutschland). Sie gehört der Verbandsgemeinde Elbe-Havel-Land an, die ihren Verwaltungssitz in der Gemeinde Schönhausen (Elbe) hat.

Geografie[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet von Schollene liegt zwischen der Havel und dem Land Schollene, einem waldreichen Endmoränenbogen. Die Havel ändert ihre Fließrichtung nahe Schollene von Osten kommend nach Norden. Unweit dieses Havelknies befindet sich der rund 70 Hektar große Nierower oder Schollener See. Der Südteil des waldreichen Gemeindegebietes wird als Truppenübungsplatz genutzt. Nächste Stadt ist Rathenow im angrenzenden brandenburgischen Landkreis Havelland.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zu Schollene gehören die Ortsteile

  • Ferchels
  • Mahlitz
  • Molkenberg
  • Neu-Schollene
  • Neuwartensleben
  • Nierow

sowie die Wohnplätze

  • Elshof
  • Karlsthal

Geschichte[Bearbeiten]

Der ursprünglich wendisch besiedelte Ort taucht erstmals 948 in einer Urkunde auf. Der Name leitet sich aus Skolena = Knie (Havelknie) ab.

Neben der Landwirtschaft spielt die in Deutschland einmalige Förderung von Pelose vom Grund des Nierower oder Schollener Sees eine Rolle. Der Heilschlamm Pelose wird in Krankenhäusern und Kurkliniken bei rheumatischen Erkrankungen, Sportverletzungen sowie in der Kosmetik eingesetzt.

Das Rittergut Schloss Schollene wurde 1752 erbaut und wechselte des öfteren den Besitzer, so die von Werder, von Wartensleben und von der Hagen. Bis zur Bodenreform 1945 gehörte es der Familie von Alvensleben.

Der Ortsteil Ferchels wurde erstmals 1369 urkundlich erwähnt. Der Name (ehemals auch „Verkels“ und „Verchels“) stammt von slawisch „vruhu“, was „Berggipfel“ bedeutet, also „Ort am Berg“. Sowohl der alte Dorfkern – ein wendischer Rundling – als auch der westlich gelegene neuere Teil sind auf überflutungssicheren Erhöhungen errichtet.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Bei den Gemeinderatswahlen am 7. Juni 2009 gab es folgende Ergebnisse:

  • Jugend: 29,1 %
  • Einzelbewerber: 24,1 %
  • Initiative Schollene: 19,2 %
  • CDU: 10,3 %
  • SPD: 10,2 %
  • Linke: 7,1 %

Bürgermeister[Bearbeiten]

Zum Bürgermeister wurde am 17. Februar 2008 der Sozialdemokrat Armin Wernicke gewählt, der sein Amt am 1. Juli 2008 antrat. Er erhielt 55,7 % der Stimmen und setzte sich gegen seine drei Mitbewerber durch.

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 13. November 1995 durch das Regierungspräsidium Magdeburg genehmigt.

Blasonierung: „Gespalten von Silber und Blau; vorn ein roter golden bewehrter Adler am Spalt mit goldenem Kleestengel auf dem Flügel, hinten pfahlweise schräg versetzt drei silberne Möwen in Form eines ‚M‘.“

Die Grundfarben der Gemeinde Schollene waren von jeher Blau - Weiß, deshalb auch die Wahl dieser Tinkturen im gespaltenen Schild. Der halbe rote Adler dokumentiert die historische Zugehörigkeit zum Kurfürstentum Brandenburg. Schollene war seit der Christianisierung im 10. Jahrhundert immer Grenzbereich und durch seine starke Burg Zankapfel zwischen dem Bistum Magdeburg und dem Brandenburgischen. Die Möwen symbolisieren den See und die nahe gelegene Havel, also den Wasserreichtum des Landes Schollene.

Historisches Wappenbild[Bearbeiten]

Die ehemaligen Gemeinden Ferchels, Molkenberg, Neuwartensleben und Schollene führten in Ihrem Gemeindesiegel schon einmal ein wappenähnliches Siegelbild. Dieses wurde im Zeitraum nach dem Zweiten Weltkrieg bis ca. der Einführung der Bezirke und Kreise in der DDR (1945-1952) benutzt. Eine weitere Quelle ist das Kreisheimatmuseum in Genthin.

Flagge[Bearbeiten]

Die Flagge ist Blau - Weiß (1:1) gestreift mit dem aufgelegten Gemeindewappen.

Flagge Schollene.png

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehrsanbindung[Bearbeiten]

Die Gemeinde Schollene liegt an der Landstraße von Havelberg nach Rathenow. Im 10 km entfernten Klietz besteht Anschluss an die Bundesstraße 107 von der B 107 zweigt in Wulkau die Landstraße nach Rathenow ab. Der nächste Bahnhof befindet sich im zehn Kilometer entfernten Großwudicke in Brandenburg an der Eisenbahnstrecke BerlinStendal. Es verkehren Linienbusse der Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen (RVW) unter dem Markennamen stendalbus.

Söhne und Töchter der Gemeinde[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt, Bevölkerung der Gemeinden – Stand: 31.12.2012 (PDF) (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schollene – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien