Schonerbark

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Schonerbark Mercator unter Segeln

Eine Schonerbark ist ein Großsegler, den man auch als Barkentine (früher eine Schonerbark mit Rahtopp am Großmast), Hermaphrodit-Bark (Zwitter-Bark; engl. hermaphrodite barque oder barquentine) oder seltener als Barkschoner bezeichnet. Es handelt sich dabei um eine Mischtakelung aus Rah- und Schratsegeln, also einem Mischtyp aus Bark und Schoner. Der (vordere) Fockmast muss voll rahgetakelt sein, die übrigen Masten tragen Schoner- oder Gaffelsegel. Gegen 1800 wurde diese Takelungsart entwickelt.

Ein moderner Vertreter dieses Schiffstyps ist das chilenische Segelschulschiff Esmeralda. Sie trägt am Fockmast nur Rahsegel, an den übrigen drei Masten Gaffelgroßsegel, Gaffeltoppsegel und Stagsegel (dreieckige Schratsegel). Ihre Werftschwester Juan Sebastián de Elcano, das spanische Segelschulschiff, ist demgegenüber ein Viermastmarssegelschoner. (Dreimast)-Bramsegelschoner (mit Untermast und Bramstenge) und (Dreimast)-Marssegelschoner (auch Toppsegelschoner genannt, mit Untermast, Bramstenge und Marsstenge) stellen nach Takelungsart und Bauweise des Fockmastes stets Schoner-Varianten dar, sofern ein Gaffelsegel am Fockmast angeschlagen ist (alle Masten mit Gaffelsegel). Ohne Gaffelsegel am Fockmast, also reine Rahtakelung dort, ist es eine Schonerbark-Variante, z. B. mit Großrahtopp und reiner Rahtakelung am Fockmast wäre es eine (Dreimast)-Bramsegelschonerbark (Bramstenge) oder (Dreimast)-Marssegelschonerbark (Mars- und Bramstenge). Es gab Schonerbarken mit drei, vier (die Viermastbarkentinen Mozart (1904) und Beethoven (1904)), fünf (die US-Schiffe County of Vicksburgh, Marsala) und sogar sechs Masten. Zur letzteren gehörte die Cidade do Porto (ex Viermastbark Hans) und die E. R. Sterling, ursprünglich als eisernes Viermastvollschiff Lord Wolseley 1883 gebaut, später (1898) in eine Viermastbark, nach Entmastung (1903) zur Sechsmastbarkentine umgeriggt. Bei ihnen hießen die sechs Masten wie bei den Sechsmastschonern:

  • Fockmast, Großmast, Kreuzmast, Tanzermast, Treibermast, Besanmast
  • foremast, mainmast, mizzenmast, jiggermast, drivermast, spankermast (englische Benennung)

Eine besondere Takelage hatten Segler mit zwei rahgetakelten und zwei schratgetakelten Masten (der Down Easter Olympic, 1.420 BRT, 1892 in Bath im US-Bundesstaat Maine gebaut) bzw. (dreimastige) Barkentinen mit Rahtopp am Großmast. Dieser Seglertypus hatte quasi die vordere Hälfte des Riggs rahgetakelt, die hintere Hälfte der Masten schratgetakelt. Man nannte diesen Takelagetyp Jackassbark; das Segelschulschiff Niobe ex Tyholm ex Morton Jensen war eine (dreimastige) Jackassbark. Ein fünfmastiges Schiff dieser Art hätte dann Fock- und Großmast rahgetakelt, den Mittelmast mit Gaffelsegel und Rahtop, die achteren beiden Masten mit Schratsegeln. In den Neuenglandstaaten nannte man diesen Segelschiffstyp auch einen Gaffelschoner, der eine Brigg jagt (a fore-and-aft schooner chasing a brig).

Manchmal findet sich auch der Begriff Polkabark für die Jackassbark. Korrekt ist eine Polkabark jedoch eine Dreimastschonervariante (Großgaffelsegel an allen drei Masten) mit Rahtopp (meist drei Rahsegel) an den beiden vorderen Masten, also meist ein Dreimastmarssegelschoner oder Dreimastmarsbramsegelschoner. Ein dreimastiger Marstoppsegelschoner oder Bramtoppsegelschoner hat nur Rahen am Vortopp.

Literatur[Bearbeiten]

  • Alfred Dudszus, Ernest Henriot, Friedrich Krumrey: Das große Buch der Schiffstypen, Bd. I. Schiffe, Boote, Flöße unter Riemen und Segel. Pietsch Verlag, Stuttgart 1992; ISBN 3-613500582
  • Štefan Guláš: Segelschiffe. Slovart Verlag, Bratislava 1987; ISBN 3-768407764
  • Tre Tryckare: Seefahrt, Nautisches Lexikon in Bildern. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1997; ISBN 3-860471740

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schonerbark – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien