Schopfheim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schopfheim
Schopfheim
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schopfheim hervorgehoben
47.6494444444447.8247222222222373Koordinaten: 47° 39′ N, 7° 49′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Lörrach
Höhe: 373 m ü. NHN
Fläche: 68,01 km²
Einwohner: 18.829 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 277 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 79641–79650
Vorwahlen: 07620, 07622
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 3 36 081
Stadtgliederung: 9 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Hauptstraße 29–31
79650 Schopfheim
Webpräsenz: www.schopfheim.de
Bürgermeister: Christof Nitz (CDU)
Lage der Stadt Schopfheim im Landkreis Lörrach
Frankreich Schweiz Landkreis Waldshut Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Aitern Bad Bellingen Binzen Böllen Efringen-Kirchen Efringen-Kirchen Eimeldingen Fischingen (Baden) Fröhnd Grenzach-Wyhlen Zell im Wiesental Häg-Ehrsberg Hasel (Baden) Hausen im Wiesental Inzlingen Kandern Kleines Wiesental Lörrach Malsburg-Marzell Maulburg Rheinfelden (Baden) Rümmingen Rümmingen Schallbach Schliengen Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönenberg (Schwarzwald) Schopfheim Schwörstadt Steinen (Baden) Todtnau Tunau Utzenfeld Weil am Rhein Wembach Wembach Wembach Wieden (Schwarzwald) Wittlingen Wittlingen Zell im Wiesental Zell im Wiesental Zell im WiesentalKarte
Über dieses Bild
Schopfheim im Dreiländereck

Schopfheim (alemannisch Schopfe) ist eine Stadt im baden-württembergischen Landkreis Lörrach.

Geographie[Bearbeiten]

Blick auf Schopfheim von Norden aus; Im Hintergrund Fernsicht auf die Alpen

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schopfheim liegt zwischen Schwarzwald und Dinkelberg im Tal der Wiese, einem rechten Nebenfluss des Rheins, der am Feldberg entspringt. Unterhalb der Kernstadt, noch auf Schopfheimer Stadtgebiet, mündet die Kleine Wiese in die (große) Wiese. Höchster Gipfel ist der Rohrenkopf über dem Ortsteil Gersbach (1170 m). Weitere Aussichtspunkte sind die Hohe Möhr (983 m), ebenfalls zum Schwarzwald gehörig, und die Hohe Flum (535 m), der höchste Punkt des Dinkelbergs. Regional gehört Schopfheim zum Markgräflerland.

Geologie[Bearbeiten]

Durch das Stadtgebiet von Schopfheim, etwa bei Raitbach, verläuft die große Verwerfung, die den Südschwarzwald nach Südwesten hin begrenzt. Nördlich, im Bereich Hohe Möhr und Gersbach, dominieren Gneis und Granit, südlich die Decken von Buntsandstein (Entegast) und Muschelkalk (Wiechs, Hohe Flum).

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Im Uhrzeigersinn (von Norden beginnend) grenzen an Schopfheim: Kleines Wiesental, Zell im Wiesental, Hausen im Wiesental, Häg-Ehrsberg, Todtmoos, Herrischried, Wehr, Hasel, Schwörstadt, Rheinfelden (Baden), Maulburg und Steinen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt gliedert sich in neun Stadtteile. Dies sind neben der Kernstadt Schopfheim die Ortschaften

Mit Ausnahme der Stadtteile Schopfheim und Fahrnau sind in allen Stadtteilen Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung mit jeweils eigenem Ortschaftsrat und Ortsvorsteher als dessen Vorsitzender eingerichtet.[2]

Zum Stadtteil Enkenstein gehören das Dorf Enkenstein und der Hof Brodenloch. Zu den Stadtteilen Eichen, Fahrnau und Kürnberg gehören jeweils nur die gleichnamigen Dörfer. Der Stadtteil Gersbach umfasst das Dorf Gersbach, den Weiler Schlechtbach, die Zinken Fetzenbach, Neuhaus, Hof und Haus Lochmühle, die Höfe Mettlen(hof) und das Haus Neusäge. Der Stadtteil Raitbach setzt sich aus dem Dorf Raitbach, den Weilern Sattelhof und Schweigmatt, den Zinken Kehrengraben und Scheuermatt, den Höfe Blumberg und Steinighof sowie den Häusern Bahnstation Hausen-Raitbach zusammen. Zum Stadtteil Schopfheim gehören die Stadt Schopfheim und die Häuser Ehner-Fahrnau. Der Stadtteil Wiechs umfasst das Dorf Wiechs und die Häuser „Im Kirchhölzle, Kreispflegeanstalt“.
Im Stadtteil Langenau liegt die in Langenau aufgegangene Ortschaft Rothenhäuser. Im Stadtteil Raitbach liegen die Wüstungen Eichenbrunnen und Steineck sowie der Burgstall Spitzenberg und der Burgrest der Burg Burgholz. Im Stadtteil Schopfheim liegen die in Schopfheim aufgegangenen Ortschaften Gündenhausen und Höfen. Im Stadtteil Wiechs liegen die Wüstungen Ansoldowilare, Badlikon, beide nicht mit Sicherheit im Stadtteil Wiechs lokalisiert, und Enningen.[3]

Klima[Bearbeiten]

Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Schopfheim-Eichen
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Temperatur (°C) -0,7 1,0 4,0 8,1 12,4 15,8 17,9 16,9 13,7 8,8 3,6 0,2 Ø 8,5
Niederschlag (mm) 105,2 88,1 92,2 93,4 110,4 110,9 92,9 110,1 83,3 86,8 100,5 111,2 Σ 1.185
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105,2
88,1
92,2
93,4
110,4
110,9
92,9
110,1
83,3
86,8
100,5
111,2
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Deutscher Wetterdienst Mittelwerte der Periode 1961 bis 1990

Geschichte[Bearbeiten]

Auf Schopfheimer Flur befinden sich vier römische Fundstellen, so dass für diese Periode ggf. von einer ländlichen Streusiedlung ausgegangen werden kann. Ab 650 ließen sich die Alemannen nieder. Der Name Schopfheim wurde erstmals im Jahre 807 in einer Schenkungsurkunde des Klosters St. Gallen erwähnt. Der freie Bauer Himini mit seinen Söhnen schenkte seine Güter in „Villa Scofheim“ dem Kloster. Im Mittelalter und bis zur Umgestaltung Deutschlands durch Napoleon gehörte Schopfheim zuerst den Herren von Rötteln, danach durch Erbfall den Herren von Hachberg-Sausenberg, um schließlich wiederum durch Erbfall an die Herren von Baden (Markgrafschaft Baden beziehungsweise Markgrafschaft Baden-Durlach) zu gelangen; danach zum erweiterten Großherzogtum Baden. Die Reformation wurde 1556 vom benachbarten Basel her eingeführt. Im Jahre 1250 erhielt Schopfheim durch Konrad I. von Rötteln das Stadtrecht (die Stadterhebung ist im Zusammenhang mit dem versuchten Röttelnschen Landesausbau zu sehen) und ist somit die älteste Stadt im Markgräflerland, konnte sich aber wegen seiner ungünstigen Lage, kriegerischer Ereignisse (fast vollständige Entsiedlung im Dreißigjährigen Krieg) sowie wegen der benachbarten Metropole Basel nicht richtig fortentwickeln. Es sind Teile der Stadtbefestigung erhalten. Ab 1835 erfolgte, ähnlich dem restlichen Wiesental, eine gewisse Industrialisierung. Im Revolutionsjahr 1848 war Schopfheim Nebenschauplatz des Heckeraufstands. 1862 erhielt Schopfheim mit der Eröffnung der Wiesentalbahn Anschluss an das Eisenbahnnetz. Nach 1945 siedelten sich zahlreiche Heimatvertriebene an.

Auf der Gemarkung des Ortsteils Raitbach befindet sich die Reste der mittelalterlichen Burgen Burgholz, Steineck und Turmhölzle.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Im Zuge der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurden folgende Gemeinden nach Schopfheim eingemeindet:

  • 1. Juli 1971: Fahrnau
  • 1. Juli 1972: Langenau
  • 1. Januar 1973: Raitbach
  • 1. Juni 1974: Enkenstein
  • 1. Oktober 1974: Gersbach
  • 1. Januar 1975: Eichen und Wiechs

Wappen der Stadtteile[Bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner Jahr Einwohner
1698 574 1950* 5576
1708 480 1961* 7485
1780 987 1970* 8463
1786 1080 1987* 15.857
1862 2200 1990 16.760
1890 3133 1999 18.785
1919* 3846 2002 19.399
1939* 4557 2005 19.255
1946* 4649 2008 18.913

*=Volkszählung

Religionen[Bearbeiten]

Schopfheim ist Sitz des Kirchenbezirks Schopfheim der Evangelischen Landeskirche in Baden. Die katholische Pfarrgemeinde St. Bernhard ist Teil der Seelsorgeeinheit Mittleres Wiesental. Diese gehört zum Dekanat Lörrach des Erzbistums Freiburg. Außerdem bestehen drei Versammlungen der Zeugen Jehovas.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Stadtratswahl am 7. Juni 2009 führte bei einer Wahlbeteiligung von 47,3 % zu folgendem Ergebnis:[4]

CDU 22,7 % - 3,1 5 Sitze - 2
SPD 19,6 % - 0,5 5 Sitze ± 0
Die Unabhängigen 22,1 % + 2,5 5 Sitze ± 0
FWG 13,0 % - 3,0 3 Sitze - 1
Bündnis 90/Die Grünen 15,4 % + 4,5 3 Sitze ± 0
Bürgerliste Schopfheim 7,2 % - 0,4 1 Sitz - 1

Die Anzahl der Stadträte wurde von 2004 nach 2009 von 26 auf 22 (jeweils plus Bürgermeister) verkleinert.

Stadtoberhäupter[Bearbeiten]

Statthalter[Bearbeiten]

Schopfheim wurde ausgangs des Mittelalters von einem Vogt regiert, einer vom Landesfürsten eingesetzten Person. Der Vogt wurde durch den Statthalter vertreten, eine von einem Schopfheimer vermutlich ehrenamtlich erledigte Aufgabe. Die Statthalter sind seit 1585 namentlich bekannt.[5]

Amtszeit Name Amtszeit Name
1585–1611 Jacob Grether 1690–1695 Tobias Grether I.
1611–1629 Wolf Reif 1695–1708 Andreas Stupfer
1629–1655 Friedlin Achtmüller 1708–1734 Tobias Grether II.
1655–1662 Michael Pflüger 1735–1745 Bartlin Güdemann
1662–1671 Hans Tanner 1745–1757 Sebastian Pflüger
1672–1674 Mathias Fritz 1757–1790 Kaspar Marget
1675–1681 Bartholomäus Pflüger I. 1790–1808 Johann Caspar Sutter
1681–1690 Bartholomäus Pflüger II.

Bürgermeister[Bearbeiten]

Seit 1808 wird Schopfheim von einem Bürgermeister als gewähltem Oberhaupt einer Gemeinde geleitet.[5]

Bürgermeister Christof Nitz
Amtszeit Name (Beruf) Amtszeit Name (Beruf)
1808–1811 Johann Tanner (Gerber) 1892–1897 Karl Friedrich Grether (Müller)
1811–1816 Tobias Währer (Müller) 1897–1907 Hermann Fentzling (Buchhalter)
1816–1817 Georg Friedrich Seufert (Schlosser) 1907–1909 Adolf Meier (Rechtsanwalt)
1817–1828 Johann Caspar Marget (Dreikönigswirt u. Fabrikant) 1909–1931 Franz Heeg (1. Berufsbürgermeister) (Amtrevisor)
1828–1832 Bartlin Uehlin (Gerber) 1931–1934 Dr. Alfred Kefer, Major a.D. (Verwaltungswissenschaftler)
1832–1835 Johann Caspar Marget (Dreikönigswirt u. Fabrikant) 1935–1945 Otto Blank (Kaufmann)
1835–1840 Ludwig Vollhardt (Wirt u.Teilungskommissär) 1945–1948 Johann Hirling (Stadtrechner)
1840–1844 Ernst Friedrich Gottschalk (Fabrikant) 1949–1978 Dr. Hans Vetter (Jurist)
1844–1873 Johann Karl Grether (Färber) 1979–2002 Klaus Fleck (Diplomingenieur)
1874–1892 Karl Grether (Müller) seit 2003 Christof Nitz (Diplomverwaltungswirt)

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In gespaltenem Schild vorn in Gold ein roter Schrägbalken, hinten in Blau der silbergekleidete hl. Michael, in der Rechten ein rotes Schwert, in der Linken eine rote Waage haltend.“

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Museen[Bearbeiten]

Neben dem Stadtmuseum gibt es mit der Bärenstube in Gersbach ein Teddybärmuseum und mit dem Technischen Museum eine Sammlung von Bleisatzmaschinen. Am 22. Januar 2010 wurde in der Hauptstraße 103 das Otto-Erich-Döbele-Museum eröffnet. Es präsentiert Werke des Schopfheimer Künstlers.

Bauwerke[Bearbeiten]

Schopfheimer Rathaus im Weinbrenner-Stil
  • Am Rande der Altstadt befindet sich das Rathaus im Weinbrenner-Stil (errichtet 1826).
  • Haus Entegaststraße 10 (ehemalige Ratsstube mit Ausstattung der Spätrenaissance)[6]
  • Vor dem katholischen Pfarrhaus erinnert ein Gedenkstein an den Priester Max Josef Metzger, der dem „Friedensbund Deutscher Katholiken“ angehörte und eine Denkschrift für das Deutschland nach Hitler verfasste, die der Gestapo in die Hände fiel. Er wurde 1944 in Brandenburg-Görden ermordet.[7]
  • Am 3. Oktober 2004 wurde eine Skulptur von Peter Lenk enthüllt. „Leis Kinder leis, draussen schleicht der Preiss“, ein „Heroisches Monument zur badischen Revolution“ mit Personen der Geschichte, darunter ein grimmiger Erwin Teufel, der die Staatsmacht verkörpert.
  • In der Altstadt befindet sich Schopfheims älteste Kirche, die Alte Stadtkirche St. Michael, deren Ursprung ins Jahr 807 dokumentiert ist. Nachdem sich zwischen 1956 und 1975 dort das Schopfheimer Heimatmuseum befand, wird es heute nur gelegentlich für Gottesdienste genutzt. Die evangelische Hauptkirche ist die Evangelische Stadtkirche aus den 1890er Jahren. Etwas früher, nämlich in den 1870er Jahren, wurde die Katholische Pfarrkirche zum Seligen Bernhard von Baden erbaut.
  • Die Wiesenbrücke, eine Betonbogenbrücke von 1912, gilt als eine bedeutende Ingenieursleistung ihrer Zeit. Sie wurde vom Freiburger Unternehmen Brenzinger & Cie. gebaut.

Sportvereine[Bearbeiten]

In Schopfheim gibt es ein großes Sportangebot in den Vereinen. Die größten Vereine sind:

  • Sportverein Schopfheim mit den Abteilungen Fußball, Handball, Tennis, Volleyball, Boxen, Leichtathletik, Jedermannssport. Die Abteilung Tischtennis des SV Schopfheim bildet gemeinsam mit jener des Turnvereins Fahrnau den Tischtennisclub (TTC) Schopfheim-Fahrnau.
  • Turn- und Sportgemeinschaft Schopfheim (TSG Schopfheim) mit den Abteilungen Turnen, Aikido, Badminton, Basketball, Judo, (Shotokan-Ohshima-)Karate, Schwimmen, Schnee (Ski und Snowboard) und Lauftreff.
  • Außerdem findet in jedem Jahr eine internationale Motocrossveranstaltung des Motorsportclubs Schopfheim auf dem Vereinsgelände an der Dossenbacher Landstraße statt.

Musikvereine[Bearbeiten]

  • Stadtmusik Schopfheim 1814 e.V.
  • Das Harmonika Orchester Schopfheim wurde 1930 gegründet.
  • Musikverein Fahrnau e.V., 1882 gegründet.
  • Musikverein Langenau 1931 e.V.
  • Musikverein Raitbach e.V.
  • Musikverein Wiechs e.V.
  • Musikverein Gersbach e.V.
  • Gesangverein Fahrnau e.V. 1864

Kirchenmusik[Bearbeiten]

  • Kantorei Schopfheim: Die Kantorei Schopfheim ist der Chor der Region Schopfheim im Evangelischen Kirchenbezirk Markgräfler Land. Sie singt regelmäßig in den Gottesdiensten der Evangelischen Kirchengemeinde Schopfheim und tritt einmal im Jahr mit einem großen oratorischen Werk auf. Zurzeit singen etwa 100 Sängerinnen und Sänger aus allen Berufs- und Altersgruppen mit.
  • Pop- und Gospelchor Resonance of Life: Auch dieser Chor ist an der Evangelische Stadtkirche beheimatet. Der zurzeit etwa 80 Mitglieder zählende Chor singt in den Gottesdiensten, veranstaltet einmal im Jahr ein großes Konzert mit Band und hat hin und wieder Gastauftritte, z.B. in Italien und im Elsass.
  • Orgeln: In den beiden Evangelischen Kirchen, der Alten Kirche Sankt Michael in der Altstadt und der neogotischen Stadtkirche stehen insgesamt 4 Orgeln, 3 davon historisch.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • In der Nähe des Bahnhofs ist eines der wenigen selbstverwalteten linken Jugendzentren in Baden-Württemberg zu finden. Neben rund zweiwöchentlichen Konzerten veranstaltet das Irrlicht jedes Jahr im Juli das Open Air Festival „Holzrock“ im Sengelewald.
  • Seit 2005 wird jährlich ein Beach-Volleyball-Turnier der LBS-Beach-Volleyball-Liga in Schopfheim auf dem Marktplatz ausgetragen. Dazu werden 18 Tonnen Sand auf den Marktplatz geschaufelt und Tribünen errichtet, alles wird zusammen mit dem TV Höllstein veranstaltet.
  • Jährlich findet am Wochenende um den 3. Juli das Internationale Reitturnier des Reitvereins Schopfheim auf dem Gestüt Sengelen statt.
  • Der SV Schopfheim veranstaltet seit 2002 jährlich das „Intersport-Kicker-Fußballcamp“ im Oberfeldstadion in Schopfheim.
  • Alljährlich findet im Juli der international besetzte Schopfheimer Orgelsommer statt.
  • Von Mai bis September finden an jedem 2. und 4. Samstag im Monat um 11 Uhr kurze Konzerte, die sogenannten „Marktmusiken“, statt.
  • Am letzten Sonntag im September findet seit 1997 das Weidefest (ehemals Weideabtriebsfest) im Ortsteil Gersbach statt.
  • Am ersten Dienstag und Mittwoch im Dezember findet alljährlich der „Kalte Markt“ statt; die Geschichte des Marktes ist bis ins Mittelalter zurückzuführen.
  • Am ersten Wochenende im Dezember wird der Weihnachtsmarkt abgehalten.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Schopfheim haben viele Unternehmen aus den Bereichen Elektrotechnik, Maschinen- und Apparatebau ihren Sitz. Ähnlich wie in anderen Gemeinden des Wiesentals begann durch die verfügbare Wasserkraft der Wiese und der damals aufblühenden Textilindustrie die Industrialisierung der Region relativ früh, was sich heute noch in einer hohen Dichte an Industrie bemerkbar macht. Bedeutende Industrieunternehmen, die in Schopfheim ihren Haupt- oder Zweigsitz haben, sind unter anderem Dreistern, Durlum, Ekato, Gardner Denver, Hülsenfabrik Herbster, Laempe & Mössner, Magnetic Autocontrol,Oerlikon Balzers Coating Germany und Würth Elektronik.

Straßenverkehr[Bearbeiten]

Die Bundesstraßen 317 (Weil am Rhein – Titisee-Neustadt) und 518 (nach Bad Säckingen) verknüpfen Schopfheim mit dem überregionalen Straßennetz.

Schopfheims Anbindung an der Regio S-Bahn

Schienenverkehr[Bearbeiten]

Die Wiesentalbahn, die Linie S6 der Regio S-Bahn Basel (Basel – Zell im Wiesental), hält am Bahnhof Schopfheim, am Haltepunkt Fahrnau und am Haltepunkt Schopfheim West im Stadtteil Gündenhausen. Von 1890 bis 1971 fuhr außerdem die Wehratalbahn nach Bad Säckingen. Den Nahverkehr koordiniert der Regio Verkehrsverbund Lörrach.

Medien[Bearbeiten]

Neben Lokalredaktionen der beiden größten Tageszeitungen der Region, der Badischen Zeitung und des Markgräfler Tagblatts, hat in Schopfheim auch ein Nichtkommerzieller Lokalfunk, das Freie Radio Wiesental (bis Ende 2012: „Kanal Ratte“), seinen Sitz.

Auf der Höhen Möhr betreibt der Südwestrundfunk (SWR) eine Sendeanlage, von der aus auch das Programm von Freies Radio Wiesental ausgestrahlt wird.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Schopfheim verfügt über ein Amtsgericht, das zum Landgerichtsbezirk Waldshut-Tiengen und Oberlandesgerichtsbezirk Karlsruhe gehört. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Hochrhein-Bodensee mit Sitz in Konstanz unterhält in Schopfheim eine Hauptgeschäftsstelle.[8] Das Landratsamt Lörrach hat in Schopfheim je eine Außenstelle für den Fachbereich Vermessung und Geo-Informationen, den Forstbezirk Schopfheim und die Zulassungsstelle für Kraftfahrzeuge. Ebenso befinden sich in Schopfheim ein Notariat und ein Polizeirevier.

Bildung[Bearbeiten]

Das Theodor-Heuss-Gymnasium Schopfheim
Die Freie Waldorfschule Schopfheim

In Schopfheim gibt es fünf Grundschulen: Die Dr. Max-Metzger-Schule in der Kernstadt selbst sowie je eine in den Ortsteilen Fahrnau, Gersbach, Langenau und Wiechs. In der Kernstadt selbst befinden sich außerdem die Friedrich Ebert-Hauptschule, das Theodor-Heuss-Gymnasium, sowie die beiden Förderschulen Johann-Peter-Hebel-Schule und Kaspar Hauser-Schule der Michael-Gemeinschaft Schweigmatt e. V. Weiter befinden sich eine Freie Evangelische Schule und eine Freie Waldorfschule in der Stadt, für die Erwachsenenbildung bestehen vier Berufsschulen und die Volkshochschule (VHS) Schopfheim.[9]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

  • Jürgen Feindt (1930-1978), Glatzköpfiger Tänzer, Choreograf und Komiker aus Bühne, Film und Fernsehen, starb in Schopfheim.
  • Werner Forßmann (1904–1979), Erfinder des Herzkatheters, Nobelpreisträger für Medizin 1956, starb ebenfalls in Schopfheim.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Hauptsatzung der Stadt Schopfheim vom 13. Juli 2009.
  3. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg (Hrsg.): Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band 6: Regierungsbezirk Freiburg. Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2, S. 882–887.
  4. Schopfheims Gemeinderat steht fest. Drei neue Gesichter, drei Frauen im Rat. Badische Zeitung online 8. Juni 2009.
  5. a b Festschrift zur 1200-Jahrfeier. 2007. (Online)
  6. Christiane Kendel: Eine ehemalige Ratsstube mit dekorativer Ausstattung der Spätrenaissance. Schopfheim, Entegaststraße 10. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg. 32. Jg., Heft 4, 2003, ISSN 0342-0027, S. 364–365, (online (PDF; 8,8 MB)).
  7. Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. Band 1: Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Schleswig-Holstein. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage. Bundeszentrale für Politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 78.
  8. Satzung der IHK Hochrhein-Bodensee (Online; PDF; 38 kB).
  9. Stadt Schopfheim: Schulen und Bildungseinrichtungen in Schopfheim. Abgerufen am 17. Januar 2011.

Literatur[Bearbeiten]

  • 1200-Jahrfeier. Festschrift zur 1200 Jahrfeier der ersten urkundlichen Erwähnung von Schopfheim, Wiechs und Eichen 807–2007. Bürgermeisteramt Schopfheim, Schopfheim 2007, (auch online unter: http://www.schopfheim.de/de/Leben-in-Schopfheim/Stadtgeschichte/1200-Jahrfeier).
  • Clemens Fabrizio: Gruß aus Schopfheim auf alten Ansichtskarten. Uehlin, Schopfheim 1993.
  • Stadt Schopfheim (Hrsg.): Schopfheim. Natur, Geschichte, Kultur. Stadtverwaltung Schopfheim, Schopfheim 2000, ISBN 3-926431-08-3.
  • Stadt Schopfheim. Traditionsbewusst in die Zukunft. Stadtverwaltung Schopfheim, Schopfheim 1999, ISBN 3-7977-0456-9.
  • Karl Seith: Beiträge zur Geschichte der Stadt Schopfheim. Im Zusammenhang mit der Deutschen Geschichte. Stadt Schopfheim, Schopfheim, 1976.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schopfheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien