Schornstein Nr. 4

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Filmdaten
Deutscher Titel Schornstein Nr. 4
Originaltitel La voleuse
Produktionsland Deutschland,
Frankreich
Originalsprache deutsch
Erscheinungsjahr 1966
Länge 88 Minuten
Altersfreigabe FSK 16
Stab
Regie Jean Chapot
Drehbuch Marguerite Duras,
Jean Chapot
Produktion Hans Oppenheimer,
Claude Jaeger
Musik Antoine Duhammel
Kamera Jean Penzer
Schnitt Ginette Boudet
Besetzung

Der deutsch-französische Spielfilm Schornstein Nr. 4 (OT: La voleuse) entstand 1966 im Ruhrgebiet, mit der HOAG (Hüttenwerke Oberhausen AG) in Oberhausen als Schauplatz. In den Hauptrollen sind Romy Schneider und Michel Piccoli in ihrem ersten gemeinsamen Film zu sehen.

Handlung[Bearbeiten]

Das kinderlose Ehepaar Julia und Werner Kreuz gehört dem Mittelstand an und lebt in West-Berlin. Sie hat im Alter von 19 Jahren ein Kind zur Welt gebracht und nach wenigen Tagen weggegeben. Der Junge wurde von der Familie Kostrowicz aufgenommen und seither großgezogen. Kostrowicz und seine Frau leben in Oberhausen, und er ist Arbeiter im Walzwerk. Plötzlich von einer starken Sehnsucht nach dem Kind ergriffen, reist Julia Kreuz immer wieder nach Oberhausen und schleicht um Schule und Wohnung des Jungen. Ihr Mann versucht, sie von diesen Ausflügen abzubringen, greift sie am Bahnhof ab, sperrt sie ein, aber ohne Wirkung. Lieber hätte er ein eigenes Kind mit ihr, die Ehe ist aber angeknackst.

Nach dem Gesetz ist Julia im Recht, weil es nie eine formelle Adoption gegeben hat. Doch bleibt Kostrowicz auch diesen Argumenten gegenüber stur. Eines Tages nähert sich Julia dem Kind im Schwimmbad und nimmt es in ihre Berliner Wohnung mit. Der zornige Ziehvater reist nach Berlin, dringt in die Wohnung ein und nimmt den Jungen wieder an sich. Bei der Ankunft in Oberhausen erwartet ihn jedoch die Polizei, und das Kind kommt wieder zu Kreuzens. Kostrowicz sieht daraufhin keinen anderen Ausweg und klettert auf einen Schornstein des Betriebs. Die Aktion des verzweifelten Ziehvaters erregt in der Öffentlichkeit, die sich weitgehend auf seine Seite schlägt, großes Aufsehen. Er gibt bekannt, in die Tiefe zu springen, falls ihm das Kind nicht bis nächsten Morgen um sechs Uhr zurückgegeben wird. Julia weigert sich beharrlich, auf den Druckversuch einzugehen. Ihr Mann stellt sich schließlich gegen sie und fordert sie zur Herausgabe des Jungen an Kostrowicz auf. Erst sehr spät gibt sie das Kind frei.

Kritik[Bearbeiten]

„Ungewöhnliches Frauenporträt mit Romy Schneider, die nach ihrem Abschied vom ‚Sissy‘-Image erstmals wieder in Deutschland vor der Kamera stand: Ein in kargen Schwarzweißbildern und langen Dialogpassagen entfaltetes Psychogramm nach einem literarisch-ehrgeizigen Drehbuch.“

Lexikon des Internationalen Films

„Ein sehr ernsthafter, angestrengter Film, der sein hochgestecktes Ziel einer literarisch-stilisierten Form nicht ganz erreicht. Immerhin eine interessante Arbeit.“

Evangelischer Filmbeobachter[1]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Evangelischer Presseverband München, Kritik Nr. 467/1966