Schottwien

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Schottwien
Wappen von Schottwien
Schottwien (Österreich)
Schottwien
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Niederösterreich
Politischer Bezirk: Neunkirchen
Kfz-Kennzeichen: NK
Fläche: 12,55 km²
Koordinaten: 47° 39′ N, 15° 52′ O47.65638888888915.8725569Koordinaten: 47° 39′ 23″ N, 15° 52′ 21″ O
Höhe: 569 m ü. A.
Einwohner: 655 (1. Jän. 2014)
Postleitzahlen: 2641, 2642
Vorwahl: 02663
Gemeindekennziffer: 3 18 33
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Schottwien 55
2641 Schottwien
Website: www.schottwien.gv.at
Politik
Bürgermeister: Walter Polleres (ÖVP)
Gemeinderat: (2010)
(15 Mitglieder)
12 ÖVP, 2 SPÖ, 1 UBL
Lage der Marktgemeinde Schottwien im Bezirk Neunkirchen
Altendorf Aspang-Markt Aspangberg-St. Peter Breitenau Breitenstein Buchbach Bürg-Vöstenhof Edlitz Enzenreith Feistritz am Wechsel Gloggnitz Grafenbach-St. Valentin Grimmenstein Grünbach am Schneeberg Höflein an der Hohen Wand Kirchberg am Wechsel Mönichkirchen Natschbach-Loipersbach Neunkirchen (Niederösterreich) Otterthal Payerbach Pitten Prigglitz Puchberg am Schneeberg Raach am Hochgebirge Reichenau an der Rax Scheiblingkirchen-Thernberg Schottwien Schrattenbach Schwarzau am Steinfeld Schwarzau im Gebirge Seebenstein Semmering St. Corona am Wechsel St. Egyden am Steinfeld Ternitz Thomasberg Trattenbach Warth Wartmannstetten Willendorf Wimpassing im Schwarzatale Würflach Zöbern NiederösterreichLage der Gemeinde Schottwien im Bezirk Neunkirchen (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Talübergang Schottwien der S6
Talübergang Schottwien der S6
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Schottwien (im Hintergrund der Sonnwendstein)

Schottwien ist eine Marktgemeinde mit 655 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) im Bezirk Neunkirchen in Niederösterreich.

Geografie[Bearbeiten]

Schottwien liegt im Industrieviertel in Niederösterreich. Die Fläche der Marktgemeinde umfasst 12,55 km². Rund 72 % der Fläche sind bewaldet.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende drei Ortschaften (in Klammern Einwohnerzahl Stand 31. Oktober 2011[1]):

  • Göstritz (179), umfasst auch den Wallfahrtsort Maria Schutz
  • Greis (44)
  • Schottwien (487)

Die Gemeinde besteht aus der Katastralgemeinde Schottwien.

Geschichte[Bearbeiten]

Schottwien am Fuß der Semmeringstraße, um 1873 (Aufnahmeblatt der 3. Landesaufnahme)

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz Noricum. Ein Schatzdepot wurde im Jahre 1902 entdeckt. Es enthielt acht boische BIATEC-Silberdrachmen mit Doppelporträts sowie acht kleinere Silbermünzen vom Typ Simmering, wo ein großes Depot derartiger Prägungen aufgefunden wurde. Dieser Münzfund ist in einer Reihe anderer derartiger Funde zu sehen (Mallnitzer Tauern, Gerlitzen, Moggio Udinese), die insgesamt eine Südwanderung einzelner boischer Verbände belegen.[2]

Im April 1945 war das Umland von Schottwien Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen der späteren deutschen 9. Gebirgs-Division (Ost) und der Roten Armee, welche über den Semmering-Pass in die Steiermark vorzudringen versuchte.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Religion[Bearbeiten]

Nach den Daten der Volkszählung 2001 sind 82,2 % der Einwohner römisch-katholisch und 2,2 % evangelisch. 5,6 % sind Muslime, 1,0 % gehören orthodoxen Kirchen an. 6,6 % der Bevölkerung haben kein religiöses Bekenntnis.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderatswahlen
 %
80
70
60
50
40
30
20
10
0
72,73 %
(+2,43 %p)
13,48 %
(-0,24 %p)
10,97 %
(-5,01 %p)
2,82 %
(n. k.)
2005

2010


Bürgermeister der Marktgemeinde ist Walter Polleres, Amtsleiter Johann Pratscher.
Im Marktgemeinderat gibt es nach der Gemeinderatswahl 2010 bei insgesamt 15 Sitzen folgende Mandatsverteilung:
ÖVP 12, SPÖ 2, UBL 1, andere keine Sitze.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

ehem. Papierfabrik, Erinnerungsplakette der Gemeinde; im Hintergrund die (später abgetragene) Papierstampf (Aufnahme 1981)[3]
Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schottwien

Kirche[Bearbeiten]

Die Pfarrkirche von Schottwien ist dem heiligen Veit (Vitus) geweiht, einem der Vierzehn Nothelfer. Der jetzige Bau geht auf das 14. bis 15. Jahrhundert zurück. Seit 1784 ist St. Vitus eine Pfarrkirche.

In Schottwien liegt auch die Wallfahrtskirche Maria Schutz, der seit 1925 ein Kloster der Passionisten angegliedert ist.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 2001 39, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 25. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 307. Die Erwerbsquote lag 2001 bei 44,1 %.

Wirtschaftsgeschichte[Bearbeiten]

Vor 1675 ist in Schottwien eine Papiermühle nachzuweisen.[4] Nach Thomas Wurz, der die Mühle bis 1714 besaß, kam der Betrieb 1787[5] in das Eigentum des Papiermachers Anton Kloss. 1820 war die Papierfabrik eingetragen auf Martin Blöhsy (auch: Blössy), bürgerlicher Papierhändler, wohnhaft in Schottwien[6] - Bestandsdauer: vor 1675 bis nach 1877.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schottwien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria, Registerzählung vom 31. Oktober 2011
  2. Susanne Sievers/Otto Helmut Urban/Peter C. Ramsl: Lexikon zur Keltischen Archäologie. A–K und L–Z; Mitteilungen der prähistorischen Kommission im Verlag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2012, ISBN 978-3-7001-6765-5, S. 1680 f.
  3. Koordinaten bzw. Lage der ehem. Stampf.47.64914615.870811
  4. Viktor Thiel: Geschichte der Papiererzeugung im Donauraum. Ein Beitrag zur Geschichte deutscher Leistung. Güntter-Staib-Verlag, Biberach an der Riß 1940, Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund, S. 85.
  5. Eva Wald: Die Anfänge der Industrie des Wiener Beckens und ihre geographischen Grundlagen. Wien, Univ., Diss., 1954, Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund, S. 234.
  6. Manfred Hoesch: Lagetypologie der Industriebetriebe im Viertel unter dem Wienerwald bis 1850. Wien, Techn. Univ., Diss., 1984, Permalink Österreichischer Bibliothekenverbund, Textband, S. 246; Bildband, Plan Nr. 110.
  7. Die Lage sowie ein baulicher Rest der Industrieanlage lassen sich in der Aufnahme Talübergang Schottwien der S6 lokalisieren:
    Die aus zwei großen Neubauten bestehende Wohnhausanlage (unteres Bilddrittel, Mitte; Nebenstraße Richtung Göstritz) wurde am ehemaligen Standort der Mühle errichtet. Das rechts vom nördlichen Wohnblock, jenseits der Straße, gelegene, in Gelb erscheinende Gebäude war um 1820 als Wohnhaus, situiert in einem Steinbruch (Felsformationen überwachsen bzw. im Bild fast gänzlich verdeckt), Teil der Betriebes. — Ursprüngliche Gebäudewidmung wie -dimensionen dürften nach wie vor aktuell sein.