Schretzheim

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48.59189410.512302431Koordinaten: 48° 35′ 31″ N, 10° 30′ 44″ O

Schretzheim
Große Kreisstadt Dillingen an der Donau
Höhe: 431 m ü. NN
Einwohner: 2279 (2000)
Eingemeindung: 1. Mai 1978
Postleitzahl: 89407

Schretzheim ist ein Stadtteil von Dillingen an der Donau im bayerischen Regierungsbezirk Schwaben, der sich beiderseits der Egau ausbreitet und im Nordosten von Dillingen anschließt.

Geographie[Bearbeiten]

Schretzheim liegt 431 Meter hoch auf der Hochterrassenebene der Donau. An seinem westlichen Ortsrand fließt die Zwerg in die Egau.

Geschichte[Bearbeiten]

Schretzheim geht auf eine alemannische Gründung des 6./7. Jahrhunderts zurück. Am westlichen Ortsrand in der Flur Gartenäcker, auf dem linken Egauufer, wurde ein 630 Gräber umfassendes, geschlossenes Reihengräberfeld aus dieser Zeit freigelegt, was darauf schließen lässt, dass in Schretzheim seit seiner Gründung eine dorfähnliche Siedlung bestand.

Der Ort wurde 1140 erstmals als Screheim, 1256 als Srezhein und 1258 als Schrezhein genannt. Schretzheim war der Sitz eines niederen Adelsgeschlechts, das sich als Herren von Schretzheim bezeichnete und zwischen 1140 und 1272 bezeugt ist. Im 13. Jahrhundert waren in Schretzheim die Grafen von Dillingen begütert, deren Besitz durch die Schenkung von Hartmann V. an das Hochstift Augsburg kam. Diese erwarben im Spätmittelalter weitere Güter und wurden zu den bestimmenden Grundherren.

1560 besaß das Hochstift bis auf einen Hof alle 13 Höfe und 47 Sölden und übte die Niedere Gerichtsbarkeit im Dorf aus. Die Hohe Gerichtsbarkeit und Landeshoheit lag beim Herzogtum Bayern, zu dem es in der Nachfolge der Grafschaft Dillingen kam. 1505 kam Schretzheim an das Fürstentum Pfalz-Neuburg. Dieses übertrug 1783 dem Hochstift Augsburg die Landeshoheit und die Hohe Gerichtsbarkeit. Schretzheim war der Sitz eines Vogtamtes des Hochstiftes, das bis 1788 dem bischöflichen Rentamt in Dillingen und ab 1789 dem hochstiftischen Pflegamt Wittislingen unterstand. Durch die Säkularisation kam Schretzheim 1802/03 mit dem Hochstift an Bayern.

Die ehemals selbständige Gemeinde wurde durch die Gemeindegebietsreform am 1. Mai 1978 ein Stadtteil der Großen Kreisstadt Dillingen an der Donau[1] und ist seitdem mit dieser baulich zusammengewachsen.

Ehemaliges Wappen[Bearbeiten]

Die Wappenbeschreibung lautet: In von Rot und Silber gespaltenem Schild ein grün bekränzter und gegürteter Wilder Mann, der über der rechten Schulter eine silberne bewurzelte grüne Linde trägt[2]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Im Jahr 1812 bestand Schretzheim aus 63 und 1961 aus 168 Wohnhäusern.

Jahr Einwohner Anmerkungen
1840 467
1939 743
1950 1043 darunter 240 Heimatvertriebene
1961[1] 971 darunter 176 Heimatvertriebene
1970[1] 1144
1980 1390
1990 1594
2000 2279
Maria Rosenkranzkönigin in Schretzheim

Kultur[Bearbeiten]

Bis zur Einführung der Reformation war der nördlich der Egau gelegene Ortsteil eine eigene Pfarrei, deren Pfarrkirche dem hl. Laurentius geweiht war. Der südlich der Egau gelegene Ortsteil gehörte zur Pfarrei in Steinheim. 1551 wurden beide Ortsteile zur Pfarrei Schretzheim zusammengeschlossen. Ab 1637 wurde Schretzheim von der Pfarrei in Donaualtheim betreut. 1879 gab es wieder eine eigene Pfarrei in Schretzheim. Nachdem die alte Laurentiuskirche abgebrochen worden war, errichtete man 1898/99 im südlichen Ortsteil die heutige Pfarrkirche Maria Rosenkranzkönigin im neoromanischen Baustil.

Baudenkmäler[Bearbeiten]

Bildung[Bearbeiten]

Für die Zeit nach dem Dreißigjährigen Krieg ist eine Landschule in Schretzheim erwähnt, in der vermutlich die Mesner unterrichteten. Der Unterricht fand im Söldhaus des Lehrers statt. 1850 kaufte die Gemeinde das ehemalige, aus der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts stammende bischöfliche Amtshaus und baute es zur Schule um. 1903/04 wurde ein neues Schulgebäude in der heutigen Schulstraße 11 mit zwei Schulräumen im Obergeschoss und der Lehrerwohnung und dem Gemeindezimmer im Parterre errichtet. Nach dem Bau eines eigenen Lehrerhauses wurden im Schulgebäude zwei weitere Unterrichtsräume eingerichtet. Die 1979 eingeweihte Mehrzweckhalle wird von den Schülern als Turnhalle genutzt. Die Schule ist eine Außenstelle der Grundschule Dillingen.

Im ehemaligen bischöflichen Amtshaus ist heute ein Kindergarten untergebracht, den die katholische Pfarrkirchenstiftung Maria Rosenkranzkönigin betreibt.

Söhne der Gemeinde[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Reinhard H. Seitz: Zur Geschichte der Orte im Landkreis Dillingen a. d. Donau. In: Landkreis und Stadt Dillingen ehedem und heute. Hgg. Landratsamt Dillingen an der Donau, Dillingen an der Donau 1967, S. 357–358.
  • Georg Wörishofer, Alfred Sigg, Reinhard H. Seitz: Städte, Märkte und Gemeinden. In: Der Landkreis Dillingen a. d. Donau in Geschichte und Gegenwart. Hgg. vom Landkreis Dillingen a. d. Donau, 3. neu bearbeitete Auflage, Dillingen an der Donau 2005, S. 237−239.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schretzheim – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Schretzheim Text der Stadtverwaltung Dillingen an der Donau

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 770.
  2. Anton Michael Seitz: Die Gemeindewappen. In: Landkreis und Stadt Dillingen ehedem und heute. Hgg. Landratsamt Dillingen an der Donau, Dillingen an der Donau 1967, S. 411