Schriftstudien

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Die Schriftstudien (engl.: Studies in the Scriptures) sind eine von der Bibelforscherbewegung herausgegebene religiöse Schriftenreihe, zunächst unter dem Titel Millennium-Anbruch-Serie, englisch: Millennial Dawn. Autor der ersten sechs Bände ist der Bibelforscher Charles Taze Russell. Die Serie stellt die Bibel anhand thematischer Kapitel dar.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Gliederung

Band 1 — Der göttliche Plan der Zeitalter — veröffentlicht 1886

Band 2 — Die Zeit ist herbeigekommen — veröffentlicht 1889

Band 3 — Dein Königreich komme — veröffentlicht 1891

Band 4 — Der Tag der Rache — veröffentlicht 1897

Band 5 — Die Versöhnung des Menschen mit Gott — veröffentlicht 1899

Band 6 — Die Neue Schöpfung — veröffentlicht 1904

Band 7 — Das vollendete Geheimnis — veröffentlicht 1917, zum Teil aus dem Nachlass.

[Bearbeiten] Kritik

Der Theologieprofessor Friedrich Loofs, der auf deutschem Boden die erste nennenswerte Publikation über die Bibelforscher-Bewegung publiziert hatte (1918 als Zeitschriftenartikel, in erweiterter Form 1921 als selbstständige Schrift), meinte über Charles Taze Russell, dass er „Bibelforscher im Sinne des Pietismus“ sei. Dieser Tendenz stand Loofs als Universitätstheologe fern. So wirft Loofs den Bibelforschern vor, sie seien „antinational und deutschem Empfinden abträglich“. Weiter, so Loofs: „Vollends unverträglich mit nationalem deutschen Empfinden sind die religiösen Grundgedanken … die nationalen Reiche sind satanischen Ursprungs; ihre Zeit ist nun bald zu Ende; kein Heilmittel wird ihren durch den Weltkrieg eingeleiteten Zusammenbruch verhindern können.“

Über Aussagen dieser Art entrüstete sich schon Loofs. Er sollte im kirchlichen Bereich, zur Zeit der Weimarer Republik, noch viele Nachahmer finden, die den Faden von Loofs weitersponnen, und die Bibelforscher gar zu „religiösen Kommunisten“ hochstilisierten. Die gesamte kirchliche Polemik dieses Zeitraumes ist letztendlich von dieser schon von Loofs eingeleiteten Weichenstellung bestimmt.

In den Schriftstudien hatte Russell in der Tat auf das „Vergehen der Reiche dieser Welt“ hingewiesen, ohne dass er dabei den Seinigen eine aktiv handelnde Rolle zuschrieb. Aber er glaubte auch, dass die sich angesammelten Spannungen politischer Art in seiner Lebensphase nur in einem „Ende mit Schrecken“ zum Ausdruck kommen könnten. So sah er die Endzeit bereits 1799 beginnend, und verweist dabei besonders auf Napoléon Bonaparte, der sich auch in den theologischen Entwürfen geistesverwandter Kreise (etwa im Schrifttum der Ellen G. White von den Adventisten) wiederfindet.

[Bearbeiten] Publikation und Rezeption

Die Schriftstudien Russells sind vom Verlag der Zeugen Jehovas (Wachtturmgesellschaft) letztmalig 1926 neu aufgelegt worden. Mit dem Aufkommen des immensen Schrifttums von Joseph Franklin Rutherford traten sie in den Hintergrund. Lediglich die Ernsten Bibelforscher mit ihrem Verlag „Tagesanbruch Bibelstudien-Vereinigung“ haben die Schriftstudien seither neu aufgelegt.

Maßgeblich von Ch. T. Russell und seinen Schriftstudien beeinflusst erwies sich der altkatholische Pfarrer Dr. Walter Kueppers.

[Bearbeiten] Weblinks

  • Studies in the Scripturesonline[1]
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