Schrobenhausen

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schrobenhausen
Schrobenhausen
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schrobenhausen hervorgehoben
48.53333333333311.266666666667409Koordinaten: 48° 32′ N, 11° 16′ O
Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Neuburg-Schrobenhausen
Höhe: 409 m ü. NN
Fläche: 75,31 km²
Einwohner: 16 209 (31. Dez. 2007)
Bevölkerungsdichte: 215 Einwohner je km²
Postleitzahl: 86529
Vorwahl: 08252
Kfz-Kennzeichen: ND
Gemeindeschlüssel: 09 1 85 158
Adresse der Stadtverwaltung: Lenbachplatz 18
86529 Schrobenhausen
Webpräsenz:
Erster Bürgermeister: Karlheinz Stephan (CSU)
Lage der Stadt Schrobenhausen im Landkreis Neuburg-Schrobenhausen
Karte
Blick vom Lenbachplatz zum Turm der Jakobskirche

Schrobenhausen ist eine Stadt im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen. Die Stadt ist ein Mittelzentrum in der Region 10.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Geographie

[Bearbeiten] Lage

Schrobenhausen liegt im nördlichen Oberbayern im Paartal an der Mündung der Weilach in die Paar. Nächstes Oberzentrum ist das rund 30 km entfernte Ingolstadt.

[Bearbeiten] Stadtteile

  • Altenfurt
  • Edelshausen
  • Gollingkreut
  • Högenau
  • Königslachen
  • Drei Linden
  • Mühlried
  • Ried
  • Sandhof
  • Steingriff
  • Aumühle
  • Gaishof
  • Halsbach
  • Hörzhausen
  • Kreuthof
  • Mantelberg
  • Öd
  • Rinderhof
  • Sandizell
  • Weil
  • Platte

[Bearbeiten] Geschichte

[Bearbeiten] Vorgeschichte, Frühgeschichte und Altertum

Bodendenkmale und Bodenfunde aus Bronzezeit, Hallstattzeit und der keltischen Epoche lassen auf Nomadenstämme und Besiedelung durch Weidebauern schließen. Die gelegentlich behauptete Existenz eines römischen Kastells konnte bislang nicht nachgewiesen werden. Die römische Straße Augsburg – Regensburg verlief im heutigen Stadtgebiet.

[Bearbeiten] Mittelalter

Während der Amtszeit des Freisinger Bischofs Atto (783–811) taucht der Ortsname „Scropinhusen“ erstmals in Schenkungsbüchern der Freisinger Marienkirche auf. Späteren Schenkungsurkunden ist zu entnehmen, dass Schrobenhausen 888 über eine Pfarrkirche, ein Herrenhaus und einen Getreidespeicher verfügt. Im 10. Jahrhundert wird die kleine Ansiedlung während der Ungarneinfälle verwüstet und dann mehr als 100 Jahre in keiner Urkunde mehr erwähnt.

Angeblich Mitte des 13. Jahrhundert zum Markt erhoben, siegelt Schrobenhausen erstmals mit eigenem Wappen, dem nach links blickenden gekrönten Bären über dem bayerischen Rautenfeld. 1333 anerkennt Herzog Ludwig der Bayer, oft persönlich zu Gast in Schrobenhausen, ausdrücklich den Rat der Bürger und die Gemeindeordnung, die Markt- und Schrannenrechte sowie die Maße und Gewichte. Er lässt um den Markt eine erste ringförmige, hölzerne Wehr mit Gräben, Wehrgängen und Wachttürmen errichten.

Im Bayerischen Städtekrieg wird Schrobenhausen 1388 von Augsburger Truppen samt Kirche, Rathaus und Wehranlagen vollständig zerstört. Herzog Ludwig im Bart unterstützt Schrobenhausen beim Wiederaufbau (Steuerfreiheit, Bauholz aus herzoglichen Forsten etc). Eine Stadterweiterung Richtung Nordosten und Nordwesten schafft den bis heute erhaltenen Stadtgrundriss. Die neue Wehranlage (abgesehen von den Toren teilweise noch vorhanden) wird nun aus gebrannten Ziegeln errichtet. Im wieder aufgebauten Rathaus befinden sich die Schranne sowie Verkaufsräume für Brot und Fleisch.

Im 15. Jahrhundert blüht Schrobenhausen auf. Es entstehen drei Kirchen (Stadtpfarrkirche St. Jakob, Kirche „Zu unserer lieben Frau“ und die Vorstadtkirche St. Salvator), das Heilig-Geist-Spital, die Lateinische Schule sowie die „Zeil“ westlich des Rathauses mit stattlichen Treppengiebel-Bürgerhäusern. Im Jahre 1447 verleiht Herzog Heinrich von Landshut Schrobenhausen das Stadtrecht. Schrobenhausen, vorher zum Landgericht Aichach gehörig, bekommt sein eigenes Landgericht.

[Bearbeiten] Weitere Entwicklung

Schrobenhausen wurde auf Grund seiner Lage an der wichtigen Straße zwischen Augsburg und Regensburg häufig durch Kriegsheere in Mitleidenschaft gezogen, beispielsweise im Schmalkaldischen Krieg 1546, als mehrere zehntausend Landsknechte durch die Gegend zogen.[1] Im Dreißigjährigen Krieg lag das Gebiet 1632 und 1633 mehrere Monate lang im Frontgebiet zwischen dem schwedischen Heer und dem kaiserlichen Heer des Generals Wallenstein.[2] Zuletzt zogen 1799 im Zweiten Koalitionskrieg die Reste einer russischen Armee unter Alexander Suworow durch Schrobenhausen.

Schrobenhausen kam bei der Neueinteilung des Königreichs Bayern nach Verwaltungsbezirken im Jahr 1808 zum Lechkreis, 1810 zum Isarkreis, 1817 zum Oberdonaukreis und 1837 schließlich zu Oberbayern. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden in Schrobenhausen Unternehmen der Papier- und Metallverarbeitung. Einen weiteren Wachstumsschub brachte nach 1945 die Zuwanderung von Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten. 1972 entstand der neue Landkreis Neuburg-Schrobenhausen aus den Großteilen der bisherigen Landkreise Neuburg an der Donau und Schrobenhausen. Erster Landrat dieses Kreises war von 1972 bis 1984 Dr. Walter Asam aus Schrobenhausen. Im Zuge der Gebietsreform erfolgten die Eingemeindungen von Steingriff (1971), Hörzhausen (1971), Sandizell (1972) mit Gollingkreuth und Öd sowie Mühlried mit Edelshausen und Königslachen (1978).

Die Stadt Schrobenhausen entwickelte sich zum Mittelzentrum in der Region 10 in Bayern. Die Nähe zum Flughafen München (60 km), die Anbindung durch die Bundesstraße 300 an die Autobahnen München - Stuttgart (Anschluss Dasing, 26 km) bzw. München - Nürnberg (Anschluss Langenbruck, 27 km) und die sehr gute Infrastruktur der Stadt ermöglichten in den zurückliegenden Jahren eine positive Entwicklung, so dass die Stadt zu einem interessanten Standort für Unternehmen geworden ist. Nachdem der Stammsitz der BAUER AG mit den zahlreichen Tochterfirmen ständig ausgebaut wird, aber auch neue Firmen - wie z. B. die Franz Sauermann GmbH und nunmehr insb. EADS - Arbeitsplätze in der Paarstadt schaffen, fällt die örtliche Arbeitslosenquote sehr gering aus.

[Bearbeiten] Politik

[Bearbeiten] Bürgermeister 1818-1945

(Seit Einführung der Bayerischen Gemeindeordnung im Jahre 1818)

  • Sebastian Böhm (1818–1820)
  • Willibald Frisch (1820–1843)
  • August Böhm (1857–1869)
  • Alexander Höcht (1873–1875)
  • Ernst von Molo (1888–1890)
  • Georg Leinfelder (1891–1893)
  • Alois Widmann (1894–1919)
  • Ernst Herb (1919–1932)
  • Anton Prücklmair (1932–1933)
  • Dr. Ignaz Geßner (1933–1941)
  • August Vogl (1941–1945)

[Bearbeiten] Bürgermeister 1945 bis heute

  • Fritz Stocker, SPD (1945–1967)
  • Albert Schnell, SPD (1967–1978)
  • Michael Flammensböck, CSU (1978–1984)
  • Josef Höllbauer, Parteifreie Wählergemeinschaft PWG (1984–1996)
  • Josef Plöckl, Die Unabhängigen DU, dann CSU (1996–2005)
  • Inge Eberle, 2. Bgm., CSU, (2005–2006)
  • Dr. Karlheinz Stephan, CSU, seit 2006

[Bearbeiten] Stadtrat in der Wahlperiode 2008-2014

Von den 24 Stadtratssitzen entfallen auf:

[Bearbeiten] Wirtschaft

[Bearbeiten] Industrie

Die größten Arbeitgeber der Stadt sind die Unternehmen AGFA, Bauer AG, EADS, Leipa, Südstärke und Xella.

Die LFK-Lenkflugkörpersysteme GmbH hat hier ihren Hauptsitz. Eine alte traditionsreiche Firma ist die Prägeanstalt Carl Poellath.

[Bearbeiten] Spargel

Die Stadt Schrobenhausen ist Sitz des Europäischen Spargelmuseums und auch Zentrum und Namensgeber eines der bedeutendsten Spargelanbaugebiete Deutschlands. Damit spielt der Tourismus, insbesondere in der Spargelsaison, eine sehr große Rolle. Jedes Jahr besuchen zur Spargel-Zeit Tausende von Spargelfreunden aus aller Welt das Schrobenhausener Land. Die Saison geht von Mitte April bis zum 24. Juni, dem „Johannitag“, an dem traditionsgemäß letztmals Spargel gestochen wird. Im Umland der Kleinstadt gibt es rund 600 Spargelbauern. 1913 pflanzte Christian Schadt aus Groß-Gerau erstmals das Edelgemüse in den sandigen Paar-Auen. Das heutige Anbaugebiet umfasst rund 600 ha.

[Bearbeiten] Bildung

  • Gymnasium Schrobenhausen
  • Franz-von-Lenbach Realschule
  • Michael-Sommer-Volksschule (Hauptschule Schrobenhausen)
  • Maria-Ward-Realschule, Mädchenrealschule der katholischen Kirche
  • Grundschule Schrobenhausen
  • Erwin-Lesch-Schule (Förderschule)
  • Volkshochschule Schrobenhausen
  • Musikschule Schrobenhausen

[Bearbeiten] Sehenswürdigkeiten

[Bearbeiten] Museen

Geburtshaus von Franz von Lenbach
  • Europäisches Spargelmuseum
  • Franz von Lenbach – Geburtshaus (von 1823) mit Museum
  • Museum im Pflegschloss (Stadtmuseum mit Wechselausstellungen; bedeutende Medaillen-Sammlung)
  • Handwerkermuseum im Zeiselmairhaus (eindrückliches Baudenkmal aus dem 14./15. Jhd.)
  • Feuerschützenmuseum im Stadtturm beim Lenbachmuseum (Sammlung der kgl.priv.Feuerschützengesellschaft)
  • Landsknechtsmuseum im Bürgerturm der Stadtmauer
  • Sattler-Sammlung im Pflegschloss (Graphiken und Bilder des Künstlers Joseph Sattler)
  • Hofner-Sammlung im Lenbachmuseum (Bilder von Johann Baptist und Adolf Hofner, berühmt:Pilztafeln)

[Bearbeiten] Kirchen

Stadtpfarrkirche St. Jakob

Die Stadtpfarrkirche St. Jakob ist eine spätgotische Hallenkirche. Ihr Bau wurde 1404 begonnen. 1420 wurde die Kirche eingeweiht; 1491 fand der Bau mit der Einwölbung einen vorläufigen Abschluss. Im 19. Jahrhundert bekam die Kirche eine neugotische Inneneinrichtung. Bei einer Restaurierung 1978–1983 wurden die neugotischen Hinzufügungen entfernt und der spätgotische Charakter der Kirche wiederhergestellt. An den Wänden links vom Altar befinden sich mittelalterliche Fresken.

Frauenkirche

Auch die Frauenkirche ist ein spätgotischer Bau, der 1404 begonnen wurde. Die Kirche besitzt innen eine barocke Ausgestaltung. Im 19. Jahrhundert erhielt die Kirche eine neoromanische Innengestaltung und Malerei. Beides wurde 1964 zu Gunsten der barocken Ausgestaltung wieder entfernt.

An weiteren Kirchen sind zu erwähnen:

  • Die Christuskirche der evangelischen Gemeinde am Stadtwall
  • St. Martin im Ortsteil Hörzhausen
  • Maria Beinberg bei Gachenbach
  • Kirche mit Friedhof am Kirchberg im Ortsteil Steingriff

[Bearbeiten] Weitere Bauwerke

  • Wasserschloss und Asamkirche St. Peter, Schrobenhausen-Sandizell
  • Stadtwall (rund 1.300 m) rund um die Altstadt mit uralten Kastanienbäumen sowie der Stadtmauer mit Türmen
  • Leinfelder-Villa (Architekt: Gabriel von Seidl) in der Aichacher Straße

[Bearbeiten] Kunstwerke

  • Stahlskulptur "Kreuzweg" von Silvio Mattioli (Schweiz) im Pflegschloßpark
  • Bronzeplastik "Zeitenwende" zum Millennium der Künstler Torge, Gruber, Vitzke und Wührl vor dem Amtsturm
  • Stahlplastik "Borromäische Ringe" des Künstlers Karlheinz Torge vor dem Gymnasium Schrobenhausen
  • Kalvarienberg beim Kreiskrankenhaus mit Kapelle und Kreuzweg

[Bearbeiten] Naturdenkmäler

  • Goachat (Naturschutzgebiet im Paartal zwischen Schrobenhausen und Hörzhausen)
  • Alpenvereinshütte am Mahlberg bei Königslachen (tiefstgelegene Sektionshütte des Deutschen Alpenvereins)

[Bearbeiten] Persönlichkeiten

[Bearbeiten] Überregional bekannte Persönlichkeiten aus oder in Verbindung mit Schrobenhausen

Franz von Lenbach, Selbstportrait
  • Franz von Lenbach (1836–1904), „Malerfürst“, geb.13. Dezember 1836 in Schrobenhausen
  • Johann Baptist Hofner (1832–1913), Tiermaler und Jugendfreund Lenbachs, Aresing
  • Joseph Sattler (1867–1931), Grafiker, geboren in Schrobenhausen, „Dürer des 19. Jahrhunderts“
  • Wolfgang Mottl (1898–1962), Güterdirektor in Sandizell, Pionier der Kartoffelzucht in Europa
  • Friedl Rinder (1905–2001), deutsche Schachmeisterin, in Schrobenhausen geboren
  • Karlheinz Bauer (* 1928), Begründer des Spezialtiefbaus in der Welt (BAUER-Anker)
  • Norbert Richter-Scrobinhusen (1929–1975), Maler und Grafiker, Kunsterzieher am Gymnasium Schrobenhausen
  • Josef Schnell * 1934, Deutscher Meister im Gewichtheben
  • Walter Mixa (* 1941), Stadtpfarrer von Schrobenhausen (1975–1996), Bischof von Augsburg
  • Rudolf Peterke (* 1946), ehemaliger Abgeordneter des Bayerischen Landtags
  • Klaus Englert (* 1949), Gründer des Europäischen Spargelmuseums; Tiefbaurechtspionier
  • Michael Dick, (* 1952) Mitglied des Vorstandes der AUDI AG, Ingolstadt
  • Thomas Bauer (* 1955), Präsident Bauindustrie Bayern e. V. und Vizepräsident Hauptverband d. dt. Bauindustrie
  • Marion Schick, geb. Pilnei (* 1958), Präsidentin der Hochschule München
  • Florian Weber, Mitglied der Musikgruppe Sportfreunde Stiller

[Bearbeiten] Ehrenbürger

Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Schrobenhausen

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Online-Artikel im Donaukurier, besucht am 28. April 2009
  2. Chronik der Gemeinde Langenmosen, besucht am 28. April 2009

[Bearbeiten] Weblinks

Commons Commons: Schrobenhausen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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