Schrozberg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schrozberg
Schrozberg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schrozberg hervorgehoben
49.3444444444449.9805555555556455Koordinaten: 49° 21′ N, 9° 59′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Schwäbisch Hall
Höhe: 455 m ü. NHN
Fläche: 105,21 km²
Einwohner: 5730 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 54 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74575
Vorwahl: 07935
Kfz-Kennzeichen: SHA, CR
Gemeindeschlüssel: 08 1 27 075
Adresse der
Stadtverwaltung:
Krailshausener Straße 15
74575 Schrozberg
Webpräsenz: www.stadt-schrozberg.de
Bürgermeister: Klemens Izsak
Lage der Stadt Schrozberg im Landkreis Schwäbisch Hall
Bayern Hohenlohekreis Landkreis Heilbronn Main-Tauber-Kreis Neckar-Odenwald-Kreis Ostalbkreis Rems-Murr-Kreis Blaufelden Braunsbach Bühlertann Bühlerzell Bühlerzell Crailsheim Fichtenau Fichtenberg Frankenhardt Gaildorf Gerabronn Ilshofen Ilshofen Kirchberg an der Jagst Kreßberg Langenburg Mainhardt Michelbach an der Bilz Michelfeld Oberrot Obersontheim Rosengarten (Landkreis Schwäbisch Hall) Rot am See Satteldorf Schrozberg Schwäbisch Hall Stimpfach Sulzbach-Laufen Untermünkheim Vellberg Wallhausen (Württemberg) WolpertshausenKarte
Über dieses Bild

Schrozberg ist eine Stadt im Landkreis Schwäbisch Hall im fränkisch geprägten Nordosten Baden-Württembergs.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schrozberg liegt auf der Hohenloher Ebene am Oberlauf des Vorbachs und ist der nördlichste Ort des Landkreises Schwäbisch Hall.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Stadt grenzt im Westen an Mulfingen im Hohenlohekreis, im Norden an die Städte Niederstetten und Creglingen im Main-Tauber-Kreis, im Osten an die bayerische Stadt Rothenburg ob der Tauber im Landkreis Ansbach und im Süden an Blaufelden.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Schrozberg besteht aus sieben ehemals selbstständigen Gemeinden, heute Stadtteilen, und umfasst neben der Kernstadt Schrozberg 53 Dörfer, Weiler, Höfe und Einzelhäuser. Darüber hinaus gibt es im Gemeindegebiet von Schrozberg einige Wüstungen, das heißt heute nicht mehr bestehende Siedlungen.[2]

Die Stadtteile und ihre Siedlungen:

Bartenstein[Bearbeiten]

  • die ehemalige Kleinstadt Bartenstein mit Schloss
  • der Weiler Klopfhof
  • das Gehöft Wengertshof
  • die Wüstung Maisenwinkel

Ettenhausen[Bearbeiten]

  • das Dorf Ettenhausen,
  • die Weiler Ganertshausen, Hirschbronn, Mäusberg und Wittmersklingen
  • die Wohnplätze Mittelmühle und Walkersmühle
  • die Wüstung Höfleinswiesen

Leuzendorf[Bearbeiten]

  • das Dorf Leuzendorf
  • die Weiler Bossendorf, Funkstatt, Gemmhagen, Hechelein, Kleinbärenweiler, Spindelbach, Standorf, Windisch-Bockenfeld und Wolfskreut

Riedbach[Bearbeiten]

  • das Dorf Riedbach
  • die Weiler Eichholz, Eichwiesen, Gütbach, Heuchlingen, Hornungshof und Reichertswiesen
  • die Wohnplätze Fallhaus und Zollhaus
  • die Wüstungen Burg Altbartenstein, Burg Eichholz, Leopoldsweiler und Speckhartshof

Schmalfelden[Bearbeiten]

  • das Dorf Schmalfelden
  • die Weiler Großbärenweiler, Lindlein und Speckheim
  • die Wüstungen Deutenhofen, Flinshof, Konnenweiler, Ringertsweiler und Ruthmannsrot

Schrozberg[Bearbeiten]

  • die Stadt Schrozberg
  • die Weiler Kälberbach, Könbronn, Krailshausen, Kreuzfeld, Reupoldsrot, Sigisweiler und Zell
  • die Wohnplätze Berghaus, Obere Mühle und Schrozberg im Tal
  • die Wüstungen Murrental, Ölmüschel, Steinrugel und Untere Mühle

Spielbach[Bearbeiten]

  • das Dorf Spielbach
  • die Weiler Böhmweiler, Bovenzenweiler (Bonifaziusweiler), Enzenweiler, Heiligenbronn, Hummertsweiler, Obereichenrot und Untereichenrot
  • die Höfe Keitelhof und Schöngras.
  • die Wüstungen Molkenbiegel und Seehöfle (Fischhaus)

Geschichte[Bearbeiten]

Gedenktafel zur Stadterhebung

Der Ort Schrozberg wurde erstmals 1249 urkundlich erwähnt. Bartenstein war seit 1686 Residenzstadt der Grafschaft und des späteren Fürstentums Hohenlohe-Waldenburg-Bartenstein. Zwischen 1500 und 1806 war Hohenlohe ein Teil des Fränkischen Reichskreises, somit auch Schrozberg. Die heutige Stadt Schrozberg entstand im Zuge der Verwaltungsreform in Baden-Württemberg durch mehrere Eingemeindungen. Am 1. Januar 1972 wurden zunächst Riedbach und Schmalfelden eingemeindet, am 1. April 1972 folgte Spielbach. Am 1. Januar 1973 wurde dann neben Leuzendorf auch die Stadt Bartenstein eingemeindet, woraufhin die Gemeinde Schrozberg selbst zur Stadt erhoben wurde. Am 1. Januar 1974 erfolgte noch die Eingemeindung von Ettenhausen.

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Der Weiler Windisch-Bockenfeld gehört mit seinem Namenszusatz Windisch zu den westlichste Orten, deren Name auf eine frühmittelalterliche slawische Besiedelung hindeutet. Auch der Name von Böhmweiler (4 km nördlich und etwas östlich) lässt eine slawische Vergangenheit vermuten.

Politik[Bearbeiten]

Rathaus Schrozberg

Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Gemeinderatswahl vom 25. Mai 2014 brachte folgendes Ergebnis:[3]

Partei Liste Stimmenanteil G/V Sitze G/V
CDU 32,5 % + 1,2 8 − 1
SPD 13,6 % + 1,0 3 ± 0
FWV 53,9 %* − 2,1* 9 − 3
Wahlgemeinschaft für Jedermann 3 − 1
G/V = Gewinne oder Verluste im Vergleich zur vorigen Wahl 2009

* In der Statistik des Landes Baden-Württemberg werden die Wählergemeinschaften zusammengefasst.

Bürgermeister[Bearbeiten]

  • Georg Philipp Ernst Wolf (geb. am 8. April 1798) vom Dezember 1835 bis 2. Mai 1867
  • Johann Paul Dallinger (geb. am 28. Juni 1883, verst. am 9. April 1900) vom 2. Mai 1867 bis 9. April 1900
  • Friedrich Scheuermann (geb. am 28. März 1866) vom 26. Mai 1900 bis 15. August 1917
  • Friedrich Gottert (geb. am 19. Februar 1882) vom 15. Dezember 1917 bis 31. Dezember 1927
  • Wilhelm Hirschburger (geb. am 27. Oktober 1901) vom 2. Januar 1928 bis 1945
  • Max Kunert (geb. am 3. September 1905, verst. am 5. Februar 1946) von 1945 bis 5. Februar 1946
  • Rudolf Neu (geb. am 9. Mai 1921, verst. am 27. September 2011) von 30. März 1946 bis 21. Februar 1986
  • Klemens Izsak seit März 1986 bis heute

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: In Gold über einem grünen Berg eine blaue Kornblume.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Schloss Schrozberg

Bauwerke[Bearbeiten]

Im Hauptort selbst ist das über mehrere Jahrhunderte entstandene Schloss Schrozberg sehenswert.

Die evangelische Kirche wurde in den Jahren 1614 bis 1618 erbaut und verfügt über eine denkmalgeschützte, 1962 von Helmut Bornefeld entworfene und durch die Gebrüder Link erbaute Orgel in einem historische Prospekt von Johann Anton Ehrlich aus dem Jahr 1779.

Orgel in der evangelischen Kirche Schrozberg

Am Ortsrand befinden sich Reste der ehemaligen Schrozburg.

Der Teilort Bartenstein ist in Deutschland ein einmaliges Beispiel einer geplanten, rein barocken Kleinresidenz, bestehend aus der historischen Stadtanlage mit dem Schloss der Fürsten zu Hohenlohe-Bartenstein.

Bei dem Stadtteil Riedbach befinden sich auf einem Bergsporn noch geringe Reste der mittelalterlichen Burg Alt-Bartenstein und an der Riedbacher Straße Reste der Burg Riedbach.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Zu erwähnen ist das alljährlich im Juli stattfindende traditionelle Jacobifest.
  • Rund um das Schloss findet immer am dritten Adventswochenende der Weihnachtsmarkt statt.
  • Die Schrozberger Bluesnacht ist seit 1990 eine Musikveranstaltung im Schlosshof in Schrozberg. Sie findet ab 1998 alle zwei Jahre im Juni/Juli statt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schrozberg ist über die Bundesstraße 290 (TauberbischofsheimWesthausen) und mehrere Landes- und Kreisstraßen an das Straßennetz angebunden. Außerdem liegt die Stadt an der eingleisigen Taubertalbahn von Crailsheim nach Wertheim. Bei dem Eisenbahnunfall von Schrozberg, einem Zusammenstoß zweier Personenzüge auf dieser Bahnstrecke nahe Schrozberg, wurden am 11. Juni 2003 sechs Menschen getötet, 25 weitere verletzt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

In Schrozberg ist das Automobil-Zulieferunternehmen Whitesell Germany GmbH & Co. KG (vormals Ruia Global Fasteners und zuvor Acument) mit einem Produktionsstandort vertreten. Dort werden hauptsächlich Muttern für den Kraftfahrzeugbereich hergestellt.

Die in Schrozberg ansässige Molkereigenossenschaft Hohenlohe-Franken eG stellt mit dem Markennamen "Schrozberg" aus Biomilch in Demeterqualität eine große Anzahl an Milchprodukten her.

Bildung[Bearbeiten]

Es besteht die Grund-, Haupt- und Realschule mit Werkrealschule Schrozberg mit etwa 670 Schülern.

In der Stadtbücherei können neben Büchern auch Zeitschriften, Hörbücher, DVDs und CDs ausgeliehen werden. Der Medienbestand umfasst 8.600 Medien; 2012 wurden 24.000 Ausleihen erreicht.[4]

Vereine[Bearbeiten]

Die Freiwillige Feuerwehr Schrozberg besteht aus den sieben Abteilungen Schrozberg, Bartenstein, Ettenhausen, Leuzendorf, Riedbach, Schmalfelden und Spielbach. Rund 130 Feuerwehrleute sind in den Abteilungen aktiv. Außerdem gibt es eine Jugendfeuerwehr, die Löschzwerge und eine Altersabteilung.

Der Turn und Sportverein TSV Schrozberg wurde 1864 als Turngemeinde Schrozberg gegründet und besteht heute aus den Abteilungen Fußball, Leichtathletik, Turnen, Tischtennis, Tennis, Badminton und Volleyball.

Der Gesangverein Liederkranz Schrozberg wurde 1856 gegründet und besteht momentan aus zwei Chören: dem seit dem Gründungsjahr bestehenden Männerchor sowie dem zu einem späteren Zeitpunkt gegründeten Gemischten Chor, der gleichzeitig Kirchenchor der evangelischen Kirchengemeinde ist. Der Liederkranz unterhält seit 1992 eine Chorpartnerschaft mit dem französischen „Chorale du Trion“ aus der Nähe von Le Mans.

Sonstiges[Bearbeiten]

Auf der Gemarkung der Gemeinde befindet sich das Fuchslabyrinth, die viertlängste Höhle Deutschlands.[5]

Von Juli 1947 bis 1953 befand sich die "Württembergische Landwirtschaftliche Genossenschaftsschule" in Schrozberg. Sie war der Vorläufer der heutigen "Geno-Akademie" (Bildungszentrum des Württembergischen Genossenschaftsverbands) in Stuttgart-Hohenheim. Die Schule wurde auf Initiative des damaligen Verbandspräsidenten Eugen Grimminger eröffnet.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Hermann Kellermann
  • Rudolf Neu

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen[Bearbeiten]

  • Jakob Hüfner (1875–1968), wohnte und starb in Bartenstein, Konstrukteur und Erfinder

Literatur[Bearbeiten]

  • 750 Jahre Schrozberg. Stadt Schrozberg, Schrozberg 1999, ISBN 3-00-004713-1 (Veröffentlichungen zur Ortsgeschichte und Heimatkunde in Württembergisch Franken. Band 15).

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31.12.2012 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 524–532
  3. [[[1]] www.statistik.baden-wuerttemberg.de].
  4. gem. Deutscher Bibliotheksstatistik
  5. Statistik der Arbeitsgemeinschaft Höhle & Karst Grabenstetten e.V.