Schuler (Unternehmen)

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Schuler Aktiengesellschaft
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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE000A0V9A22
Gründung 1839
Sitz Göppingen, Deutschland
Leitung Stefan Klebert, Vorstandsvorsitzender
Wolfgang Leitner, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiter 5.443 (30. September 2012)[1]
Umsatz 1,23 Mrd. Euro (2011/12)
Branche Maschinenbau
Website www.schulergroup.com
Werksgelände in Weingarten
Schuler AG Firmensitz in Göppingen

Die Schuler Aktiengesellschaft mit Stammsitz im baden-württembergischen Göppingen ist ein börsennotiertes deutsches Unternehmen auf dem Gebiet der Umformtechnik und der weltweit größte Hersteller von Pressen. Auf ihnen entstehen Karosseriebleche und andere Autoteile, aber zum Beispiel auch Getränke- und Spraydosen, Spülbecken, Großrohre und Teile für Elektromotoren.

Das Unternehmen hat Produktionsstandorte in Deutschland, der Schweiz, Brasilien, USA und China und beliefert neben der Automobilindustrie deren Zulieferer, die Haushaltsgeräte- und Elektroindustrie sowie die Schmiede-, Energie-, Luft- und Raumfahrt- sowie die Eisenbahnindustrie und Münzstätten. Insgesamt ist das Unternehmen mit eigenen Standorten und Vertretungen in 40 Ländern präsent.[2]

Das Unternehmen beschäftigte zum 30. September 2012 weltweit 5.443 Mitarbeiter und erzielte im Geschäftsjahr 2011/12 einen Umsatz von 1,23 Milliarden Euro. Das Ergebnis vor Steuern und Zinsen (EBIT) belief sich 2011/12 auf 95,8 Mio. Euro (Vorjahr 54,4 Mio. EUR) und das Konzernergebnis auf 51,8 Mio. Euro (Vorjahr 24,0 Mio. EUR).

Die neuen Stammaktien, die aus einer Umwandlung von Vorzugsaktien in Stammaktien stammen, werden an der Frankfurter Wertpapierbörse sowie an der Börse Stuttgart gehandelt. Ferner werden die alten Stammaktien (ISIN: DE0007210601) weiterhin an der Börse Stuttgart gehandelt. Als im Herbst 2012 der Anteil der Streuaktien unter 10 % sank, fiel Schuler aus dem Aktienindex SDAX heraus.[3]

Eingang zum Hauptgebäude der Schuler AG in Göppingen

Die österreichische Andritz AG hat im Mai 2012 von der Familie Schuler-Voith 38,5 % der Aktien an der Schuler AG übernommen und den Aktionären ein Angebot über 20 Euro je Aktie unterbreitet.[2] Mit dem Stand vom 15. Februar meldete Andritz bereits eine Beteiligungsquote von 93,57 Prozent, nachdem die Kartellbehörden zuvor ihre Zustimmung zur Übernahme erteilt hatten.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Von Schuler 1928 hergestellte Presse vor der Automobile welt eisenach

1839 gründete Louis Schuler das Unternehmen, das ab 1852 die ersten Blechbearbeitungsmaschinen produzierte. Im Jahr 1895 wurden die ersten Münzprägepressen nach China exportiert. Auf der Weltausstellung in Paris im Jahr 1900 zeigte Schuler die erste Transferpresse der Welt. 1924 wurde die ersten Karosseriepresse für die Massenfertigung ausgeliefert. Ab 1961 begann die Internationalisierung. 1999 erfolgte der Börsengang und der Einstieg in die Lasertechnik mit der Übernahme der Firma Held Lasertechnik in Dietzenbach. Im Jahr 2007 wurde die Müller Weingarten AG von Schuler übernommen, zu der u.a. auch die Umformtechnik Erfurt gehörte. Durch die Übernahme entstand ein weltweit führender Anbieter von Umformtechnologie für die Metallverarbeitung mit einem Marktanteil von rund 35 Prozent.

Die österreichische Andritz AG hat im Mai 2012 von der Familie Schuler-Voith 38,5 % der Aktien an der Schuler AG übernommen und den Aktionären ein Angebot über 20 Euro je Aktie gemacht.[5] Mit dem Stand vom 4. September 2012 gehörten bereits 89,24 % den Beteiligungsgesellschaften der Andritz AG.

Eine von Schuler gefertigte Doppelhebel-Tiefziehpresse aus dem Jahr 1928 blieb im Automobilwerk Eisenach erhalten und ist vor dem Museum Automobile welt in Eisenach als Technisches Denkmal aufgestellt, nachdem sie dort bis 1998 in Betrieb war.[6]

Als im Herbst 2012 der Anteil der Streuaktien unter 10 % sank, fiel Schuler aus dem Aktienindex SDAX heraus.[7]

Seit 1. März 2013 erfolgte die Übernahme des Konzerns mit seinen rund 5.500 Mitarbeitern durch die Andritz AG. Im Februar 2013 gaben verschiedene Kartellgerichte dazu ihre Zustimmung.[7]

Der Vorstand der Schuler AG beschloss im Frühjahr 2014, den Widerruf der Börsenzulassung der Aktien der Schuler AG (Delisting) zu beantragen.[8]

Antike Schuler-Presse am Stammsitz des Unternehmens in Göppingen

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Schuler Kennzahlen Konzern
  2. Geschäftsbericht 2011/12
  3. SCHULER AG: Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung
  4. SCHULER AG: Veröffentlichung gemäß § 26 Abs. 1 WpHG mit dem Ziel der europaweiten Verbreitung
  5. Andritz wird neuer Großaktionär bei Schuler
  6. Technisches Denkmal in Eisenach, aufgerufen am 1. Februar 2013
  7. a b Andritz: Schuler-Übernahme ohne Auflagen auf ORF vom 7. Februar 2013 abgerufen am 7. Februar 2013
  8. Delisting 2014, aufgerufen am 7. April 2014