Schulferien

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Als Schulferien (von lat. feriae „Festtage“) wird meist ein längerer Zeitraum bezeichnet, in dem an einer Schule kein Unterricht stattfindet. Diese Art von Ferien erstreckt sich über unterschiedliche Zeiträume eines Schuljahres, wobei die Sommerferien am längsten dauern.

Sicht der Lehrkräfte[Bearbeiten]

Für Lehrer gelten die Schulferien nicht als Urlaub, sondern als unterrichtsfreie Zeit. In diesen Zeiten sollen Fortbildungen, Tagungen und Konferenzen stattfinden. Darüber hinaus werden die Schulferien zum Abbau der im Schuljahr angesammelten Überstunden genutzt. Lehrern steht wie allen anderen Angestellten und Beamten ein Erholungsurlaub zu, der jedoch in den Ferien genommen werden muss.

Schulferien in Deutschland, Österreich und der Schweiz[Bearbeiten]

Die Regelungen bezüglich der Schulferien in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowie in Liechtenstein sind relativ ähnlich. Die Arten der in den genannten Ländern bekannten Schulferien sind, im Gegensatz zur Situation in anderen Ländern, nahezu identisch. Ebenso sind die Gremien zur Regelung der Schulferien analog vergleichbar.

Festlegung der Termine und ihrer Dauer[Bearbeiten]

Die Zuständigkeit für die Festlegung der Ferientermine und damit auch die Ferientermine selbst variieren von Staat zu Staat. Für die aktuellen Ferientermine sei darum auf die in den Weblinks aufgeführten Veröffentlichungen der offiziellen Stellen verwiesen.

In Deutschland umfassen die Schulferien aufgrund des „Hamburger Abkommen“ vom 28. Oktober 1964 insgesamt 75 Werktage (davon 12 Samstage).[1] Die Ferienzeiten selbst legen die einzelnen Bundesländer entweder dauerhaft fest oder variieren sie in Absprache mit anderen Ländern aus verkehrs- und urlaubstechnischen Gründen von Jahr zu Jahr. Koordiniert werden die Ferientermine durch die Kultusministerkonferenz. Auf den deutschen Inseln Sylt, Föhr, Amrum, Helgoland und den Halligen sowie auf allen ostfriesischen Inseln gelten Sonderregelungen.[2][3] In den Gemeinden Hirschhorn und Neckarsteinach im Süden von Hessen gelten aufgrund des Verlaufs der Ländergrenze die baden-württembergischen Ferientermine.

In Österreich werden die Ferientermine vom Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur festgelegt.

In der Schweiz werden die Ferientermine von der Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren festgelegt.

In Liechtenstein werden die Ferientermine in dem vom Liechtensteiner Schulamt herausgegebenen amtlichen Ferienkalender festgelegt. Er orientiert sich dabei an den Schweizer Ferienterminen.

Arten der Schulferien[Bearbeiten]

In Deutschland, Österreich und der Schweiz variieren wichtige Ferientermine je nach Bundesland bzw. Kanton, um den Reiseverkehr zu entzerren.

Dieser Abschnitt soll einen Überblick über die Bedeutung der verschiedenen Schulferien geben. Sie sind gemäß ihrer chronologischen Abfolge im Schuljahr aufgeführt. Als Überschriften werden die in den offiziellen landesweiten Veröffentlichungen verwendeten Bezeichnungen benutzt.

Herbstferien[Bearbeiten]

Die Herbstferien liegen in den Herbstmonaten.

In Deutschland und in der Schweiz sind die Herbstferien die ersten Ferien nach Beginn des Schuljahres. Es handelt sich in Deutschland je nach Bundesland um eine oder zwei Wochen im Oktober oder November. Die Herbstferien gingen aus den so genannten Kartoffelferien (bzw. in Bayern aus den freien Tagen an Allerheiligen/Allerseelen) hervor. Während der Kartoffelernte wurden die Bauernkinder von der Schulpflicht befreit, um auf dem heimischen Hof mitzuarbeiten.

In der Schweiz dauern sie je nach Kanton ein bis drei Wochen.

In Österreich gibt es keine bundesweit einheitlichen Herbstferien. Einige Schulen legen mehrere Schulautonome Tage so, dass kurze Herbstferien entstehen. Jedoch werden in einzelnen Bundesländern (z.B. Vorarlberg, Salzburg[4]) Herbstferien festgelegt, dafür entfallen allerdings der Osterdienstag und der Pfingstdienstag als schulfreie Tage.

Weihnachtsferien[Bearbeiten]

Die Weihnachtsferien liegen am Ende des Kalenderjahres.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz umfassen sie die Tage vom 24. Dezember (Heiligabend) bis ca. 6 Januar (Hl. Drei Könige). In einigen deutschen Bundesländern und Schweizer Kantonen dauern die Weihnachtsferien nur bis zum Jahreswechsel.

Winter-/Sport-/Zeugnis-/Semesterferien[Bearbeiten]

Diese Ferien liegen am Anfang des Kalenderjahres.

In Deutschland sind Winterferien seit der Wiedervereinigung in den meisten Bundesländern üblich. Ihre Dauer liegt zwischen wenigen Tagen und zwei Wochen mit Schwerpunkt auf einer Woche. Eine weitere geläufige Bezeichnung für diese Ferien ist Faschingsferien, falls sie am Rosenmontag beginnen; in Bayern werden sie offiziell als Frühjahrsferien tituliert.

In einigen Bundesländern werden die Winterferien Zeugnisferien genannt, weil dort am letzten Tag vor diesen Ferien die Halbjahreszeugnisse bei den Grund- und weiterführenden Schulen ausgegeben werden.

In der Schweiz dauern die Sportferien eine bis zwei Wochen und sind je nach Kanton zwischen Ende Januar und Anfang März angesiedelt.

In Österreich werden diese Schulferien als Semesterferien bezeichnet und gelten nicht für Studenten an Hochschulen. Sie dauern eine Woche und finden im Laufe des Februars statt. Sie markieren die Hälfte des Schuljahres (vgl. Semester). Die Semesterferien der Hochschulen liegen auch im Feber, dauern allerdings länger (bis zu vier Wochen). Die Termine sind in drei Gruppen von Bundesländern gestaffelt. Die Semesterferien wurden in Österreich 1973 während der ersten Ölkrise unter dem Namen Energieferien eingeführt. Der Grundgedanke war durch eine Woche minimal geheizter Schulhäuser während der kältesten Jahreszeit Heizöl zu sparen. Inzwischen werden diese Ferien häufig für einen Urlaub in den Wintersportgebieten genutzt und dienen somit der Förderung der heimischen Tourismusbranche. In der Folge wurden sie beibehalten und in Semesterferien umbenannt.

Oster-/Frühjahrs-/Frühlingsferien[Bearbeiten]

In Deutschland dauern die Osterferien/Frühjahrsferien je nach Bundesland zumeist ein bis drei Wochen und umfassen meist die Karwoche und Ostern. Im Bundesland Nordrhein-Westfalen sind sie beispielsweise zugunsten der Herbstferien auf zwei Wochen gekürzt. In Hamburg finden sie unabhängig von Ostern als Skiferien im März statt.

In der Schweiz sind die Frühlingsferien unabhängig von Ostern gesetzt. Sie dauern meistens zwei Wochen und sind je nach Kanton zwischen Anfang April und Anfang Mai.

In Österreich dauern Osterferien eineinhalb Wochen, sie umfassen regulär die Karwoche bis zum Dienstag nach Ostern. In Bundesländern, die Herbstferien festgelegt haben, enden sie bereits am Ostermontag.

Pfingstferien[Bearbeiten]

Die Pfingstferien orientieren sich an Pfingsten und Christi Himmelfahrt.

In Deutschland kennen nur einige Bundesländer ausgedehnte ein- bis zweiwöchige Pfingstferien. In den anderen Bundesländern sind nur einige Tage zusätzlich zu den Feiertagen schulfrei, in einigen Bundesländern gibt es keine Pfingstferien. Dies hängt davon ab, ob die Sommerferien im jeweiligen Bundesland früh oder spät beginnen. In Bundesländern, in denen diese schon ab Mitte Juni anfangen, erscheinen Pfingstferien weniger sinnvoll, da die Periode zwischen ihnen zu kurz sein würde.

In der Schweiz sind Pfingstferien unbekannt, einzig der Pfingstmontag ist in den meisten Kantonen schulfrei.

In Österreich wird als Pfingstferien das verlängerte Wochenende um Pfingsten bezeichnet. Hierbei sind die vier Tage vom Samstag vor Pfingsten bis einschließlich Dienstag nach Pfingsten schulfrei. Diese Regelung gilt für alle Bundesländer, die keine Herbstferien festgelegt haben.

Sommerferien[Bearbeiten]

Die Sommerferien (umgangssprachlich auch: große Ferien) bilden in den meisten Staaten den größten Teil der unterrichtsfreien Zeit für Schüler und Lehrer und liegen am Ende des Schuljahres. Ihr Ursprung findet sich in den Hundstagsferien.[5]

In Deutschland dauern die Sommerferien an allgemeinbildenden Schulen normalerweise etwa sechs oder sieben Wochen und sind nach Bundesländern gestaffelt. Die frühesten beginnen dabei Mitte Juni, die spätesten enden Mitte September.

In Österreich dauern die Schulferien im Sommer neun Wochen von Anfang Juli bis Anfang September und sind in zwei Gruppen von Bundesländern gestaffelt. In Wien, Niederösterreich und Burgenland beginnen sie in der ersten Juliwoche, in den übrigen Ländern um eine Woche später.

In der Schweiz variiert die Dauer der Sommerferien je nach Kanton. In einer Mehrheit der Deutschschweizer Kantone, darunter die großen, dauern sie fünf bis sechs Wochen, in der französischsprachigen Schweiz etwas mehr. Im Tessin dauern sie elf Wochen. In elf Kantonen beginnen die Sommerferien mit dem Bündelitag.

Sonstige Ferien[Bearbeiten]

Zu diesen üblichen Schulferien, die es in den meisten Regionen in gleichartiger Form gibt, können noch weitere Ferienzeiten treten.

In Deutschland gibt es in verschiedenen Bundesländern das Konzept von beweglichen Ferientagen, die die einzelnen Schulen frei ansetzen können. In einigen Bundesländern (zum Beispiel Bayern) wurde dieses Konzept auf Grund der damit verbundenen Probleme insbesondere für Eltern mit Kindern in unterschiedlichen Schulen wieder abgeschafft.

In Österreich gibt es auf Bundesebene das Konzept der schulautonomen Tage. Diese können auf Ebene der Bundesländer einheitlich, für einzelne Schularten, einzelne Schulen, einzelne Schulstufen oder einzelne Klassen einer Schulstufe verwendet werden.

Schulferien in weiteren Ländern[Bearbeiten]

In anderen Ländern kommen die unterschiedlichsten Systeme von Schulferien zur Anwendung.

Großbritannien[Bearbeiten]

In Großbritannien sind die Ferientermine landesweit einheitlich festgelegt.

Vereinigte Staaten[Bearbeiten]

In den USA werden die Termine für die Schulferien (School Vacations, Recess) von den Schulbezirken (school districts) festgelegt. Die Sommerferien beginnen meist Ende Mai/Anfang Juni und enden Ende August/Anfang September. Verbreitet sind darüber hinaus einwöchige Ferien zu Thanksgiving (Ende November, Thanksgiving Recess), zu Weihnachten (Christmas Recess), im Februar (Winter Recess) und im April (Spring Recess).

Niederlande[Bearbeiten]

In den Niederlanden gibt es gut eine Woche Herbstferien, zwei Wochen Weihnachtsferien und knapp 10 Tage Frühjahrs- und Maiferien. Die Sommerferien sind für Grundschüler sechs Wochen lang, für Schüler weiterführender Schulen sieben Wochen. Insbesondere die Herbst- und Sommerferien differieren in ihren Daten für Nord, Mittel- und Südniederlande.

Belgien[Bearbeiten]

In Belgien sind im gesamten Juli und August Sommerferien. Außerdem gibt es jeweils eine Woche Ferien um Allerheiligen und Karneval sowie zwei Wochen um Weihnachten/Neujahr und Ostern.

Frankreich[Bearbeiten]

In Frankreich werden die Schulferien zentral durch das Erziehungsministerium festgelegt. Es gibt drei Zonen A, B und C. In allen Zonen gibt es neun Wochen Sommerferien im Juli und August, sowie zwei Wochen Ferien um Weihnachten. Je zwei Wochen Herbst-, Ski- und Frühjahrsferien (Ostern) liegen nach Zonen differenziert um Anfang November, im Februar und im April. Bei der Planung wird versucht, einen Schul- und Ferienrhythmus von sechs bis sieben Wochen Schule und zwei Wochen Ferien zu gestalten.

Französische Überseegebiete[Bearbeiten]

Die Schulferien und sogar insgesamt der Schulkalender können in den französischen Überseegebieten sehr unterschiedlich sein. Jeder Leiter einer Académie ist für den Schulkalender seiner Académie verantwortlich. Er soll die Ferientermine durch Erlass und für einen Zeitraum von drei Jahren festlegen.

Die Besonderheiten der Überseegebiete werden berücksichtigt. Zum Beispiel in Neukaledonien und Wallis und Futuna dauert das Schuljahr von Februar bis Dezember: die längsten Ferien sind im Sommer auf der Südhalbkugel.

Italien[Bearbeiten]

In Italien sind die Schulferien größtenteils einheitlich geregelt, in den einzelnen Provinzen gibt es Abweichungen von wenigen Tagen. Die Sommerferien beginnen Anfang/Mitte Juni und dauern bis Anfang/Mitte September. Daneben gibt es zweiwöchige Weihnachtsferien und einwöchige Osterferien sowie diverse schulfreie Feiertage. Darüber hinaus können die lokalen Schulbehörden und Schulen noch einzelne freie Tage selbst bestimmen.

Tschechische Republik[Bearbeiten]

In der Tschechischen Republik sind die Schulferien zum großen Teil einheitlich geregelt. Die Sommerferien letní prázdniny umfassen die kompletten Monate Juli und August. Ende Oktober gibt es zwei schulfreie Tage, die um den 28. Oktober (Tag der Gründung der Tschechoslowakei 1918) gelegt werden und so ein verlängertes Wochenende erzeugen. Die Weihnachtsferien vánoční prázdniny gehen in der Regel vom 23. Dezember bis zum 2. Januar Der erste Freitag im Februar ist ein schulfreier Tag (pololetní prázdniny - Halbjahresferien). In den darauffolgenden sechs Wochen hat jeder okres (Landkreis) gestaffelt eine Woche Frühjahrsferien (jarní prázdniny). Karfreitag ist in Tschechien kein Feiertag: Die Osterferien (velikonoční prázdniny) beginnen am Gründonnerstag und gehen bis zum darauffolgenden Dienstag. Darüber hinaus haben die Schuldirektoren die Möglichkeit einige Tage ředitelské volno (direktorenfrei) zu bestimmen.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus: Schöne Ferien! - Grundsätzliches zu den Ferien. Abgerufen am 30. Dezember 2010.
  2. Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Schleswig-Holstein: Ferientermine für Schuljahre 2010/11 bis 2016/17 stehen fest - Sonderregelung für Inseln und Halligen bleibt bestehen. In: bildungsklick. 9. Dezember 2008, abgerufen am 23. April 2009.
  3. RdErl. d. MK: Ferienordnung für die Schuljahre 2009/10 bis 2016/17. In: Schulverwaltungsblatt 5/2009 - Amtlicher Teil. 21. April 2009, S. 13-18, abgerufen am 19. August 2012 (PDF, 112 kByte, siehe Abschnitt 8).
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHerbstferien 2010 stehen fest. Vorarlberg Online, 4. März 2010, abgerufen am 31. Januar 2011.
  5. Schulferien. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Band 14, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig und Wien 1885–1892, S. 648.

Weblinks[Bearbeiten]