Schumannhaus Bonn

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Schumannhaus in Bonn (2009)

Das Schumannhaus Bonn ist das Sterbehaus des deutschen Komponisten Robert Schumann im Bonner Ortsteil Endenich. Zu dieser Zeit beherbergte es eine private psychiatrische Klinik. Heute ist es eine Gedenkstätte und wird als Museum und Musikbibliothek der Stadt Bonn genutzt.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte des Hauses[Bearbeiten]

Die Heilanstalt im 19. Jahrhundert.

Das Schumannhaus wurde um 1790 im klassizistischen Stil als Landhaus für den kurfürstlichen Kammerrat und Schöffenbürgermeister Matthias Joseph Kaufmann gebaut. Franz Richarz kaufte das Haus und ließ es zur Nutzung als private psychiatrische Klinik umbauen. Am 26. Oktober 1844 machte er sich dort mit seiner eigenen Heil- und Pflegeanstalt selbstständig.

Robert Schumann kam im März 1854 aus Düsseldorf nach Endenich (damals noch ein selbstständiger Ort). Es wird angenommen, dass seine Krankheit bereits ausbrach, als er dort als Musikdirektor angestellt war. Schumann ließ sich zwei Jahre lang von Franz Richarz behandeln. Während dieser Zeit durfte er die Heilanstalt nur sehr selten für Spaziergänge verlassen. Er starb dort schließlich am 29. Juli 1856. Sein Grab befindet sich auf dem Alten Friedhof in Bonn.

Nachdem das Haus während des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1944 bei einem Bombenangriff schwer beschädigt wurde, wurde es in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts wiederhergestellt. Diesem Wiederaufbau ging eine öffentliche Diskussion um den Abriss des Hauses voraus. Im Jahre 1963 wurden die städtische Musikbibliothek und die Gedenkstätte eingeweiht.[1]

Museum[Bearbeiten]

Medizinalrat Dr. Kellner regte bereits 1926 die Einrichtung einer Schumann-Gedenkstätte im Endenicher Sterbehaus an. Er brachte eine Plakette an, welche von der Schumann-Gesellschaft in Zwickau – dem Geburtsort des Komponisten und Pianisten – gestiftet worden war.

Am 12. Mai 1963 wurden die im ersten Stock gelegenen beiden Schumann-Gedenkzimmer feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Dort werden Dokumente, Bilder und Briefe Robert und Clara Schumanns und aus deren Freundeskreis gezeigt. Durch weitere Renovierungsarbeiten wurde 1984 eine Erweiterung möglich. Die Ausstellung kann mit Hilfe kostenloser Führungen besichtigt werden. In regelmäßigen Abständen werden dort Hauskonzerte – überwiegend mit Klavier- und Kammermusikstücken des Komponisten und seiner Zeitgenossen – gegeben.

Musikbibliothek[Bearbeiten]

Das Haus fungiert auch als städtische Musikbibliothek und hält einen Bestand von rund 51.000 Büchern, Noten und Tonträgern bereit. Mit fast 100.000 Ausleihen jährlich wird sie häufig frequentiert.

Büste von Robert Schumann vor dem Schumannhaus

Büste[Bearbeiten]

Die Stiftung Kunst der Sparkasse Bonn stiftete zu Ehren Robert Schumanns eine gegossene Büste. Sie wurde vom österreichischen Bildhauer Alfred Hrdlicka angefertigt und am 29. Juli 2006 vor dem Schumannhaus enthüllt.

Förderverein[Bearbeiten]

Um den Ankauf des Gebäudes durch die Stadt Bonn initiativ zu fördern und es später als Gedenkstätte nutzen zu können, gründete sich 1982 der Verein Schumannhaus Bonn e. V. Inzwischen fungiert der Verein auch federführend als Mitveranstalter des alljährlichen Kulturfestivals „Bonner Schumannfest – Endenicher Herbst“ und vergibt einen Förderpreis an junge Interpreten des Schumann-Werkes.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Thomas Synofzik: Die Briefautographen im Schumannhaus Endenich (= Bonner Geschichtsblätter, Bd. 40), Bonn 1993.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bettina Köhl: Kriegsruine kurz vor dem Abriss. General-Anzeiger (Bonn), 7. Juni 2013, abgerufen am 8. Juni 2013.

Weblinks[Bearbeiten]

50.7242797.07728Koordinaten: 50° 43′ 27″ N, 7° 4′ 38″ O