Schuppiger Stielporling

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Schuppiger Stielporling
Polyporus squamosus 2011 G2.jpg

Schuppiger Stielporling (Polyporus squamosus)

Systematik
Klasse: Agaricomycetes
Unterklasse: unsichere Stellung (incertae sedis)
Ordnung: Stielporlingsartige (Polyporales)
Familie: Stielporlingsverwandte (Polyporaceae)
Gattung: Stielporlinge (Polyporus)
Art: Schuppiger Stielporling
Wissenschaftlicher Name
Polyporus squamosus
(Huds. : Fr.) Fr.

Der Schuppige Stiel-Porling oder kurz Schuppiger Porling (Polyporus squamosus) ist eine Pilzart aus der Familie der Stielporlingsverwandten, die auch lebende Bäume befällt und von allen Gattungsvertretern die größten Fruchtkörper entwickelt. Der deutsche Name ist die wörtliche Übersetzung der wissenschaftlichen Bezeichnung: Polyporus bedeutet „Porling“ (wortwörtlich „Vielporer“) und das ebenfalls aus dem Lateinischen stammende squamosus heißt „vielschuppig“. Ein weiterer volkstümliche Name lautet Schwarzfußporling. Er bezieht sich auf die schwarze Stielbasis.

Merkmale[Bearbeiten]

Sporen des Schuppigen Stielporlings im Lichtmikroskop
Typisch für den Schuppigen Stielporling sind die konzentrisch angeordneten braunen Schuppen auf dem Hut.
Junge Fruchtkörper des Schuppigen Stielporlings

Makroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Der Hut wird mit einer Breite von 10–30(–60) cm außerordentlich groß. Er entfaltet sich zunächst flach fächerförmig, wölbt sich später trichterförmig und erscheint in der Draufsicht oft nierenförmig. Die Oberseite ist gelblich, später blass braun gefärbt und mit konzentrischen, anliegenden und braunen Schuppen bedeckt. Die weißen bis blass gelblichen Röhren auf der Hutunterseite sind 0,2–1 cm lang. Sie besitzen unregelmäßig eckige und bis zu 2,5 mm breite Mündungen. Das Sporenpulver ist weiß. Der dickfleischige, kurze und gedrungene Stiel misst im Durchmesser 2–6 cm. Er ist meist seitlich am Substrat angewachsen, seltener zentralständig. Im Alter besitzt er eine schwarze Stielbasis, die Schwärzung kann sich den Stiel hinauf bis zu Mitte hochziehen. Das dicke und weiche Fleisch junger Exemplare ist essbar, im Alter wird der Schuppige Stielporling durch die zunehmende korkig-zähe Konsistenz ungenießbar. Markant ist der intensive käse- bis gurkenartige Geruch, der Geschmack ist nussartig.

Mikroskopische Merkmale[Bearbeiten]

Die Sporen sind elliptisch, glatt und messen 10–16 x 4–6 Mikrometer.

Artabgrenzung[Bearbeiten]

Eine Verwechslung ist aufgrund der auffälligen Erscheinung kaum möglich. Eine gewisse Ähnlichkeit haben sklerotienlosen Exemplare des Sklerotien-Stielporlings (P. tuberaster). Sie haben jedoch kleinere, meist zentral gestielte Fruchtkörper, wachsen hauptsächlich an abgefallenen Ästen, besitzen einen bewimperten Hutrand und haben keinen spezifischen Geruch.

Ökologie[Bearbeiten]

Die Fruchtkörper des Schuppigen Stielporlings können bis zu 40 cm breit werden.

Der Pilz kommt auf Stämmen von abgestorbenen oder stark geschwächten Laubbäumen vor und verursacht eine Weißfäule, d. h. er baut im Holz bevorzugt das Lignin ab. Markant ist sein Auftreten im Verbindung mit einem sehr raschen Wachstum im Mai und Juni, seltener kann er auch von April bis September erscheinen.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Schuppige Porling ist jung essbar, sein kulinarischer Wert wird aber eher als gering eingestuft.

Quellen[Bearbeiten]

  •  Ewald Gerhardt: BLV Handbuch Pilze. 3 Auflage. BLV, München 2002, ISBN 978-3-405-14737-2 (639 Seiten; einbändige Neuausgabe der BLV Intensivführer Pilze 1 und 2).
  •  Giovanni Pacioni: Das neue BLV Pilzbuch. 420 Pilzarten farbig abgebildet. BLV, München 1986, ISBN 978-3405126056 (512 Seiten).

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Polyporus squamosus – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien