Schurke

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Mit dem Begriff Schurke bezeichnet man im Allgemeinen eine gemeine oder böse Person oder einen Verbrecher. Der Begriff wird gelegentlich verharmlosend oder ironisch gebraucht. Es existieren zahlreiche ähnlich gelagerte Begriffe, darunter: Gauner, Halunke, Schuft, Strolch, Übeltäter, Bösewicht oder Spitzbube.

Vom richtigen „Betragen gegen Schurken“ handelt treffend ein Kapitel in Knigges Werk Über den Umgang mit Menschen vom Ende des 18. Jahrhunderts.[1]

Definition[Bearbeiten]

Laut Adelungs Grammatisch-kritischem Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart ist als Schurke „ein in den gemeinen Sprecharten aller Deutschen Provinzen sehr übliches Schmähwort, eine nichtswürdige männliche Person von jeder Art zu bezeichnen“.[2] Im Englischen wird dafür neben bad guy vorzugsweise französisch villain gebraucht.

Etymologie[Bearbeiten]

Die Herkunft des Wortes, das erst seit dem 17. Jahrhundert bezeugt ist, ist nicht eindeutig geklärt. Schurk oder Schork, wie es vordem hieß, sind vielleicht verwandt mit schüren.[3] So hieß im Althochdeutschen der Feuerschürer fiurscurgo und diese meist rußschwarze Person war dann das Vorbild für die ebenfalls unkenntlich gemachten und maskierten Räuber und Gauner. Jedenfalls war ein Schurke jemand, der Böses tat, moralisch verwerflich handelte oder eine niedrige Gesinnung hatte. Nicht belegt ist dagegen die Vermutung, Schurke könnte von litauischen Einwanderern aus der Zeit der Industrialisierung stammen, da auf Litauisch „Schurke“ so viel wie „Ratte“ bedeutet.

Schurkenstaat[Bearbeiten]

In neuerer Zeit ist der Begriff im Zusammenhang mit der deutschen Übersetzung „Schurkenstaat“ für den von der Regierung der USA seit etwa 1997 gebrauchten Begriff Rogue State[4] prominent geworden. Hiermit sind diktatorisch regierte Staaten gemeint, die sich angeblich aggressiv gegenüber anderen Ländern verhalten und nach Ansicht der US-Regierung – sowie teilweise auch ihrer Verbündeten – die Stabilität ganzer Weltregionen untergraben und sich internationalen Verhandlungen unzugänglich zeigen. Siehe dazu ausführlicher die Seite Schurkenstaat.

Quellen[Bearbeiten]

  1. Adolph Freiherr Knigge: Ueber den Umgang mit Menschen. 5. Auflage von 1796. Hrsg. von Michael Rüppel. (= Werke. Hrsg. von Pierre-André Bois u. a. Bd. 2). Göttingen: Wallstein 2010, ISBN 978-3-8353-0410-9, S. 111–114 (I,2,19; Zitat S. 111).
  2. http://www.zeno.org/Adelung-1793/A/Schurke,+der?hl=schurke.
  3. Duden 7, Etymologie, Mannheim 1963, S. 625.
  4. Jacques Derrida: Schurken. Zwei Essays über die Vernunft. Übersetzt von Horst Brühmann. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-58373-5, S. 135f. mit Hinweis auf die kritischen Beobachtungen von Noam Chomsky: Rogue States. The Rule of Force in World Affairs. South End, Cambridge, MA 2000, ISBN 0-89608-611-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wiktionary: Schurke – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen