Schwörstadt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Schwörstadt
Schwörstadt
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Schwörstadt hervorgehoben
47.5927777777787.8802777777778298Koordinaten: 47° 36′ N, 7° 53′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Freiburg
Landkreis: Lörrach
Höhe: 298 m ü. NHN
Fläche: 20,08 km²
Einwohner: 2396 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 119 Einwohner je km²
Postleitzahl: 79739
Vorwahl: 07762
Kfz-Kennzeichen:
Gemeindeschlüssel: 08 3 36 082
Gemeindegliederung: 2 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Hauptstraße 107
79739 Schwörstadt
Webpräsenz: www.schwoerstadt.de
Bürgermeister: Artur Bugger (parteilos)
Lage der Gemeinde Schwörstadt im Landkreis Lörrach
Frankreich Schweiz Landkreis Waldshut Landkreis Breisgau-Hochschwarzwald Freiburg im Breisgau Aitern Bad Bellingen Binzen Böllen Efringen-Kirchen Efringen-Kirchen Eimeldingen Fischingen (Baden) Fröhnd Grenzach-Wyhlen Zell im Wiesental Häg-Ehrsberg Hasel (Baden) Hausen im Wiesental Inzlingen Kandern Kleines Wiesental Lörrach Malsburg-Marzell Maulburg Rheinfelden (Baden) Rümmingen Rümmingen Schallbach Schliengen Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönau im Schwarzwald Schönenberg (Schwarzwald) Schopfheim Schwörstadt Steinen (Baden) Todtnau Tunau Utzenfeld Weil am Rhein Wembach Wembach Wembach Wieden (Schwarzwald) Wittlingen Wittlingen Zell im Wiesental Zell im Wiesental Zell im WiesentalKarte
Über dieses Bild

Schwörstadt ist eine Gemeinde im Landkreis Lörrach in Baden-Württemberg.

Geographie[Bearbeiten]

Luftbild von Schwörstadt von Westen

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schwörstadt liegt zwischen 296 bis 481 Meter Höhe unmittelbar zwischen dem Hochrhein im Süden und dem Dinkelberg, einem Ausläufer des Südschwarzwalds, im Norden. Der Ortsteil Dossenbach liegt etwa drei Kilometer nördlich von Schwörstadt auf dem Dinkelberg. Der Ortsteil Niederdossenbach rund zwei Kilometer nördlich von Schwörstadt und einen Kilometer südlich von Dossenbach.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbargemeinden sind am Rhein die Städte Wehr flussaufwärts und Rheinfelden (Baden) flussabwärts sowie die Schweizer Gemeinde Möhlin auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses. Im Norden grenzt Schwörstadt an Schopfheim.

Mit Rheinfelden ist der Ort eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Schwörstadt gehört die früher selbstständige Gemeinde Dossenbach. Zur Gemeinde Schwörstadt, in den Grenzen von 1970, gehören die Dörfer Niederdossenbach, Oberdorf und Unterdorf, die Siedlung "Siedlung äußerer Berg", Schloss und Hof „Schloß und Schloßhof“, die Höfe Eichbühlhof und Hollwangen und die Häuser Kraftwerkkolonie.[2]


Geschichte[Bearbeiten]

Heidenstein in Schwörstadt

Die Besiedlung der Umgebung Schwörstadts reicht bis in die Steinzeit zurück. Das bezeugt unter anderem der Heidenstein, ein Rest eines Dolmen vom Typ Schwörstadt etwa im Mittelpunkt des Dorfes, der ursprünglich als Eingangsstein einer Megalithanlage diente.

Erstmals urkundlich erwähnt wurde Schwörstadt im Jahre 1246. In einer Urfehde aus dem Jahre 1393, des Johannes Schäfer im Zwist mit der Deutschordenskommende in Beuggen, wird Schwörstadt als "Swestat" bezeichnet.[3]

Wappen Dossenbachs

Den Ortsteil Dossenbach erreicht man auf der Hochfläche des Dinkelberges. Die Ortschaft wurde erstmals 1247 urkundlich erwähnt. Das bedeutendste Ereignis in der Dossenbacher Geschichte dürfte die berühmte Gefecht bei Dossenbach gewesen sein, in der am 27. April 1848 während der Badischen Revolution die radikaldemokratische "Deutsche Demokratische Legion" des Georg Herwegh von den Württembergern vernichtend geschlagen wurde, nachdem bereits eine Woche zuvor der Heckerzug auf der Scheideck bei Kandern geschlagen worden war.

Bis Ende 1972 gehörte Schwörstadt zum Landkreis Säckingen. Als dieser aufgelöst wurde kam die Gemeinde im Gegensatz zum Großteil des Kreisgebietes nicht zum Landkreis Waldshut, sondern wurde in den Landkreis Lörrach eingegliedert.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Bereits im Jahre 1929 hatten sich die Gemeinden Ober- und Niederschwörstadt (inkl. Stabhalterei Niederdossenbach) zur Gemeinde Schwörstadt zusammengeschlossen. Im Rahmen der Gemeindegebietsreform in Baden-Württemberg wurde am 1. Juli 1971 Dossenbach nach Schwörstadt eingemeindet.

Religionen[Bearbeiten]

Der Ortsteil Dossenbach ist überwiegend evangelisch, weil er politisch zum Wiesental gehörte. Der Ortsteil Schwörstadt dagegen ist überwiegend römisch-katholisch. Er gehörte bis 1805 zu Vorderösterreich und damit zu den Besitzungen der Habsburger. Die Katholische Pfarrei Schwörstadt ist Teil der Seelsorgeeinheit Wehr. Dagegen gehört die Evangelische Kirche in Schwörstadt und die Pfarrkirche in Dossenbach zusammen zum evangelischen Pfarrverband. Darüber hinaus finden auch in der katholischen Mauritiuskapelle in Nordschwaben evangelische Gottesdienste statt.

Politik[Bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Bürgermeister der Gemeinde ist seit 1985 der parteilose Diplom-Finanzwirt (FH) Artur Bugger. Am 22. März 2009 wurde er mit 51,42 Prozent der abgegebenen gültigen Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von 75,05 Prozent zum vierten Mal im Amt bestätigt. Er setzte sich dabei im ersten Wahlgang gegen vier Mitbewerber durch.[4]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Wahl vom 7. Juni 2009

  1. CDU 39,19 % (+6,17) – 5 Sitze (+1)
  2. FWG 34,19 % (+3,22) – 4 Sitze (=)
  3. UB 26,62 % (+6,18) – 3 Sitze (+1)

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Seit Mai 1984 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Aillevillers in den Südwestvogesen.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Dialekt[Bearbeiten]

Der gesprochene Dialekt ist Alemannisch. Ein Kuriosum ist, dass sich die Dialekte von Dossenbach und Schwörstadt durchaus unterscheiden. Es existieren sogar verschiedene Wörter für gleiche Begriffe. Dies ist wohl auf die unterschiedliche politische Zugehörigkeit und damit andere geographische Orientierung Dossenbachs zurückzuführen.

Bis zum Ersten Weltkrieg soll auch die Orientierung Schwörstadts, insbesondere Niederschwörstadts (über den 1929 im Zuge des Kraftwerksbaus untergegangenen Ortsteil Im Hof) mehr zum Rhein hin, also Richtung Möhlin gewesen sein. Heute unterscheiden sich die Dialekte von Möhlin und Schwörstadt auch sehr stark, denn seit 200 Jahren gibt es eine Landesgrenze zwischen den beiden Orten.

Naturdenkmäler[Bearbeiten]

Ausflüge[Bearbeiten]

Es besteht eine Schiffsverbindung auf dem Rhein nach Bad Säckingen. Es werden auch zahlreiche Sonderfahrten auf diese Strecke durchgeführt.

Auf dem Parkplatz gegenüber dem Rathaus ist eine Wandertafel angebracht. Sie bezeichnet verschiedene Wanderungen in und um Schwörstadt.

Weiterhin gibt es ein am Rhein gelegenes Schwimmbad.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Schwörstadt ist verkehrsmäßig über die Hochrheinstrecke der Badischen Hauptbahn (BaselKreuzlingen) gut an das Fernverkehrsnetz angebunden. Die Bundesstraße 34 (BaselLudwigshafen am Bodensee) führt mitten durch den Ort und verknüpft ihn so mit dem überregionalen Straßennetz. Von der Bundesstraße 34 zweigt die Kreisstraße 6353 ab, die über Niederdossenbach und Dossenbach direkt nach Schopfheim führt.

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten]

Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt[Bearbeiten]

Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt von der Oberwasserseite aus

Im Südwesten von Schwörstadt am Rhein befindet sich das Kraftwerk Ryburg-Schwörstadt. Es wurde 1930 in Betrieb genommen und hat eine mittlere Jahresproduktion von 760 Mio kWh bei einer Leistung von 110 MW. Fußgänger und Radfahrer können über die Anlage die Staatsgrenze zwischen Deutschland und der Schweiz passieren.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wolfgang Klein, Die Geschichte von Schwörstadt und Dossenbach

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 864-866
  3. ZGORh, Bd. 30, 1878 S. 304 – Copialbuch Fol. 219 f 306
  4. Staatsanzeiger Nr. 11 vom 27. März 2009, Seite 12

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwörstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien