Schwabenbergbahn

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Schwabenbergbahn
Városmajor (Burgviertel)-Széchenyi hegy
Streckendaten
Schwabenbergbahn
Schwabenbergbahn
Streckenlänge: 3,7 km
Spurweite: 1435 mm (Normalspur)
Maximale Neigung: 150 
Zahnstangensystem: Riggenbach
Höchstgeschwindigkeit: 30 km/h
Gedenktafel aus 1988 zugunsten des technischen Erbauers, Francois Cathry Szaléz (der 1901 in Budapest sein Grab fand)
Schwabenbergbahn im Profilvergleich mit der Kahlenbergbahn, 1874

Die Schwabenbergbahn (ung. Fogaskerekű Vasút) ist eine eingleisige normalspurige Zahnradbahn in Budapest, der Hauptstadt Ungarns. Sie führt vom zentrumsnahen Városmajor (Stadt-Meierhof), in der Nähe des Széll Kálmán tér (1951–2011 Moszkva tér) und des Südbahnhofs (Déli pályaudvar), auf den 420 Meter hohen Schwabenberg (Svábhegy), mit der Endstation Széchenyi hegy. An der Endstelle kann man in die zwölf Kilometer lange Kindereisenbahn Gyermekvasút, eine ehemalige Pioniereisenbahn, umsteigen. Die Schwabenbergbahn ist als Linie 60 in das Liniennummernsystem der Straßenbahn Budapest integriert.

Geschichte, Betrieb[Bearbeiten]

Die Konzession der Schwabenbergbahn bei Ofen wurde vom königlich ungarischen Handelsministerium der Internationalen Gesellschaft für Bergbahnen in Aarau auf Basis des Eisenbahnconcessions-Gesetzes für die Dauer von 40 Jahren erteilt (bei einer Steuerfreiheit von 15 Jahren).[1]

Der Bau der (ursprünglich 260 Höhenmeter absolut überwindenden) Bahn wurde unter der Leitung des Schweizer Ingenieurs Francois Cathry Szaléz (1834–1901)[2] im Sommer 1873 begonnen. Mit Eröffnung am 24. Juni 1874 ist die Zahnradbahn die drittälteste der Welt. In ihrer technischen Ausstattung entsprach sie im Wesentlichen der Wiener Kahlenbergbahn. Die normalspurigen Gleisanlagen sind vollständig mit Riggenbach-Zahnstange ausgerüstet. Da es zum Zeitpunkt der Eröffnung noch keine Zahnradbahnweichen gab, wurden Schiebebühnen zum Gleiswechsel eingebaut. Die Lokomotiven wurden von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik in Winterthur gebaut, die Waggons in der Waggonfabrik Hernals in Wien.

Im Mai 1890 wurde die Strecke auf den Széchenyi hegy verlängert. Am 1. Januar 1895 wurde sie von der sich bereits seit 1876 in Liquidation befindlichen Aktiengesellschaft an eine Wiener Firma verkauft. Diese plante den elektrischen Betrieb einzuführen und die Strecke nach den Bezirksteilen Budakész und Hidegkút bis nach Zugliget (Auwinkel) zu verlängern. Zunächst wurde aber 1910 wegen gestiegener Nachfrage der Winterbetrieb eingeführt. Die tatsächliche Elektrifizierung mit 550 Volt Gleichspannung fand erst 1929 statt. Im September 1949 wurde die Zahnradbahn zu einem Teil der städtischen Verkehrsbetriebe.

1973 wurde der gesamte Wagenpark erneuert. Die bis heute im Einsatz stehenden sieben Doppeltriebwagen wurden von Simmering-Graz-Pauker (Fahrzeugbau) und BBC Österreich (elektrische Ausrüstung) gebaut. Seitdem fährt die Bahn mit 1500 Volt Gleichspannung.

Literatur[Bearbeiten]

  • István Lovász, Lászlő Grőh: Die Schwabenberg-Zahnradbahn in Budapest und ihre Fahrzeuge. In: Eisenbahn Österreich. Heft 9/2001, Minirex AG, Luzern 2001, ISSN 1421-2900, S. 401–409.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwabenbergbahn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Carl Maader: Ueber Bergbahnen. Vortrag, gehalten im österr(eichischen) Ingenieur- und Architekten-Vereine am 11. April 1874. In: Wilhelm Tinter (Red.): Zeitschrift des oesterreichischen Ingenieur- und Architekten-Vereins. Heft 13, XXVI. Jahrgang (1874). Wien 1874, ZDB-ID 2534647-7, S. 216 f. — Volltext online (PDF; 6,5 MB).
  2. Cathry Szaléz Ferenc. (ungarisch). In: hu.wikipedia.org.

47.50940519.012782Koordinaten: 47° 30′ 34″ N, 19° 0′ 46″ O