Schwaigern

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Schwaigern (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Schwaigern
Schwaigern
Deutschlandkarte, Position der Stadt Schwaigern hervorgehoben
49.1333333333339.05197Koordinaten: 49° 8′ N, 9° 3′ O
Basisdaten
Bundesland: Baden-Württemberg
Regierungsbezirk: Stuttgart
Landkreis: Heilbronn
Höhe: 197 m ü. NHN
Fläche: 49,5 km²
Einwohner: 10.936 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 221 Einwohner je km²
Postleitzahl: 74193
Vorwahl: 07138
Kfz-Kennzeichen: HN
Gemeindeschlüssel: 08 1 25 086
Stadtgliederung: Kernstadt und 3 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Marktstraße 2
74193 Schwaigern
Webpräsenz: www.schwaigern.de
Bürgermeister: Johannes Hauser
Lage der Stadt Schwaigern im Landkreis Heilbronn
Abstatt Abstatt Bad Friedrichshall Bad Rappenau Bad Wimpfen Beilstein Beilstein Beilstein Brackenheim Cleebronn Eberstadt Ellhofen Ellhofen Eppingen Erlenbach Flein Gemmingen Güglingen Gundelsheim Hardthausen am Kocher Heilbronn Ilsfeld Ittlingen Jagsthausen Jagsthausen Kirchardt Langenbrettach Lauffen am Neckar Lauffen am Neckar Lehrensteinsfeld Leingarten Löwenstein Löwenstein Löwenstein Massenbachhausen Möckmühl Neckarsulm Neckarwestheim Neudenau Neuenstadt am Kocher Nordheim Obersulm Oedheim Offenau Pfaffenhofen Roigheim Schwaigern Siegelsbach Talheim Untereisesheim Untergruppenbach Weinsberg Widdern Wüstenrot ZaberfeldKarte
Über dieses Bild

Schwaigern ist eine Stadt im Landkreis Heilbronn. Sie gehört zur Randzone der Metropolregion Stuttgart.

Geographie[Bearbeiten]

Geographische Lage[Bearbeiten]

Schwaigern liegt im Westen des Landkreises Heilbronn an den Ausläufern des Heuchelbergs im Tal der Lein, einem linken Nebenfluss des Neckars.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Nachbarstädte und -gemeinden Schwaigerns sind (im Uhrzeigersinn, beginnend im Osten) Leingarten, Nordheim, Brackenheim, Eppingen, Gemmingen, Massenbachhausen (alle Landkreis Heilbronn) sowie die kreisfreie Stadt Heilbronn. Mit Massenbachhausen ist Schwaigern eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Stadtteil Eingemeindung Einwohner[2] Fläche
Schwaigern 6170 22,06 km²
Massenbach 1. Juli 1971 1888 8,50 km²
Niederhofen 1. Sept. 1971 925 7,81 km²
Stetten 1. Sept. 1971 2001 11,13 km²

Schwaigern besteht aus der Kernstadt Schwaigern sowie den Stadtteilen Massenbach, Niederhofen und Stetten am Heuchelberg. Zu Schwaigern selbst gehören noch die Höfe Lachenhöfe, Marienhof und Römerhöfe, die Wohnplätze Obere Mühle und Untere Mühle (Freudenmühle) sowie die Stadtteile Birkenhöfe, Lerchenberghöfe und Waldweghöfe, zu Niederhofen die Wohnplätze Fuchsberg und Ottilienhöfe, zu Stetten die Wohnplätze Bahnhof und Obere Mühle sowie die Ortsteile Dinkelsklingenhöfe, Forchenwaldhöfe, Hornbuschhöfe und Sonnenberghöfe. Abgegangene, heute nicht mehr bestehende Orte sind auf Markung Massenbach Wilhelmstal, auf Markung Niederhofen Rindshof, auf Markung Schwaigern Dissingen und Hochstetten (beide in Schwaigern aufgegangen) sowie Waldbruderhaus.[3]


Geschichte[Bearbeiten]

Schwaigern in den Forstlagerbüchern Andreas Kiesers (1684)
Schwaigern von Süden, Franz Schnorr, Kolorierte Lithographie, 1840

Bodenfunde aus der Jungsteinzeit und der römischen Zeit weisen auf eine frühe Besiedlung der Schwaigerner Gegend hin. Erstmals erwähnt wurde Schwaigern im Jahr 766 in einer Urkunde des Lorscher Codex. Der Ort zählte ursprünglich zum Gartachgau. Im frühen 12. Jahrhundert werden die edelfreien Herren von Schwaigern als Ortsherren erwähnt, die im 13. Jahrhundert aus den wohl daraus hervorgegangenen Herren von Neipperg abgelöst wurden, die über eine geschickte Bündnis- und Hochzeitspolitik mit der Kraichgauer Ritterschaft, mit Württemberg, der Kurpfalz und Baden sowie ab dem 18. Jahrhundert insbesondere mit dem Haus Habsburg zu großer Bedeutung aufstiegen und in Schwaigern stets einen ihrer Verwaltungsmittelpunkte hatten. 1486 erhielt der Ort Marktrecht. Nach 1630 wurde der Ort mehrmals von der Pest heimgesucht, die viele Einwohner das Leben kostete. 1690 wurde im Pfälzischen Erbfolgekrieg die damalige Schwaigerner Burg niedergebrannt. Das um 1702 erbaute Schloss in Schwaigern wurde zum Hauptsitz der Herren von Neipperg, die 1726 in den Reichsgrafenstand erhoben wurden. 1806 kam Schwaigern durch die Mediatisierung zu Württemberg. Im 19. und 20. Jahrhundert zerstörten mehrere große Brände große Teile des mittelalterlichen Stadtkerns. 1971 werden am 1. Juli Massenbach bzw. am 1. September Stetten am Heuchelberg und Niederhofen eingemeindet.
siehe auch Harchenburg

Religionen[Bearbeiten]

Schwaigern ist seit der Reformation überwiegend evangelisch geprägt. Das bedeutendste Kirchenbauwerk des Ortes ist die evangelische Johanneskirche. In Schwaigern, Stetten und Niederhofen gibt es jeweils eigene evangelische Kirchengemeinden, für Massenbach und Massenbachhausen gibt es eine gemeinsame evangelische Gemeinde. Die evangelischen Gemeinden gehören alle der Evangelischen Landeskirche in Württemberg im Kirchenbezirk Brackenheim an. Die (evangelisch-pietistische) Liebenzeller Gemeinschaft unterhält in allen drei evangelischen Kirchengemeinden der Stadt eigene Gruppen. In Massenbach existiert seit 1882 eine Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten). Die katholische Kirchengemeinde St. Martinus Schwaigern ist neben Schwaigern für Stetten, Niederhofen und Neipperg (Teil Brackenheims) zuständig, die katholische Kirchengemeinde St. Kilian Massenbachhausen neben Massenbachhausen für Massenbach. Auch die Neuapostolische Kirche ist mit einer Kirchengemeinde in Schwaigern vertreten.

Der EC-Jugendbund hat Ortsgruppen in Schwaigern, Stetten und Niederhofen, die Liebenzeller Gemeinschaft in Schwaigern und Niederhofen, das Evangelische Jugendwerk Württemberg in Schwaigern und Stetten. In Massenbach ist der Christliche Verein Junger Menschen (CVJM) Massenbach/Massenbachhausen vertreten.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Seit der Kommunalwahl vom 25.Mai 2014 hat der Gemeinderat Schwaigerns 22 Sitze (zuvor 27). Diese verteilen sich wie folgt:[4]

Rathaus in Schwaigern
Liste Sitze G/V
FWV/BuW (Freie Wähler/Bauern und Weingärtner) 8 − 2
CDU 6 − 1
SPD 5 − 1
LGU (Liste Grüne und Unabhängige) 3 − 1

Weiteres Mitglied des Gemeinderates und dessen Vorsitzender ist der Bürgermeister.

Stadtschultheißen und Bürgermeister in Schwaigern[Bearbeiten]

  • Friedrich Benzlen (1826–1868)
  • August Liomin (1868–1893)
  • Karl Essich (1893–1918)
  • Max Neunhoeffer (1919–1933)
  • Karl Spingler (1933–1939)
  • Fritz Siegele (1941–1945)
  • Friedrich Vogt (1945–1954)
  • Hellmut Zundel (1954–1963)
  • Horst Haug (1963–1999)
  • Johannes Hauser (seit 1999)

Quelle:[5]

Wappen und Flagge[Bearbeiten]

Wappen Schwaigerns

Die Blasonierung des Schwaigerner Wappens lautet: In Rot drei (2:1) silberne Ringe. Schildhalter: über dem Schild wachsend der heilige Johannes der Täufer mit goldenem Nimbus und natürlichem Fell, die Rechte nach oben weisend, mit der Linken das natürliche Gotteslamm und schräglinken goldenen Kreuzstab mit silberner dreilatziger Fahne haltend. Die Stadtfarben sind Rot-Weiß.

Die drei silbernen Ringe auf rotem Grund sind das Wappen der Grafen von Neipperg und für 1684 auch als Schwaigerner Fleckenzeichen belegt. Johannes der Täufer als Schildhalter ist Patron der Schwaigerner Kirche. Das Wappen ist in dieser Form in Siegelabdrücken ab 1591 nachweisbar, die vermutlich mit einem 1512 gefertigten Siegel hergestellt wurden. Ein Schultheißenamtssiegel aus der Zeit um 1820 zeigt nur den Wappenschild mit den drei Ringen ohne Schildhalter, der 1959 als eigentliches Stadtwappen festgehalten wurde, der Schwaigerner Tradition entsprechend aber normalerweise mit Johannes dem Täufer als Schildhalter dargestellt wird. Die Farben der Stadtflagge wurden 1925 festgelegt.[6]

Partnergemeinden[Bearbeiten]

Partnergemeinden Schwaigerns sind seit 1988 die österreichische Gemeinde Pöndorf in Oberösterreich (mit einem Ortsteil namens Schwaigern), seit 2004 die französische Gemeinde La Teste-de-Buch im Département Gironde und seit 2009 die Schweizer Gemeinde Nottwil im Kanton Luzern.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

  • Das Schloss Schwaigern wurde ab 1702 anstelle der 1690 zerstörten früheren Burg für Generalfeldmarschall Eberhard Friedrich von Neipperg erbaut und im 19. Jahrhundert von Gottlob Georg Barth und Christian Friedrich von Leins um Flügelbauten und eine Schlosskapelle zu seiner heutigen Gestalt ergänzt. An das vierflügelige Schloss grenzen ein Wirtschaftshof und ein Schlosspark an.
  • Die evangelische Johanneskirche (Stadtkirche) geht auf einen Bau aus dem 13. Jahrhundert zurück und wurde im 16. Jahrhundert bedeutend erweitert (durch den Baumeister Bernhard Sporer). Im Inneren befinden sich der 1510 entstandene Barbara-Altar von Jerg Ratgeb sowie Hochaltar und Schnitzaltäre. An den Innenwänden sind historische Grabsteine und Epitaphe der Grafen von Neipperg aufgestellt. Die Orgel baute Richard Rensch 1984.


  • Das Rathaus der Stadt wurde nach dem Stadtbrand von 1905 von Theodor Moosbrugger erbaut und weist insbesondere am Südosterker und am Eingangsbereich Stilemenete des Jugendstil auf. Auch das nahe historische Rentamt wurde nach dem Brand erneuert und im späten 20. Jahrhundert durch einen Mittelbau mit dem einem weiteren benachbarten Fachwerkhaus verbunden.
  • Der so genannte Hexenturm am südöstlichen Rand der mittelalterlichen Stadt ist ein Wehrturm aus dem Jahr 1461, der später als Gefängnis diente. Seinen Namen erhielt der Turm durch die 1713 hier eingesperrte, als Hexe angeklagte und später auf dem Scheiterhaufen verbrannte Anna Maria Heinrich. Der Turm ging einst als städtisches Geschenk zur Silberhochzeit eines Grafen an die Familie von Neipperg und kam von dieser 1986 an die Stadt Schwaigern zurück, woraufhin der Turm umfassend renoviert wurde. Er bildet mit dem angebauten Reinwaldschen Haus aus dem 17. Jahrhundert ein reizvolles Ensemble. Ein weiterer Überrest der einstigen Stadtbefestigung ist das nahe Wachthaus in der Pfarrstraße, das Teile der Stadtmauer als Grundmauern nutzt, darunter einen mit einem polygonalen Fachwerkaufsatz überbauten Rundturm. Ebenfalls in der Pfarrstraße befindet sich das Helferhaus von 1769. Das Barockgebäude wurde einst als zweites Pfarrhaus der Stadt genutzt. Weitere Überreste der mittelalterlichen Stadtbefestigung haben sich vor allem im Westen des Ortskerns erhalten.
  • Die frühere Stadtkelter ist ein Fachwerkbau von 1659, der zunächst als Kelter der Grafen von Neipperg errichtet wurde und 1852 in den Besitz der Stadt kam. Bis 1949 wurde dort Wein gekeltert, bis in die 1970er Jahre noch Obstsaft. Später wurde das Gebäude zu einem Supermarkt umgebaut. Seit 2010 beherbergt das Gebäude die Schwaigerner Mediathek und das Karl-Wagenplast-Museum.
  • Das Storchennest ist das älteste erhaltene Wohnhaus der Stadt und war einst Teil eines stattlichen dreiseitigen Bauerngehöfts aus dem 15./16. Jahrhundert. Das Gebäude wurde 1982 bis 1984 umfassend saniert. Die oberen Stockwerke zeigen noch die ursprüngliche alemannische Fachwerkbauweise.
  • Die Friedhofskapelle ist ein neogotischer Sakralbau von 1870, in dem sich von 1982 bis 2009 das Karl-Wagenplast-Museum befand.
  • Die katholische St.-Martins-Kirche ist ein zeitgenössischer Bau von 1964, der bereits in den 1990er Jahren umfassend erneuert wurde. Die Kirche enthält mehrere historische Kunstschätze (romanisches Kruzifix, spätgotisches Sakramentshaus), die farbigen Glasfenster wurden von Josef de Ponte gestaltet.
  • Die Frizhalle mit einem markanten schindelverkleideten Holzturm wurde 1887 als Turn-, Versammlungs- und Festhalle mit Schul- und Kindergartenräumen errichtet und nach dem Stifter Ernst Friz († 1869) benannt, der der Stadt 100.000 Gulden vermacht hatte.

Museum[Bearbeiten]

Das Heimatmuseum Karl-Wagenplast-Museum in der neuen Mediathek am Kelterplatz zeigt vor allem archäologische Exponate von der Jungsteinzeit bis zum Mittelalter aus dem Leintal, die den Grabungen des Namensgebers und Schwaigerner Ehrenbürgers Karl Wagenplast entstammen.

Sport und Freizeit[Bearbeiten]

Der TSV Schwaigern besteht seit 1898 und wurde damals als Turnverein gegründet. Neben der traditionellen Turnabteilung, die eine L-Stufe für Mädchen und Jungen beherbergt, wird u. a. noch Badminton, Karate, Schach und die sehr seltene Sportart Rhönrad betrieben. Speziell beim Rhönrad hat der Verein so manch bedeutenden Sportler hervorgebracht. 1992 haben sich die Tennisabteilung (TC Schwaigern) und 1993 die Fußballabteilung (FSV Schwaigern) selbständig gemacht.

Schwaigern verfügt außerdem über ein beheiztes Freibad.

Mit dem Leintalzoo Schwaigern verfügt Schwaigern über einen Tierpark, in dem die größte zusammenhängende Schimpansengruppe Deutschlands zu sehen ist.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Jedes Jahr veranstaltet die Heuchelberg-Kellerei auf ihrem Gelände in Schwaigern das mehrtägige Kelterfest.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Größtes in Schwaigern ansässiges Unternehmen ist die Walter Söhner GmbH & Co. KG, die Kunststoffteile herstellt und in Schwaigern über 500 Mitarbeiter beschäftigt. In Schwaigern und seinen Ortsteilen sind darüber hinaus eine Vielzahl mittelständischer Unternehmen ansässig. Speziell in Massenbach und Stetten ist die Grundversorgung bzw. der Einzelhandel jedoch stark rückläufig. Bis zur Eröffnung eines Supermarktes in Massenbach bestand in diesem Ortsteil um das Jahr 2000 über mehrere Jahre keine Einkaufsmöglichkeit mehr.

Die VBU Volksbank im Unterland, die aus der Fusion mehrerer regionaler Genossenschaftsbanken entstand, hat ihren Hauptsitz in Schwaigern.

Verkehr[Bearbeiten]

Schwaigern liegt mit drei Haltepunkten in Schwaigern selbst sowie dem Haltepunkt Stetten an der Bahnstrecke Kraichgaubahn von Heilbronn nach Karlsruhe, die von der Stadtbahn Heilbronn bzw. Stadtbahn Karlsruhe befahren wird. Die B 293 von Heilbronn nach Karlsruhe führt ebenfalls durch Schwaigern. Ein einstmals geplanter Anschluss an die Bundesautobahn 45 wurde 1979 aufgegeben.

Medien[Bearbeiten]

Über das Geschehen in Schwaigern berichtet als einzige Tageszeitung die Heilbronner Stimme in ihrer Ausgabe LT, Leintal. Dazu erfährt man vieles im örtlichen Mitteilungsblatt der Stadt Schwaigern. Auch das regionale Anzeigenblatt Leintal-Hits enthält Neuigkeiten, vor allem aus Kultur und Sport.

höchster Punkt des Heuchelbergs auf der Erddeponie Heuchelberg

Ver- und Entsorgung[Bearbeiten]

Der Landkreis Heilbronn betrieb im Schwaigerner Ortsteil Stetten eine seiner zwei Mülldeponien, die für die westliche Hälfte des Landkreises zuständig war. Für den östlichen Landkreis war die Deponie in Eberstadt zuständig. Seit dem 1. Juni 2005 wird aufgrund der geänderten Gesetzeslage kein Hausmüll mehr deponiert. Dieser kann in Kleinmengen zwar noch angeliefert werden, wird aber wie aller sonstiger Müll der Gemeinde in Heilbronn biomechanisch aufgearbeitet und sortiert. Auf dem Gelände der Deponie wird nur noch ein Recyclinghof betrieben.

Südlich der Mülldeponie befindet sich die Erddeponie Heuchelberg, die größte von aktuell neun Erddeponien des Landkreises. Sie wurde Mitte der 1980er Jahre auf dem Areal einer aufgegebenen Raketenstellung der US-Streitkräfte eingerichtet. Die Deponie erstreckt sich über eine Fläche von 18,5 ha und nahm bisher rund 900.000 m³ Erde auf. Der Abraum bildet inzwischen den höchsten Gipfel des Heuchelbergs mit einer Höhe von 353 m ü. NN. Seit 1999 läuft die Aufforstung der aufgefüllten Bereiche.[7]

Bildung[Bearbeiten]

Eigene Grundschulen gibt es in Schwaigern (Sonnenbergschule), Massenbach und Stetten, in Schwaigern zudem die Leintal-Hauptschule (mit Werkrealschule), die Leintal-Realschule und die Sonnenberg-Förderschule.

Weinbau[Bearbeiten]

Der Weinbau in Schwaigern wird erstmals im Jahr 799 erwähnt. Die hauptsächlich angebauten Rebsorten sind Trollinger, Riesling, Lemberger und Schwarzriesling. In Schwaigern hat die Heuchelberg-Kellerei ihren Sitz, die viertgrößte Kellerei Baden-Württembergs. Neben mehreren anderen Selbstvermarktern ist vor allem auch das Weingut Graf von Neipperg bekannt. Die Württembergische Weinkönigin 2007/2008, Mirjam Kleinknecht, kommt aus Schwaigern.

Der Stadtteil Stetten bietet mit drei Weingütern und einer Weinküferei ein vielfältiges Weinangebot. Eine Rebveredlung legt dazu den Grundstein für die sortentypischen Gewächse. Mit Claudia Rüber stellte Stetten 1992 die Württembergische Weinkönigin.

Die Lagen aller Stadtteile gehören zur Großlage Heuchelberg im Weinbaugebiet Württemberg.

Friedwald[Bearbeiten]

Seit 27. Juli 2005 befindet sich in Schwaigern ein Friedwald, der erste in Baden-Württemberg. Nach zwei Jahren waren dort bereits über 400 Menschen bestattet, und über 1000 Verträge waren abgeschlossen worden.[8]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Blick vom Schlosspark auf Schloss und Stadtkirche, Pieter Francis Peters, 1851

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Karl Wagenplast, Heimatforscher
  • Horst Haug, Bürgermeister der Stadt Schwaigern von 1962 bis 1999

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Günther Heinrich von Berg, (* 27. November 1765 in Schwaigern; † 9. September 1843 in Oldenburg), Jurist und Politiker, Oldenburgischer Staats- und Kabinettsminister
  • Erwin von Neipperg, (* 6. April 1813 in Schwaigern; † 2. März 1897 ebenda), österreichischer General, Abgeordneter in der Kammer der Standesherren
  • Alfred von Neipperg (* 26. Januar 1807 in Schwaigern; † 16. November 1865 in Winnenthal) österreichischer Rittmeister, württembergischer Generalmajor, Abgeordneter in der Kammer der Standesherren
  • Michaela von Neipperg (* 9. September 1885 in Schwaigern; † 7. April 1957 in Konstanz), deutsche Gräfin und Benediktinerin
  • Bruno Stärk (* 17. Mai 1894 in Schwaigern; † 17. April 1979 in Stuttgart), Maler, Schüler von Adolf Hölzel

Persönlichkeiten, die mit der Stadt verbunden sind[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Schwaigern. Heimatbuch der Stadt Schwaigern mit den Teilorten Massenbach, Stetten a. H. und Niederhofen. Stadtverwaltung Schwaigern, Schwaigern 1994

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Stand 31. Dezember 2008. Zahlen, Fakten, Statistisches auf schwaigern.de (abgerufen am 27. September 2009)
  3. Quelle für den Abschnitt Stadtgliederung: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band IV: Regierungsbezirk Stuttgart, Regionalverbände Franken und Ostwürttemberg. Kohlhammer, Stuttgart 1980, ISBN 3-17-005708-1. S. 138–141 sowie Nachträge und Berichtigungen in Bd. VIII, Stuttgart 1983, ISBN 3-17-008113-6, S. 662
  4. Stadt Schwaigern – Ratszusammensetzung
  5. Schwaigern: Heimatbuch der Stadt Schwaigern mit den Teilorten Massenbach, Stetten a. H. und Niederhofen. Stadtverwaltung Schwaigern, Schwaigern 1994. S. 596.
  6. Quellen für den Abschnitt Wappen und Flagge:
    Heinz Bardua: Die Kreis- und Gemeindewappen im Regierungsbezirk Stuttgart. Theiss, Stuttgart 1987, ISBN 3-8062-0801-8 (Kreis- und Gemeindewappen in Baden-Württemberg, 1). S. 124
    Eberhard Gönner: Wappenbuch des Stadt- und des Landkreises Heilbronn mit einer Territorialgeschichte dieses Raumes. Archivdirektion Stuttgart, Stuttgart 1965 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, 9). S. 136
  7. Quelle zur Erddeponie Heuchelberg:
     Herbert Kaletta: 35 000 Bäume und ein neuer Gipfel. In: Heilbronner Stimme vom 11. April 2011. (http://www.stimme.de/heilbronn/nachrichten/region/sonstige-35-000-Baeume-und-ein-neuer-Gipfel;art16305,2109404 bei stimme.de, abgerufen am 9. November 2012).
  8. Reto Bosch: Viele Menschen wollen ihre Asche an Baumwurzeln begraben lassen. In: Heilbronner Stimme vom 23. Juli 2007, S. 33

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwaigern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien