Schwanenstadt

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Schwanenstadt
Wappen von Schwanenstadt
Schwanenstadt (Österreich)
Schwanenstadt
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Oberösterreich
Politischer Bezirk: Vöcklabruck
Kfz-Kennzeichen: VB
Fläche: 2,58 km²
Koordinaten: 48° 3′ N, 13° 47′ O48.05527777777813.775833333333389Koordinaten: 48° 3′ 19″ N, 13° 46′ 33″ O
Höhe: 389 m ü. A.
Einwohner: 4.053 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 1571 Einw. pro km²
Postleitzahl: 4690
Vorwahl: 07673
Gemeindekennziffer: 4 17 38
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Stadtplatz 54
4690 Schwanenstadt
Website: www.schwanenstadt.at
Politik
Bürgermeister: Karl Staudinger (ÖVP)
Gemeinderat: (2009)
(25 Mitglieder)
11 ÖVP, 7 SPÖ, 3 PUM, 4 FPÖ
Lage der Stadt Schwanenstadt im Bezirk Vöcklabruck
Ampflwang im Hausruckwald Attersee am Attersee Attnang-Puchheim Atzbach Aurach am Hongar Berg im Attergau Desselbrunn Fornach Frankenburg am Hausruck Frankenmarkt Gampern Innerschwand am Mondsee Lenzing Manning Mondsee Neukirchen an der Vöckla Niederthalheim Nußdorf am Attersee Oberhofen am Irrsee Oberndorf bei Schwanenstadt Oberwang Ottnang am Hausruck Pfaffing Pilsbach Pitzenberg Pöndorf Puchkirchen am Trattberg Pühret Redleiten Redlham Regau Rüstorf Rutzenham Schlatt Schörfling am Attersee Schwanenstadt Seewalchen am Attersee St. Georgen im Attergau St. Lorenz Steinbach am Attersee Straß im Attergau Tiefgraben Timelkam Ungenach Unterach am Attersee Vöcklabruck Vöcklamarkt Weißenkirchen im Attergau Weyregg am Attersee Wolfsegg am Hausruck Zell am Moos Zell am Pettenfirst OberösterreichLage der Gemeinde Schwanenstadt im Bezirk  Vöcklabruck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
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Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria

Schwanenstadt ist eine Stadtgemeinde in Oberösterreich im Bezirk Vöcklabruck im Hausruckviertel mit 4053 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014). Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Vöcklabruck.

Geografie[Bearbeiten]

Geografische Lage[Bearbeiten]

Schwanenstadt liegt auf 389 m Höhe im Hausruckviertel. Die Ausdehnung von Nord nach Süd beträgt 2 km, von West nach Ost 2,1 km. Die Gesamtfläche beträgt 2,6 km². 3,7 % der Fläche sind bewaldet, 44,4 % der Fläche sind landwirtschaftlich genutzt.

Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind: Oberndorf bei Schwanenstadt, Redlham, Rüstorf und Schlatt

Oberndorf Schlatt
Nachbargemeinden
Redlham Rüstorf

Bevölkerung[Bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]


Geschichte[Bearbeiten]

Die Geschichte von Schwanenstadt reicht bis in die Zeit der Illyrer und Kelten zurück. Diese gründeten in der Nähe des heutigen Stadtzentrums eine Siedlung namens Tergolape ("Kleiner Markt am Wasser"). Während der römischen Kolonialzeit wurde aufgrund der günstigen Lage am Hauptverkehrsweg Ovilava (Wels) - Juvavum (Salzburg) eine Poststation errichtet. Tergolapes endgültige Position ist bis heute Gegenstand einer wissenschaftlichen Diskussion. Der erste urkundlich überlieferte Name für den aufblühenden Ort war Suanaseo (788 n.Ch.). Der neu bezeichnete Markt Schwans fand 1361 seine erstmalige urkundliche Erwähnung. Am 26. Juni 1627 wurde der Markt Schwans zur Stadt Schwanenstadt erhoben, nachdem Graf Adam von Herberstorff den Markt um 125.000 Gulden käuflich erworben hatte. In den folgenden Jahrhunderten entwickelte sich Schwanenstadt immer mehr zu einem wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, kulturellen, sportlichen und schulischen Zentrum.

Ursprünglich im Ostteil des Herzogtums Bayern liegend, gehörte der Ort seit dem 12. Jahrhundert zum Herzogtum Österreich. Seit 1490 wird er dem Fürstentum 'Österreich ob der Enns' zugerechnet. Im Jahr 1627 Verleihung des Stadtrechtes durch Adam Graf von Herberstorff. Während der Napoleonischen Kriege war der Ort mehrfach besetzt. Seit 1918 gehört der Ort zum Bundesland Oberösterreich. Nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich am 13. März 1938 gehörte der Ort zum Gau Oberdonau. Nach 1945 erfolgte die Wiederherstellung Oberösterreichs. Die Gemeinde war bis Ende 2004 Teil des Gerichtsbezirks Schwanenstadt und wurde per 1. Jänner 2005 Teil des Gerichtsbezirks Vöcklabruck.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Schwanenstadt

Museen[Bearbeiten]

Ablassurkunde Schwanenstadt
  • Pausinger-Villa:
Der Garten der Pausinger-Villa liegt auf einem bajuwarischen Gräberfeld, das in den 1970er Jahren ergraben und wissenschaftlich erarbeitet wurde. Auch römische Grabungsfunde konnten verzeichnet werden. Das Haus wurde von der Stadtgemeinde angekauft und renoviert und beherbergt seit 26. Mai 2007 das Schwanenstädter Heimatmuseum.
  • Heimathaus bzw. Heimatmuseum:
Bis in jene Zeit, als die Illyrer und Kelten das Land bevölkerten und unweit des heutigen Stadtzentrums eine Siedlung namens Tergolape ("Kleiner Markt am Wasser") gründeten, reicht die Geschichte von Schwanenstadt zurück. Während der römischen Kolonialzeit wurde es aufgrund der günstigen Lage am Hauptverkehrsweg Ovilava (Wels) - Juvavum (Salzburg) eine Poststation. Viele Fundstücke davon sind im Heimathaus zu besichtigen.
Mit Unterstützung der Goldhaubengruppe Schwanenstadt und Obfrau Lisa Berger ist es dem Heimathaus-Verein gelungen, eine wertvolle Original-Urkunde aus dem Jahre 1290 zu erwerben.
Diese Ablassurkunde des Papstes Nikolaus IV mit 13 Siegeln, ausgestellt MCCLXXXX für die Pfarrkirche „sancti Michaelis archangeli in suans“ ist für Schwanenstadt (früher suans) von großer Bedeutung. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung, bei der die Pfarrkirche in SUANS Erwähnung findet.

Bauwerke[Bearbeiten]

Das Stadttor von Schwanenstadt; in der jetzigen Form 1909 errichtet beziehungsweise umgebaut.
Kirchturm der röm.-kath. Pfarrkirche

Nach verheerenden Bränden in den vergangenen Jahrhunderten sind einige Bürgerhäuser mit Barock- und Renaissancefassaden wieder errichtet worden. Das Wahrzeichen ist der Stadtturm am westlichen Stadtplatzende, in welchem sich auch die Stadtturmgalerie befindet. Sehenswert ist auch das Rathaus mit einem schönen Arkadenhof und das Heimatmuseum, die rk. Stadtpfarrkirche sowie die evangelische Kirche.

  • Fastenkrippe:
Ein Kilometer nördlich von Schwanenstadt liegt auf einer kleinen Anhöhe die Kalvarienkirche der Pfarre. Sie wurde 1488 von Bischof Albert Schönhofer als Apostelkirche geweiht und 1721 zur Kalvarienbergkirche umgestaltet. Von der Stadt führt ein Kreuzweg zur Kirche, deren neue, modern gestaltete Bilder 1983 geweiht wurden.
Die Philippsbergkirche beherbergt aber in einem Anbau, wahrscheinlich seit 1719, eine volkskundliche Rarität welche nur in den Kartagen zugänglich ist: Über einem mit bunten Glaskugeln geschmückten Heiligen Grab wird eine bewegliche Fastenkrippe, das „Werkl“ aufgestellt. Auf einer kleinen Drehbühne ziehen in zwei Ebenen etwa 20 cm große, im Stile des späten Bauernbarock geschnitzte und bemalte Figuren am Beschauer vorbei. Sie zeigen die fünf Geheimnisse des schmerzhaften Rosenkranzes. Über diesem beweglichen Teil zeigt ein Relief Pilatus, der sich die Hände wäscht.
Betrieben wird das „Werkl“ durch eine Uhrwerk welches seine Kraft von einem schweren Gewicht an der Außenwand der Kirche bekommt. Es muss alle 90 Minuten aufgezogen werden.
Die Fastenkrippe ist nur am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag in der Zeit von 10 bis 18 Uhr zu besichtigen.
  • Römisch-katholische Stadtpfarrkirche:
Die dem heiligen Michael geweihte Kirche wurde in den Jahren 1900 bis 1902 im neugotischen Stil errichtet. Der Kirchturm hat eine Höhe von 78 Metern. Der mächtige, 52 m lange Kirchenbau mit seinem gut proportionierten Spitzhelmturm ist das Wahrzeichen von Schwanenstadt.

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Am Pfingstdienstag findet jährlich am Stadtplatz ein Pferdemarkt statt.

Sport[Bearbeiten]

Der ÖTB Turnverein Schwanenstadt ist einer der ältesten Vereine der Stadt, gegründet 1870. Die Aktivitäten reichen von Mutter-Kind Turnen, über Aerobic bis hin zum Geräteturnen und Volleyball in 12 wöchentlichen Einheiten.

Der Schwanenstädter Fußballverein SC Schwanenstadt wurde in der Saison 2004/2005 Meister der Regionalliga Mitte und spielte damit in der zweithöchsten österreichischen Spielstufe, der Ersten Liga. Nach finanziellen Problemen verkaufte der Verein die Lizenz jedoch 2008 an den SC Magna Wiener Neustadt.

Auch der Schwanenstädter Alpenverein ist im Thema Kinderbetreuung sehr aktiv. Mit rund 1.100 Mitgliedern ist der Schwanenstädter Alpenverein der mitgliederstärkste Verein der Region Schwanenstadt, wobei Interessierten sämtliche Alpinsportarten angeboten werden.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

In Schwanenstadt kreuzen sich die Wiener Straße (B 1) und die Gallspacher Straße (B 135). Im Herbst 2006 begannen die Bauarbeiten für die Umfahrungsstraße, die südlich des Stadtkerns verlaufen wird. Die nächste Autobahnanschlussstelle ist Steyrmühl (A1) in circa 8 km. Öffentliche Buslinien gibt es in Richtung Wels und Vöcklabruck sowie Niedertalheim und Gmunden. Im ÖBB Bahnhof Schwanenstadt halten Regional- und Regionalexpresszüge der Westbahnstrecke Wien-Salzburg.

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

  • Im Winter steht eine Kunsteisbahn zur Verfügung. Weiters gibt es eine Tennishalle, Tennisfreiplätze, mehrere beschilderte Laufstrecken, ein Erlebnisbad, eine Sauna und eine Ballsporthalle.
  • Mit Wirkung vom 1. Jänner 2005 wurde das Bezirksgericht Schwanenstadt aufgelassen und die Gemeinde dem Bezirksgericht Vöcklabruck zugewiesen. [1]

Bildung[Bearbeiten]

In Schwanenstadt gibt es 2 Kindergärten, 1 Volksschule, 2 Hauptschulen (Schwerpunkt Sport und Musik), 1 Polytechnische Schule und 1 Musikschule.

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat besteht aus 25 Mitgliedern und setzt sich seit der Gemeinderatswahl 2009 aus Mandaten der folgenden Parteien zusammen:

  • 11 ÖVP – stellt den Bürgermeister
  • 7 SPÖ – stellt den Vizebürgermeister
  • 3 PUM - Partei für Umweltschutz und Menschlichkeit
  • 4 FPÖ

Bürgermeister[Bearbeiten]

Zum Bürgermeister wurde bei der letzten Gemeinderatswahl Karl Staudinger von der ÖVP gewählt.

Wappen[Bearbeiten]

Blasonierung: In Blau auf grünem, gewelltem Schildfuß mit zwei silbernen, rot bewehrten, schwimmenden Schwänen ein silberner, zweitürmiger, gezinnter Torbau, das durchbrochene Rundbogentor mit hochgezogenem, goldenem Fallgitter und aufgeschlagenen, goldenen Torflügeln, die Türme mit roten, einen goldenen Knauf tragenden Kegeldächern. Über dem Torbau ein rotes, von einer goldenen Davidskrone überhöhtes Schildchen mit einem goldenen Mühlenrad. Die Gemeindefarben sind Blau-Gelb.

Das ursprüngliche, 1565 erstmals nachgewiesene Marktwappen zeigte einen stehenden Schwan. Anlässlich der Stadterhebung 1627 wurde das heute gebräuchliche Wappen eingeführt. Tor und Türme kennzeichnen den Ort als Stadt, das Mühlrad ist das Stammwappen Adam Graf Herberstorffs, der kurz nach dem Erwerb des Marktes Schwans das Stadtrecht erwirkte. Die Schwäne stehen für die volksetymologische Herleitung des Ortsnamens. [2]


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

  • Franz Wagner (1872–1956), stimmte bei der Volksabstimmung 1938 als einziger Schwanenstädter gegen den Anschluss an Deutschland
  • Berthold Folberth, evang. Pfarrer A.B.
  • KommR Nationalrat a.D. Rudolf Staudinger (1923–1995)
  • KonsR Johannes Puchmair (1930–2007), römisch-katholischer Pfarrer, Dechant i.R.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Ehrenringträger[Bearbeiten]

  • KonsR Johannes Puchmair (1930–2007), röm.-kath. Pfarrer, Dechant i.R.
  • August Froschauer (* 1927), Stadtamtsleiter i.R., Goldenes Verdienstzeichen der Republik Österreich, ehemaliger Kommandant der Freiwilligen Stadtfeuerwehr, Ehrenkommandanten der Freiwilligen Stadtfeuerwehr und Ehren-Abschnittskommandant des Feuerwehr-Abschnittes Schwanenstadt
  • KommR. Mag. Helmut Puffer, Wirtschaftstreuhänder, Steuer- und Unternehmensberater, allg. beeid. und gericht. zertifizierter Sachverständiger

Ehrenzeichen in Gold der Stadt Schwanenstadt[Bearbeiten]

  • August Froschauer (* 1927), Stadtamtsleiter i.R.
  • Ingeborg Kirchschlager, GR und StR a.D.
  • Johannes Linner

Literatur[Bearbeiten]

  • Schwanenstadt einst und jetzt - Festschrift zur 300 Jahrfeier; August 1927 (Online)
  •  Franz X. Weilmeyr: Topographisches Lexikon vom Salzach-Kreise. Band 2, Oberer, Salzburg 1812 (Online in der Google-Buchsuche).
  •  Matthias Koch: Reise in Oberösterreich und Salzburg. Solinger, Wien 1846 (Online in der Google-Buchsuche).

Weiterführende Literatur

  •  Rudolf Lehr: Schwanenstadt: Bewegte Geschichte - Lebenswerte Gegenwart. Selbstverlag Stadtgemeinde Schwanenstadt, 2002, ISBN 3-00-009090-8.
  •  Vlasta Tovornik, Hans J. Hundt: Das bajuwarische Gräberfeld von Schwanenstadt, Oberösterreich. Wagner, Innsbruck 2002, ISBN 3-7030-0372-3.
  •  August Aichmayr: Ein Stück Schwanenstadt. Im Wandel der Zeit: Gedichte. Schwanenstadt 1996, ISBN 3-901722-00-9.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwanenstadt – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistik Austria: Änderungen von Gerichtsbezirken, 26. März 2008
  2. Land Oberösterreich: Wappen der Gemeinde Schwanenstadt, abgerufen am 18. Mai 2012