Schwanzhammer

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Schwanzhammer
Wasserradgetriebene Antriebswelle in der Saigerhütte Grünthal. Jeder der drei Nockenkränze mit je 10 Nocken bewegt einen Schwanzhammer. Die 11 Meter lange Eichenholzwelle hat einen Durchmesser von 1 Meter. Sie wiegt samt Nockenringen ca. 8 Tonnen.

Ein Schwanzhammer gehört zur Gruppe der wassergetriebenen mechanischen Fallhämmer. Diese Bauart war bereits im Spätmittelalter und somit weit vor der industriellen Revolution im Einsatz und wurde Ende des 19. Jahrhunderts mit der allgemeinen Nutzung elektrischen Stroms durch effektivere Arten wie den Federhammer und später Lufthammer abgelöst.

Aufbau und Funktionsweise[Bearbeiten]

Er besteht aus einem Kopf, einem Stiel, einem Bären, den Gesenken bzw. Sätteln, einem Gerüst und dem Antrieb. Der Kopf des Hammers ist komplett aus Eisen ausgeführt, dessen Finne oder Hammerbahn zur langen Nutzung verstählt wurde.[1]

Häufig hatte der Hammerkopf an der Unterseite eine Aufnahme. In diese Aufnahme wird das obere Gesenk bzw. der obere Sattel eingesetzt (Sattel ist die aus dem Freiformschmieden stammende Bezeichnung für ein Gesenk). Das Gegenstück zum oberen Gesenk bildet das untere Gesenk (bzw. den unteren Sattel).

Das untere Gesenk ist im sogenannten Bären gelagert. Der Bär besteht meist aus einem auf dem Boden aufgesetzten großen, feststehenden Holzklotz. Nach etwa zwei Dritteln der Länge ist eine Achse durch den Stiel des Hammers getrieben, die Achse ist in Lagern im Gerüst gehalten. Am Schwanz des Hammers ist eine Eisenplatte montiert, auf die eine Nase schlägt, sobald die Antriebswelle eingeschaltet wird. Diese Technik wurde in Hammerwerken verwendet und charakteristischerweise von einem Wasserrad angetrieben. Diese waren im Normalfall mittel- oder oberschlächtig.

Schwanzhämmer wurden in Sensenhämmern verwendet, sie wurden aber vor allem zur Herstellung von Schmiedeeisen aus Eisenschwamm (Luppen) eingesetzt zur Formung von Halbzeugen, wie z. B. Stabeisen oder Schienen. Später ging man dazu über, aufgrund der höheren Kraft mit Aufwurf- bzw. Reckhämmern zu arbeiten.

Galerie[Bearbeiten]

Erhaltene Zeugnisse[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Schwanzhämmer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. [1]. Erläuterung "Verstählen". Auf www.enzyklo.de. Abgerufen am 7. April 2013.